07.06.2020 - 09:57 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Streicheleinheiten für Lamas und Alpakas

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Die Lamas und Alpakas vom Elfenteich waren einsam. Sie durften nicht mehr mit den Menschenfreunden auf Wanderschaft gehen. Doch nun gibt es Lichtblicke.

Berta Frank knutscht liebend gern mit ihren Lamas. Noch lieber unternimmt sie mit ihren Tieren aber Gruppenwanderungen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Am Elfenteich bei Waldsassen ist es friedlich wie gewohnt. Selbst Autolärm ist seit Corona-Zeiten seltener auszumachen von der Straße nach Hundsbach. Auf einer Weide grasen zwei Lamas. Sie heben anmutig ihre Köpfe, weil ein Geräusch sie aufgeschreckt hat. Was sie mit ihren großen Augen sehen, scheint nicht bedrohlich, gemächlich fressen sie weiter.

Wenn auch diese still-friedliche Idylle nahezu perfekt erscheint, hätte die Besitzerin der Lamas, Heilpraktikerin Berta Frank, gern wieder mehr menschlichen Besuch auf ihrer kleinen Tierfarm. Die Lamas und Alpakas sind Menschen auch in Gruppen gewohnt. Während der Corona-Beschränkungen durften keine mehr kommen. Seit einigen Tagen sind wenigstens Führungen mit bis zu fünf Leuten erlaubt. Ab 15. Juni sind dann wieder die normalen Gruppengrößen zugelassen.

Viele Therapiegruppen

"Wir machen normalerweise fünf Tage die Woche Ausflüge. Und es besuchen viele Therapiegruppen unsere Tiere", erzählt Frank. Als anfangs die Gäste ausblieben seien die Lamas und Alpakas stets bei der kleinsten Bewegung oder bei Geräuschen ans Gatter gelaufen. "Sie dachten, jetzt geht es wieder zum Wandern." Nach einigen Enttäuschungen haben sie begriffen, dass sie niemand mehr abholen kommt. Jetzt freuen sie sich, wenn Berta Frank lange bleibt.

Die Heilpraktikerin greift Juanito liebevoll an den dicken Wollkopf. Nicht nur Juanito will Streicheleinheiten. Berta Frank krault Charly und steckt ihren Lieblingen kleine Leckerbissen zu. Die hat sie immer in der Jackentasche. Nach einer Weile Herumknutschen und liebevollem Geschubse, weil jeder einen Leckerbissen möchte, erklärt Berta Frank lachend, dass Lamas und Alpakas gar keine Schmusetiere seien. "Sie sind sehr scheu. Aber ihre Neugierde ist stärker, das treibt sie zu den Menschen."

Mit etwas Geduld schenken Lamas und Alpakas jedem, der es gut mit ihnen meint, ihre Zuneigung. Diese spezielle Tierliebe ist besser als jede Beruhigungspille. Die vierbeinigen "Wolldecken" sind der Frieden in Person, was eine geradezu heilsame Wirkung entfacht. Das könne auch als Therapie eingesetzt werden, erklärt die Heilpraktikerin. Unter anderem geht sie mit den kleineren Alpakas in Seniorenheime, Menschen mit Behinderungen und Suchtkranke gehören zu regelmäßigen Gästen im Lama-Garten.

Ängste überwinden

Begehrt sind die Ausflüge mit den Tieren am Halfter, die einige Stunden dauern. Berta Frank ist immer dabei. Besuchen Kindergärten oder Schulklassen die Lamas vom Elfenteich, erzählt Frank das "Lama-Märchen". In dieser Geschichte erfahren die Kinder Wissenswertes über diese außergewöhnlichen Tiere, die es früher in der Oberpfalz nicht gab. Während die Kinder zuhören, berichtet die 59-Jährige, kommen Charly, Luna, Ledo, Visviro, Merlin und Co. langsam immer näher heran, sehr zum Vergnügen der kleinen Gäste. "Eine Lama-Begegnung kann ein unvergessliches Erlebnis sein", weiß Frank Beispiele von Menschen mit Handicap. Die sanften Wesen können helfen, Ängste zu überwinden. Und für viele Kinder sei es die erste Erfahrung mit Tieren, wenn sie die Lamas ausführen dürfen, zählt Frank ihre Beweggründe auf, warum sie mit diesen Tieren gerne arbeitet. Umso mehr freut sie sich, dass nun auch wieder die Besucher kommen dürfen.

Nur wenige Meter neben dem Elfenteich gibt es auch eine Straußenfarm zu entdecken:

Hintergrund:

Wanderungen und Besuche

Die 59-jährige Heilpraktikerin Berta Frank ist genauso wie ihre Tiere froh, dass es nun wieder mit den Ausflug losgeht. Theoretisch könnte auch eine Einzelperson mit den Lamas wandern. Aber das sei zu kostspielig, deshalb biete sie es gleich nicht an, so Frank. Sie macht nur Gruppenwanderungen zum Pauschalpreis. Wer die sanften Vierbeiner mit den unglaublich großen Augen sehen möchte, darf gern zum Elfenteich am Mitterhof 3 kommen. Die Lamas würden sich über Besuch freuen, beteuert Berta Frank.

Sie habe nichts dagegen, wenn ab und zu jemand vorbeigehe. Sie bittet Besucher lediglich darum, den Lamas wirklich nur Gras zu füttern. Alles andere sei für sie unverträglich. Infos über Wanderungen oder Gruppentherapie im Lama-Garten gibt es unter: Telefon 0 96 32 / 91 53 80 oder 0173/8 837 650, E-Mail info[at]lama-vom-elfenteich[dot]de oder unter www.lamas-vom-elfenteich.de. (ubb)

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