26.03.2021 - 14:58 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Neue Sirenen im Stadtgebiet Waldsassen

Warnanlagen, die die Bevölkerung auf Gefährdungslagen aufmerksam machen, sind abgebaut. Doch nun wird die akustische Alarmierung wieder eingeführt. Deshalb gibt es im Stadtgebiet demnächst Signale – probeweise und wohl deutlich hörbar.

Bürgermeister Bernd Sommer (links) und Tobias Tippmann vorm Feuerwehrgerätehaus in Egerteich. Im Hintergrund der Mast, auf dem später die Sirene montiert wurde.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Neue Sirenenanlagen hat die Stadt Waldsassen in den Ortsteilen Egerteich und in Hundsbach installieren lassen. Die ersatzweise angeschafften Lautsprecher sind leistungsfähiger als die altersschwachen Sirenen und brauchen deutlich weniger Strom. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil: Die jeweils acht Lautsprecher sind für Feueralarme ausgelegt und zusätzlich für Katastrophenschutz-Alarmierungen.

Auf ein weiteres Plus weist Bürgermeister Bernd Sommer bei der Präsentation vor Ort hin. Er könnte sich im Feuerwehrgerätehaus per Mikro über die Lautsprecher direkt an die Dorfbewohner wenden - etwa für Warndurchsagen.

Funktionsfähig auch bei Stromausfall

"Wir kümmern uns auch um das Thema Stromausfall", sagt Sommer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "Die Pandemie hat gezeigt: Alle Varianten sind denkbar. Man muss einfach etwas mehr Gedanken darauf anwenden." So sind die neuen Sirenen unabhängig von der Stromversorgung und funktionieren auch mit dem eingebauten Akku. Die früheren Signalgeber funktionierten dagegen nur mit Starkstrom.

"Sie hören sich genauso an", weiß Tobias Tippmann über die akustischen Signale im Vergleich zu den herkömmlichen Sirenen. "Die sind jetzt elektronisch gesteuert." Tippmann ist im Rathaus auch für den Brandschutz verantwortlich, womit auch der Katastrophenschutz in sein Ressort fällt. Die Lautsprecher in Egerteich, die auch die Bewohner in Schloppach mit alarmieren sollen, waren von Mitarbeitern einer Fachfirma mit Unterstützung von Leuten des Stadtbauhofs für den Einsatz vorbereitet worden. Die Sirenenlautsprecher sind inzwischen auf einem neu errichteten Masten im Dorf installiert.

Probealarm am Dienstag

Die Aktion in Egerteich und Hundsbach ist der Auftakt für weitere Maßnahmen für den Katastrophenschutz im Stadtgebiet. Voraussichtlich an vier Straßen werden weitere Sirenenanlagen-Lautsprecher installiert. Kommenden Dienstag wird es dafür eine längere Versuchsphase geben: Mobile Lautsprecher werden mit Hilfe von Bauhof-Mitarbeitern in rund 16 Meter Höhe probeweise betrieben. Damit soll geprüft werden, ob die Sirenen überall deutlich hörbar sind, auch in den Wohnungen. "Es muss ein gewisser Pegel in die Häuser kommen", erklärt Tippmann.

Vier Standorte seien vorerst geplant – an der Schulstraße, an der Flurstraße, ab der Schützenstraße und an der Egerer Straße. "Es kann auch sein, dass wir noch einen fünften Standort aussuchen." Mit der Investition handelt die Stadt Waldsassen auch nach den Erfahrungen bei dem landesweiten Katastrophenschutz-Warntag vergangenes Jahr. Die Alarmierung der Bürger über eine Anwendung auf dem Smartphone funktionierte nicht oder nur verspätet.

Einen besonderer Einsatz für die Feuerwehr Waldsassen

Waldsassen
Die Konstruktion mit den Sirenen bereiteten Mitarbeiter einer Fachfirma für die Montage auf dem Mast vor.
Hintergrund:

Katastrophenschutz-Sirenen: Landkreis rüstet auf

In Bayern waren die Katastrophenschutz-Sirenen in den vergangenen Jahren nach und nach abgebaut worden. "Es gab keine Katastrophen mehr", sagt Tobias Tippmann augenzwinkernd.

  • Die einzige Katastrophenschutzsirene gab es noch in Mitterteich. Nun sind auch die Anlagen in Egerteich und Hundsbach dafür ausgelegt. Nach und nach soll der Landkreis Tirschenreuth mit weiteren Katastrophenschutz-Sirenen ausgestattet werden.
  • Die Alarmierung der Feuersirenen läuft über die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz. Der Katastrophenschutzalarm wird dagegen durch das Landratsamt ausgelöst.
  • In Waldsassen gab es bis zur Sanierung des Rathauses auf dem Dach die letzte Feuersirene. Die Aktiven der Feuerwehr werden in aller Regel durch die "stille Alarmierung" verständigt.
  • Mit den Sirenen auf den Dörfern werden die Ortsteilfeuerwehren alarmiert; zusätzlich erhalten deren Aktive eine SMS aufs Mobiltelefon.
  • Für die vier neuen Sirenen im Stadtgebiet gibt die Stadt Waldsassen 50.000 Euro aus, die Anlagen in Egerteich und Schloppach kosteten jeweils 12.000 Euro; die Beträge waren im Haushalt 2020 schon eingeplant.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.