25.11.2019 - 16:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

147 neue Kita-Plätze in Weiden, doch der Bedarf steigt weiter

Seit 2017 sind in Weiden 147 neue Kita-Plätze geschaffen worden. Doch der Bedarf wird weiter steigen. Und auch der ab 2025 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler stellt die Stadt vor Herausforderungen.

Für Ganztagsbetreuung benötigen Grundschulen Platz - für Schüler und ihre Schulranzen - und sie benötigen Personal. Möglicherweise müssen die Betreuungsplätze aber auch von Kinderhorten bereitgestellt werden. Die Zuständigkeit ist laut Wolfgang Hohlmeier noch nicht geklärt.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Wichtige Grundlage für eine bedarfsgerechte Planung ist, dass die Jugendhilfeplanung der Stadt auf den neuesten Stand gebracht wird. Das ist zwar längst beschlossene Sache. Doch die entsprechende Stelle beim Dezernat für Familie und Soziales - bekannt als Sozialbürgerhaus - ist noch nicht besetzt. Dabei war sie - wie Dezernatsleiter Wolfgang Hohlmeier auf Anfrage der CSU im Jugendhilfeausschuss berichtete - bereits 2016 beantragt worden.

In der Amtszeit seiner Vorgängerin war ein Besetzungsverfahren erfolglos verlaufen. Hohlmeier, der das neue Dezernat am 1. August 2018 übernommen hat, stellte deshalb am 27. August 2018 erneut einen Stellenantrag. Er geht davon aus, dass die geplante Halbtagsstelle in den nächsten drei Monaten ausgeschrieben wird. Es gebe eine interessierte Kollegin, die bereits Vorarbeiten für den Aufbau der Jugendhilfeplanung übernehme und Interesse bekundet habe, informierte er. Mit der Aufstellung des Jugendhilfeplans soll ein Institut beauftragt werden, wobei die Federführung bei der noch auszuwählenden Fachkraft liegen wird.

Überhaupt sei der Personalbedarf im Bereich Jugendpflege und Kita-Fachbetreuung der Stadt gestiegen, ohne entsprechende Stellenmehrung. Das liegt laut Hohlmeier nicht zuletzt am deutlichen Zuwachs der Kita-Einrichtungen. Immerhin 60 Krippen- und 87 Kindergartenplätze sind seit 2017 hinzugekommen. Die müssen überprüft und begleitet werden. Im Einzelnen sind das der Waldkindergarten von Learning Campus (44 Plätze), die Krippe der Johanniter Unfall-Hilfe am Hammerweg (36); der Kindergarten Sonnenland der Johanniter Unfall-Hilfe (43), die Kinderkrippe im Schneckenhaus wurde aufgestockt (12) und eine Krippe im AWO-Spatzennest (12) neu eingerichtet. Bis Juni 2022 entstehen außerdem eine Krippe in Rothenstadt (24 Plätze) und mit dem neuen Haus für Kinder von Kreuz Christi am Stockerhutpark 12 zusätzliche Plätze. Aktuell gebe es noch zehn freie Plätze bei Tagesmüttern.

Auf die Ganztagsbetreuung für Grundschüler besteht ab 2025 ein Rechtsanspruch. Es sei zwar noch offen, ob diese Plätze von Schulen oder von Kinderhorten vorgehalten werden müssen. Doch schon jetzt sei klar, dass die bisherigen Betreuungsplätze in Weiden den Bedarf nicht decken. In einem Gespräch mit den Grundschulen soll die Frage der Umsetzung demnächst erörtert werden.

"Das Thema ist bei Ihnen in guten Händen", lobte Stadträtin Stefanie Sperrer die ausführliche Auskunft des Dezernenten. Um die Ganztagsbetreuung bis 2025 garantieren zu können, sei eine frühzeitige Planung nötig. Auch beim Ausbau der Kita-Plätze sei kein Ende in Sicht angesichts der Bauprojekte am Hammerweg und im Stockerhut. Um stets auf dem Laufenden zu sein, sei es auch wichtig, das Dezernat 5 personell entsprechend auszustatten, betonte sie.

Ein Problem für die Kitas selbst sei es, entsprechendes Fachpersonal zu finden, räumte Hohlmeier ein. Lothar Höhers Fazit: "Ohne Zuwanderung wird es in der Pflege und in der Kinderbetreuung nicht gehen. Wir werden ein Einwanderungsgesetz brauchen."

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