06.08.2021 - 12:09 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Kripo ermittelt nach Schwelbrand in Waldthurner Pflegeeinrichtung

Kurz vor Mitternacht kommt es in Waldthurn zu einem Schockerlebnis: Im Dachstuhl des Gesundheits- und Pflegezentrums breitet sich ein Schwelbrand aus, Rauch dringt nach außen. 14 Bewohner müssen das Haus verlassen. Nun ermittelt die Kripo.

Mit der Drehleiter versuchen die Feuerwehrmänner, von außen an den Brandherd zu kommen. Die ganze Nacht dauert der Löscheinsatz in Waldthurn.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Die gesamte Nacht von Donnerstag auf Freitag waren Rettungskräfte in Waldthurn auf den Beinen. Kurz vor Mitternacht erhielt die Feuerwehr die Meldung, dass es im örtlichen Gesundheits- und Pflegezentrum brenne. Starker Rauch, der bereits aus dem Dachstuhl des Hauses drang, verhieß nichts Gutes. Ein Schwelbrand war ausgebrochen. Sofort wurden die 14 Bewohner der Pflegeeinrichtung aus dem Gebäude gebracht, zwei kamen vorsorglich ins Klinikum Weiden, der Rest in die gleiche Einrichtung nach Thanstein (Landkreis Schwandorf).

"Es geht allen gut, sie sind halt erschrocken", ist Stefan Hammerl, Geschäftsführer des Pflegedienstes, am Tag nach dem Brand erleichtert. Er ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Die Evakuierung sei reibungslos verlaufen. Die Einrichtung in Thanstein, zu der die Bewohner gebracht wurden, habe noch Kapazitäten gehabt, da sie erst vor vier Monaten eröffnet wurde, erzählt er.

Betten und Semmeln

Sehr dankbar sind Hammerl und Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler nicht nur unter anderem den Einsatzkräften, sondern auch einer Firma, die mitten in der Nacht noch Betten für Thanstein anlieferte, und einem Bäcker, der alle mit Semmeln versorgte. "Eigentlich sind wir gut weggekommen. Schaden, mei, so etwas kann man immer wieder reparieren, aber dass kein Menschenleben gefährdet ist...", betont Beimler. "Gott sei Dank ist nicht mehr passiert." Warum der Brand aber ausbrach, da sind beide ratlos.

Hoher Schaden

Den Schaden, den das Feuer in dem denkmalgeschützten Haus angerichtet hat, schätzt das Polizeipräsidium Regensburg mittlerweile auf einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag. "Das kann sich aber noch ändern. Man kann oft auf den ersten Blick gar nicht so sagen, was alles kaputt ist", teilt Pressesprecher Florian Beck mit. Die Brandursache sei noch völlig unklar, weshalb die Kriminalpolizei Weiden die Ermittlungen übernommen habe. Der Brandort sei nun erst einmal versiegelt. Ob und wann das Haus wieder benutzt werden könne, konnte Beck am Freitag noch nicht sagen. "Da müssen wir mit einem Sachverständigen weiterschauen."

Übergreifen des Feuers verhindert

Bis 6 Uhr morgens überwachte die Feuerwehr, die mit 265 Mann vor Ort war, das Gebäude, kontrollierte immer wieder mit einer Wärmebildkamera. Mit einer Drehleiter schafften es die Einsatzkräfte außerdem, dass der Brand nicht auf andere Wohnhäuser übergreifen konnte. "Es ist alles gelöscht, wir haben die Brandstelle verlassen", berichtet Kommandant Michael Bäumler dann am Freitagvormittag. Auch er kann keine Ursache nennen, kann aber auch nichts ausschließen. Die Kriminalpolizei wird sich in den nächsten Tagen vor Ort ein Bild machen, hieß es.

Schwelbrand in Waldthurner Altenheim

Waldthurn
Das Haus am Tag danach: Das Dach ist geöffnet, die Fenster ebenfalls. Die Kripo muss nun die Brandursache ermitteln.
Hintergrund:

Haus unter Denkmalschutz

  • Das Gesundheits- und Pflegezentrum war früher ein Ackerbürgerhaus
  • Es wurde generalsaniert und steht unter Denkmalschutz
  • Zunächst in Besitz des Marktes Waldthurn gehört das Haus heute der Quadrat Sozialimmobilien GmbH
  • Seit 2014 ist die Pflegereinrichtung von Stefan Hammerl Mieter des Gebäudes

 

 

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