17.10.2019 - 09:51 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Sport treiben trotz Herzerkrankung

Wenn es diesen Verein nicht gäbe, man müsste ihn förmlich erfinden. Denn viele Menschen, die gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe sind, profitieren ungemein vom Angebot des BVS-Reha-Sportvereins Waldsassen.

von Konrad RosnerProfil

Der BVS-Reha-Sportverein Waldsassen ist einer der größten und aktivsten Reha-Sportvereine in der Region und bietet Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen Möglichkeiten zum Sport an, um Gesundheit und Bewegungsabläufe zu verbessern – alles unter Aufsicht eines Arztes und in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen. Eine dieser Sparten beim BVS-Reha-Sportverein Waldsassen ist die Herzsportgruppe, die sich jeden Donnerstagabend von 17 bis 18 Uhr in der neuen Turnhalle der Mädchen-Realschule trifft.

Versierte Übungsleiterinnen

Mit den beiden Übungsleiterinnen Edith Balk (seit 25 Jahren) und Eva Ristl (neu) hat der BVS zwei versierte und engagierte Übungsleiterinnen in seinen Reihen, die Dank ihrer speziellen Ausbildung, mit den „Herzsportlern“ gezielte Übungen absolvieren.

"In die Herzsportgruppe kann man nach einer Herzerkrankung aufgenommen werden. Dies kann nach einer Reha und deren Weiterführung und -betreuung durch den Fach- oder Hausarzt erfolgen“, informiert Vorstandsmitglied Engelbert Franz. Bei einer Ausstellung einer Verordnung muss dies jedoch die jeweilige Krankenkasse genehmigen.

Drei Betreuungsärzte

Die Herzsportgruppe besteht aktuell aus rund 50 meist älteren Personen, die aus der gesamten Region, auch aus Oberfranken, nach Waldsassen kommen. Im Schnitt sind rund 30 Männer und Frauen bei den wöchentlichen Trainingseinheiten mit dabei. Unter den Sportlern befinden sich Menschen, die etwa einen Herzinfarkt oder Bypass-Operationen hinter sich haben. Herzsport, so betont Engelbert Franz, dürfe aber nur unter Begleitung eines Arztes absolviert werden. Der BVS-Reha-Sportverein Waldsassen hat derzeit mit Dr. Norbert Fischer, Dr. Bertram Völkl und Dr. Helmut Pürner drei solcher Betreuungsärzte. Weitere Mediziner sind willkommen.

Selbstbewusstsein stärken

Die wöchentlichen Sportstunden beginnen stets mit dem Messen des Pulses, ehe dann oftmals mit Musik die Aufwärmphase folgt. Anschließend stehen vor allem Bewegungs- und Dehnungsübungen auf dem Programm. Klares Ziel ist dabei die Stärkung von Kraft, Ausdauer und Koordination. Doch nicht nur das: Die Übungen sollen auch das Selbstbewusstsein der Teilnehmer stärken und die zweifellos vorhandenen Ängste abbauen.

Gemeinsame Unternehmungen

Eva Ristl ist mit großem Feuereifer und wahrlich „Herzblut“ bei der Sache und spornt ihre „Herzsportler“ immer wieder an. Man spürt bei den Teilnehmern, dass sie gerne mitmachen, zumal auch der Flachs nicht zu kurz kommt. „Die Herzsport-Gruppe legt großen Wert auf gemeinsame Unternehmungen. So wird jeder runde Geburtstag gefeiert, zudem veranstalten wir im Sommer ein Grillfest und laden alljährlich zu einer Weihnachtsfeier ein. Dazu kommen noch die Veranstaltungen des Hauptvereins“, weiß Engelbert Franz.

Grenzen erkennen

Der Puls der Mitglieder der Herzsportgruppe wird übrigens nicht nur zu Beginn der Sportstunde geprüft, sondern auch während der Übungen und am Ende noch zwei weitere Male. Die Betreuungsärzte achten sehr darauf. Die Mediziner haben für die Teilnehmer auch so manchen Tipp auf Lager und beraten über Risikofaktoren. Deshalb ist auch klar, dass die "Herzsportler" meist besser darüber Bescheid wissen als andere Menschen. Zudem entwickeln sie beim Sport ein Gespür dafür, wo ihre körperlichen Möglichkeiten und Grenzen liegen, und verbessern dabei dennoch ihre körperliche Leistungsfähigkeit. Das alles hat zur Folge, dass die Lebensqualität steigt, denn die Sportler lernen, dass sie trotz Herzerkrankung aktiv und genussvoll leben können.

Das Herz wird durch die Übungen – langfristig gesehen – wesentlich leistungsfähiger, das gefährliche LDL-Cholesterin nimmt ab und das HDL-Cholesterin, welches das Herz schützt, steigt deutlich an.

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