17.01.2021 - 12:11 Uhr
WaldsassenOberpfalz

"Unendliche Geschichte": Die Klostermauer in Waldsassen

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Das Projekt beschäftigt die Äbtissin Laetitia Fech schon seit ihren Amtsantritt vor über 25 Jahren: Die Klostermauer muss saniert werden. Jetzt scheint das Projekt zu gelingen.

Die Sanierung der Klostermauer steht in nächster Zeit auf der Agenda. Sie ist in die Projekte mit eingebunden, die unter anderem mit dem zugesagten Bundesfördermitteln verwirklicht werden sollen.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

„Eine unendliche Geschichte“, sagt Äbtissin Laetitia Fech über die Klostermauer und fügt hinzu: „Die liegt mir schon lange im Magen.“ Sie muss dringend saniert werden. Das Vorhaben ist in den Projekten enthalten, die mit der zugesagten Förderung des Bundes verwirklicht werden sollen: 1,5 Millionen sind dafür geplant. Insgesamt umfasst die Unterstützung 4 Millionen Euro – als finanzieller Grundstock für die Projekte Gartenschulhaus, Orangerie und Barockgarten.

Herausfallende Steinbrocken

Entlang der Neualbenreuther Straße – zwischen dem Anwesen an der Einmündung zur Brauhausstraße bis zum Beichtvaterhaus – ist der Zustand teilweise sehr schlimm. Einige Abschnitte sind in den vergangenen Jahren bereits erneuert worden. Doch einige Meter weiter fallen Steinbrocken aus dem Bauwerk. Teils ist die Mauer durchfeuchtet: Sie ist auf einer Seite im Erdreich, weil das Gelände an der Neualbenreuther Straße in den vergangenen Jahrzehnten aufgefüllt worden war.

„Schauen Sie sich das an“, sagt Äbtissin Laetitia Fech und verweist darauf, dass der Friedhof des Konvents auf der anderen Seite der Mauer liegt. Diese stehe unter Denkmalschutz. „Der gibt aber fast nichts dafür her“, bedauert die Äbtissin die geringe finanzielle Unterstützung vonseiten der Behörde. Der Bezirk gebe einen Teilbetrag hinzu, außerdem fließe Geld über die Städtebauförderung.

Problematische Wurzeln

Für das Teilstück entlang der Neualbenreuther Straße ist die Finanzierung nun in den sprichwörtlich „trockenen Tüchern“: „Es ist für mich ein Glück, diese Mauer saniert zu bekommen. Ich darf sie ja noch nicht einmal abreißen.“ Ein Riesenproblem seien die Wurzeln der Bäume entlang der Neualbenreuther Straße. Diese ragten unter die Mauer in den Friedhof hinein.

"Es ist für mich ein Glück, diese Mauer saniert zu bekommen. Ich darf sie ja noch nicht einmal abreißen."

Äbtissin Laetitia Fech

„Je nachdem, über welches Programm sie Fördergelder erhält, sind wir dabei“, sagt Bürgermeister Bernd Sommer über die Bemühungen von Äbtissin Laetitia Fech, für die Mauersanierung eine ordentliche Finanzierung hinzukriegen. „Das ist schon ein Thema, mit dem ich liebäugle“, macht Sommer keinen Hehl daraus, den Freistaat als Träger der Neualbenreuther Straße auch bei der Sanierung der Mauer mit ins Boot zu holen.

Klostermauer und -friedhof besichtigte auch der Beirat vor der Entscheidung über Waldsassens Bewerbung zur Gartenschau

Waldsassen

Dabei kommt Sommer auch auf darauf zu sprechen, dass die Neualbenreuther Straße im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte deutlich höher wurde als das Fundament der Klostermauer. Der Unterschied im Höhenniveau ist deutlich sichtbar an den angedeuteten Öffnungen im Mauerwerk oder an den Toren. Der Eingang des Beichtvaterhauses liegt weit unter dem Höhenniveau von Fahrbahn und Gehweg. Für eine Anpassung müsste die Ebene der Straße verändert werden, sinniert Sommer. „Da ist die Frage: Was ist mit den Versorgungleitungen?“, sieht der Bürgermeister die erste Hürde und meint: „Das wäre ein großes Ding“, auch vor dem Hintergrund, dass die Wasserleitung und die Hausanschlüsse in der Neualbenreuther Straße erst im vergangenen Jahr erneuert wurden. „Aber eigentlich“, meint Sommer, „müssten solche Straßen wieder zurückgeführt werden.“

"Wenn es eine Möglichkeit gäbe, wäre ich dabei."

Bürgermeister Bernd Sommer über die Absenkung der Neualbenreuther Straße

Sommer signalisiert jedenfalls eine enge Kooperation mit dem Kloster: „Wenn es eine Möglichkeit gäbe, wäre ich dabei.“ Die Planungen habe Äbtissin Laetitia Fech in der Hand. Einen halben Meter müsste die Straße abgesenkt werden, damit die Mauer wieder passt. „Aber ich fürchte, das wird technisch problematisch“, meint Bernd Sommer.

Die Sanierung der Klostermauer ist in der Bundesförderung für das Kloster Waldsassen enthalten

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