12.11.2021 - 12:00 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Aufwärtstrend bei Einwohnerzahlen in Waldthurn

In der Bürgerversammlung zieht Bürgermeister Josef Beimler Bilanz. Dabei spricht er auch ein großes Ziel an, dass er bis zum Ende seiner Tätigkeit als Rathauschef erreichen will.

Bürgermeister Josef Beimler legt bei der Bürgerversammlung Rechenschaft ab.
von Franz VölklProfil

Bürgermeister Josef Beimler und der Marktrat informierten in der Bürgerversammlung beim Malermichl über ihre Arbeit. „Viele Maßnahmen sind gelungen, einige sind aber auch auf der Strecke geblieben. Aber Marktrat und Marktverwaltung werden gemessen, was sie tun und nicht tun“, resümierte Beimler. Nach einem kurzen Rückblick auf 2020 zog er Bilanz des bisherigen Jahres. Von 1. Januar bis zum 2. November 2021 waren 20 Geburten zu verzeichnen. Dem gegenüber stehen 21 Sterbefälle. Es gab 82 Zuzüge und 48 Wegzüge. Der Einwohnerstand zum 2. November betrug somit 1901. Das liege zwar noch klar unter der 2000-Einwohner-Grenze, gegenüber zum Vorjahr (1885) sei jedoch ein Aufwärtstrend erkennbar.

  • Belebung des Innenbereichs

Ganz klar habe sich der Marktrat für die Weiterentwicklung und Erweiterung des Unternehmens Holzbau Riedl ausgesprochen, da dort 70 Menschen arbeiteten und nach Millioneninvestition eine Einschränkung für den Betrieb und die Marktgemeinde eine Katastrophe wäre. Beimler sprach über die Innenbereichsbelebung durch die Förderinitiative „Innen vor Außen“. Der Markt habe das Anwesen an der Georg-Arnold-Straße 17 mit Förderung der Dorferneuerung erworben. Es werde abgerissen und eine Verkehrsfläche mit Wendemöglichkeit geschaffen. Beimler sprach auch über die Dorferneuerung Lennesrieth, die erfolgreiche Teilnahme am Kreisentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ und die bevorstehende Teilnahme am Bezirksentscheid.

  • Schule und Kindergarten

82 Buben und Mädchen besuchten in vier Klassen die Wolfgang-Caspar-Printz-Grundschule. In der Kindertagesstätte seien 77 Kinder untergebracht, davon über 20 im Alter vom ersten bis zum dritten Lebensjahr in der Kinderkrippe. Ab Januar 2022 werden es in der Kita 80 Buben und Mädchen sein. Der Bauantrag für den Anbau der zweiten Kinderkrippe sei gestellt.

  • 2.657.126 Euro Schulden

Die Kostenermittlung für das Lobkowitz-Schloss habe nochmals auf rund 3,301 Millionen Euro erhöht werden müssen. Der Gesamtschuldenstand der Gemeinde betrage 2.657.126 Euro. Dies ergebe eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1283,67 Euro. Der vergleichbare Landesdurchschnitt liege bei 987 Euro. „Ich hoffe, dass wir bis zur Beendigung meines Bürgermeisterdaseins die Pro-Kopf-Verschuldung unter den Landesdurchschnitt drücken können“, sagte Beimler.

  • Photovoltaik und Nitratwerte

Anfragen für Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen habe der Marktrat abgelehnt: „Diese gehören auf die Dächer und nicht auf die wertvollen Felder“, meinte der Rathauschef. Die Nitratwerte im Tiefbrunnen lägen weiterhin deutlich unter dem Grenzwert. „Den zwölf wirtschaftenden Landwirten im Wasserschutzgebiet gebührt wiederum herzlicher Dank. Der Markt setzt weiterhin auf Kooperation und nicht auf Konfrontation mit den Landwirten.“ Endlos war auch die Liste, bei der der Rathauschef die Arbeiten des Bauhofteams, das im neuen Jahr durch den Lennesriether Jürgen Schmid verstärkt wird, aufführte. „Ohne euch geht in Waldthurn nichts.“

  • Weitere Themen

Beimler stellte auch die Schwerpunkte der Marktverwaltung, die ein Dienstleistungsunternehmen und keine Behörde sei, in den Fokus. Dorferneuerung, Straßen-, Wegeunterhaltsmaßnahmen sowie die Gründung einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Naturpark, Touristische Infrastruktur, Gänsbürgerladen, Marktblatt, Breitbandausbau, Partnerschaft mit Hostau, Bücherei, Feuerschutz, Asylbewerber, Generationen-Erlebnisgarten Albersrieth waren weitere Themen. Nicht fehlen durfte der Kinderspielplatz in Oberbernrieth, der in Eigenleistung der „Dorferer“ hergerichtet wird. Beimler schwärmte vom Heimatkundlicher Arbeitskreis (HAK), Förderprogramm LandKULTUR und das seit 2018 laufende Präventionsprogramm „NEUN2727 – gut leben im Waldthurner Land“. Bei der Preisverleihung „Gütesiegel Heimatdorf 2021“ in München habe esn 60.000 Euro Zuschuss für den Kiosk an der Freizeitanlage gegeben. „Wir sind eine der schönsten und lebenswertesten Gemeinden in Bayern.“

Waldthurn erhält das „Gütesiegel Heimatdorf 2021“

Waldthurn

Beimler sprach außerdem über die Schaffung eines umwelt- und klimaverträglichen Naturerlebnis- und Tourismusangebots. Grundpfeiler seien die Anlage eines rund 3, 5 Kilometer langen naturkulturellen Erlebniswegs, die Errichtung eines Aussichtsturms („Motte“, eine mittelalterliche Turmhügelburg) auf dem Hirmersbühl, der Umbau des Kiosks der Freizeitanlage in eine touristische und naturkulturellen Informationsstelle sowie die Einstellung eines Naturtourismus-Koordinators. "Die Preise und Auszeichnungen für Waldthurn zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Staat darf aber nicht vergessen, dass ein entsprechendes Zuschussniveau für die Verwirklichung weiterer Projekte unverzichtbar ist", sagte der Bürgermeister. „Was Waldthurn auszeichnet, ist der Zusammenhalt im Marktgemeinderat - dies beweist, dass man durch eine engagierte politische Arbeit über Parteigrenzen hinweg, auch bei manchmal unterschiedlichen Standpunkten, viel erreichen und bewegen kann."

„Wir sind eine der schönsten und lebenswertesten Gemeinden in Bayern.“

Bürgermeister Josef Beimler

 

 

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