03.03.2021 - 10:04 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Storchennest in Waldsassen ist bereits bezugsfertig

Beim zweiten Anlauf ist die Aktion am ehemaligen Abtschloss geglückt. Dass sie viel schneller möglich war als zunächst erwartet, ist dem Korbflechter aus dem Raum Bamberg zu verdanken. Er legte dafür Sonderschichten ein.

Das Storchennest wird an der Drehleiter befestigt.
von Konrad RosnerProfil

Es ist angerichtet: Das neue Storchennest auf dem Dach des Finanzamtes ist bezugsfertig. Am Dienstagnachmittag war die Waldsassener Feuerwehr mir ihrer Drehleiter erneut im Einsatz, um das Storchennest nach oben zu bringen und es mit Bindedraht am Gestell auf dem Dach zu befestigen. Diesmal passte das Nest, das einen Durchmesser von 120 Zentimeter hat.

Neues Nest in Rekordzeit

Vor einer Woche schon hätte das Nest in die Vorrichtung gebracht werden sollen. Doch es ließ sich dort nicht platzieren, der Durchmesser des Korbs war zu groß. „Storchenbeauftragter“ Uwe Bauer zollt der Korbflechterei Backof aus dem fränkischen Hallerndorf größten Respekt: Denn ein neues Nest sei in Rekordzeit hergestellt worden. Eigentlich ging Bauer davon aus, dass die Fertigung mindestens drei Wochen dauert. Doch Backof und ein weiterer Mitarbeiter müssen wohl nahezu Tag und Nacht gearbeitet haben, denn am Dienstagvormittag konnte Uwe Bauer das Weidengeflecht in Hallerndorf (bei Bamberg) abholen. Knapp zwei Stunden dauerten jeweils die Fahrten nach Hallerndorf und zurück, doch die Zeit nahm Bauer gerne auf sich, schließlich habe man dem Storchenpaar schnell ein schönes Zuhause bieten wollen.

120 Zentimeter Durchmesser

In Hallerndorf klärte sich auch der Sachverhalt auf. Nach Bauers Worten wurde der Weidenkorb vertauscht. Für einen anderen Käufer fertigte Backof ein Geflecht mit 140 Zentimetern Durchmesser an. Dieses war irrtümlicherweise in die Klosterstadt geliefert worden. Die Waldsassener hatten wie in der Vergangenheit ein 130-Zentimeter-Nest bestellt, das wohl wieder sehr knapp in die Halterung gegangen wäre. Um schnell liefern zu können, machte sich Backof kurzerhand an die Arbeit und flicht einen neuen Korb – diesmal mit 120 Zentimetern Durchmesser, so dass er haargenau passen würde. Diese Arbeit führte er nach den Worten von Bauer kostenlos aus.

Glücklich darüber, dass die Aktion mit der Feuerwehr-Drehleiter nun erfolgreich beendet werden konnte, ist auch Tobias Tippmann. Der Kommandant der Feuerwehr, im Hauptberuf Technischer Leiter der Wasserversorgung in der Stadtverwaltung, war am Dienstag beim zweiten Anlauf ebenfalls mit dabei wie seine Feuerwehrkameraden und Arbeitskollegen Michael Lochner, Benjamin Müller, Martin Stingl und Wolfgang Fischer.

"Hinaufgehoben, festgemacht, heimgefahren."

Feuerwehr-Kommandant Tobias Tippmann über den Einsatz

„Das hat gepasst“, resümierte Tippmann einen Tag später und meinte zusammenfassend zu der Aktion: „Hinaufgehoben, festgemacht, heimgefahren.“ Der Korbmacher habe nach dem Malheur vor gut einer Woche „entsprechend rangeklotzt“, so Tippmann. Die Feuerwehrler hätten, so der Kommandant, bei ihrem Außeneinsatz über den Dächern Waldsassens gute Arbeit geleistet.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Storch bald nach Waldsassen kommt. Denn sonst wären alle Mühen und vor allem die Aufregung umsonst gewesen.

Die erste Storchennest-Aktion musste vorzeitig abgebrochen werden

Waldsassen
Michael Lochner bringt den Korb an Ort und Stelle, unten links in der Dachluke Benjamin Müller.
Das Weidengeflecht passt in die Vorrichtung.
Mit einem Bindedraht wird das Weidengeflecht befestigt.
Der Blick von der Feuerwehr-Drehleiter übers Storchennest am Finanzamt-Dach auf den Basilikaplatz.
Hintergrund:

Spezielle Sicherungseinrichtung für Arbeiten am Dach

  • Feuerwehr-Kommandant Tobias Tippmann weist darauf hin, dass bei der Aktion am Finanzamt-Dach spezielle Sicherheitsbestimmungen beachtet worden seien – im Rettungskorb der Drehleiter ohnehin, aber auch von den Helfern außerhalb.
  • Benjamin Müller, der von der Dachluke aus im Einsatz war, hatte sich besonders gesichert - an einem speziellen "Anschlagpunkt".
  • Die Vorrichtung, mit der das Seil der Sicherheitseinrichtung fixiert wird, war bei der Sanierung des Finanzamts extra für derartige Arbeiten installiert worden.

 

 

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