02.12.2021 - 13:58 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Neue Betreuungseinrichtung in Waldsassen heißt "Johanniter Kinderhaus Waldwichtel"

Die im Namenswettbewerb eingereichten Vorschläge waren vielseitig und durchaus kreativ. Doch am Ende fiel die Entscheidung für eine nahe liegende Bezeichnung.

Die Hauptpreisträger (vorne, von rechts) Benno Frank und Corbinian Ziegler zusammen mit den Jury-Mitgliedern (hintere Reihe, von rechts) Bürgermeister Bernd Sommer, Stadtbaumeister Hubert Siller sowie Katja Bloßfeldt, die Leiterin des Johanniter-Kinderhauses Waldwichtel.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der Name für das dritte Kinderhaus in Waldsassen steht fest: "Johanniter Kinderhaus Waldwichtel" – so lautet der Name für die neue Einrichtung, die in Waldsassen im Gebiet "Zieglerrang" entstehen soll. Bisher war die Projektbezeichnung "Auenland" als Arbeitstitel verwendet worden. Am Mittwoch durfte Kinderhaus-Leiterin Katja Bloßfeldt den Namen bekanntgeben.

In den Räumlichkeiten im Obergeschoss der früheren Förderschule, die von der Stadt Waldsassen als Übergangslösung ausgebaut wurde, wurde der Namenswettbewerb offiziell beendet. Dabei wurden auch die Preisträger eines Gewinnspiels ausgezeichnet: Daran teil nahm jeder Einsender von Namensvorschlägen; per Losziehung wurden die Gewinner der Sachpreise ermittelt – unabhängig davon, ob ihr eingereichter Name nun gewonnen hat.

Hauptpreis geht nach Nürnberg

"Wir wollten vermeiden, dass wir irgendeinen Blödsinns-Namen hätten nehmen müssen, wenn der Gewinner des ersten Preises einen solchen eingereicht hätte", erklärte Katja Bloßfeldt. Den ersten Preis, ein "Ghost"-Kinderfahrrad, gewann Carola Hemmeter aus dem Raum Nürnberg. Sie war zur Preisverleihung zur Wochenmitte verhindert und wird ihren Gewinn am Freitag abholen, wie es hieß. Platz zwei belegte Benno Frank: Er darf zusammen mit einer Begleitperson einmal im neuen "Includio"-Hotel der Johanniter in Regensburg übernachten. Den dritten Preis bekam Corbinian Ziegler: Sein Vorschlag lautete "Waldwichtel"; Corbinian durfte als Preis eine Familien-Saisonkarte für das Egrensisbad in Empfang nehmen.

"Wir sind waldnah, das passt zu uns", freute sich Katja Bloßfeldt über die Wahl des Namens "Waldwichtel" für das künftige Kinderhaus. "Die Jury hat sich einstimmig dafür ausgesprochen", so die Leiterin über das Gremium. Ihm gehörten neben der Leiterin an Bürgermeister Bernd Sommer, Stadtbaumeister Hubert Siller, Peter Kuchenreuther und Franziska Grüner vom Architekturbüro sowie Charlotte Döllinger, Mitglied des Elternbeirats.

187 Vorschläge von 90 Einsendern

"Die Vorschläge waren super. Und es gab eine irre Menge davon", ergänzte Bernd Sommer und erzählte von dem Prozess, bis der richtige Name gefunden war. "Das war echt nicht einfach." Mit einem Punktesystem waren die Bezeichnungen, die geeignet erschienen, vorsortiert. Dann wurden die Namensgebungen bewertet. Insgesamt waren 187 Vorschläge genannt worden, eingereicht von 90 Einsendern.

Auf der einen Seite gab es viele Kreativnamen, auf der anderen Seite ging es auch darum: Passt es auch zum Haus? "Es wären sicher mehr geeignete Vorschläge dagewesen. Aber es war nicht einfach", fasste Sommer zusammen. Spitzenreiter waren die "Waldwichtel", die etwa 20 Mal genannt worden waren. Auf den weiteren Plätzen folgten "Kapplwaldwichtel", "Stiftlandwichtel", "Fuchsbau" und "Kapplwaldzwerge". Aber auch verrückte Angebote waren dabei – etwa "Krosse Krabbe", abgeleitet von der Burger-Bude aus der Zeichentrickserie "Spongebob Schwammkopf".

Ausschreibung um die Jahreswende

Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien informierten Bürgermeister Bernd Sommer und Stadtbaumeister Hubert Siller über den aktuellen Stand des Neubauprojekts am Zieglerrang. "Zurzeit läuft die Ausführungsplanung und die Vorbereitung für die Ausschreibung des Rohbaus", erklärte Siller. Diese werde dann um die Jahreswende erfolgen. "Diese Zeit ist normalerweise die beste dafür", freut sich Siller auf eine große Resonanz.

Aktuell seien im Hochbau tätige Unternehmen gut ausgelastet; im Tiefbau ist die Auftragsentwicklung laut Siller dagegen eher rückläufig. "Wir schreiben deutschlandweit aus", erklärte Siller. "Das heißt, es kann überall in Deutschland gelesen werden, um eine möglichst breite Auswahl zu erwischen."

"Wir werden im Winter den Hügel, wo das Gebäude hinkommt, freimachen", beschrieb Siller die erste größere Aktion demnächst. "Und wir pflanzen für jeden gefällten Baum mindestens zwei neue", ergänzte Bürgermeister Bernd Sommer mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf die Beseitigung von Bäumen im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben an der Pfaffenreuther Straße.

Einweihungstermin 30. September

Siller ergänzte, dass größere Bäume, die sich umsetzen ließen, auch einen anderen Standort im näheren Umfeld erhalten. Zudem werde ein Landschaftsplan erarbeitet. "Wir planen schon, was wir noch alles brauchen", erklärte Fabian Kaiser, Sachgebietsleiter beim Johanniter-Regionalverband Ostbayern in Regensburg, über das weitere Vorgehen.

Die Johanniter waren auch schon bei der Planung des Kinderhauses Waldwichtel eng mit eingebunden. Als Einweihungstermin steht, wie es scherzhaft hieß, der 30. September fest – ohne allerdings eine Jahreszahl dazu zu nennen. "Jedenfalls nicht 2022", beugte Siller Spekulationen vor.

Gute Übergangslösung

Sommer sprach von einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren – und zog zum Vergleich die Maßnahme in Tirschenreuth heran. "Es muss nicht so lange dauern, aber wenn etwas dazwischen kommt ...", sinnierte der Rathauschef und ließ damit durchblicken, dass verschiedene Unwägbarkeiten die Verwirklichung des Vorhabens verzögern könnten. Dabei nennt Sommer den von der Stadt zu tragenden Eigenanteil, rund 4 Millionen Euro.

Sommer wollte sich darüber im Moment aber keine Gedanken machen. "Das Kinderhaus ist gesetzt und es muss sein", unterstreicht der Bürgermeister den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. "Wir fangen jetzt auch nicht an, gebrauchte Holzbretter zu verwenden", hielt Sommer auf Anfrage nichts von übertriebenem Aktionismus, die Kosten niedrig zu halten. "Das Kinderhaus soll wirklich für die Kinder optimal und nachhaltig sein und soll mehrere Jahrzehnte Bestand haben."

Stadtbaumeister Siller sagte im Hinblick auf eine längere Bauzeit: "Deshalb haben wir ja auch die Übergangslösung ausgebaut." Und diese sei von der Ausstattung her so beschaffen, wie sie etwa in Städten nicht einmal als reguläre Lösung vorhanden sei. Dem stimmte Fabian Kaiser vom Johanniter-Regionalverband Ostbayern gerne zu. "Ich dachte mir auch schon: Das schaut eigentlich alles recht neu aus."

Die Planung war im August im Stadtrat präsentiert und die Baugenehmigung erteilt worden

Waldsassen

Baumfällung in Waldsassen sorgt für Ärger

Waldsassen
Erste Entwürfe des neuen Johanniter-Kinderhauses Waldwichtel am Zieglerrang in Waldsassen, im Bild die Ansicht von Süden.
Hintergrund:

Gesamtkosten bei rund 7 Millionen Euro

  • Die Gesamtkosten für den Bau des neuen Johanniter Kinderhauses Waldwichtel belaufen sich auf geschätzt rund 7 Millionen Euro – inklusive Planung und Ausstattung.
  • Der Eigenanteil der Stadt Waldsassen liegt bei rund 4 Millionen Euro.
  • 3 Millionen Euro sollen aus Fördertöpfen fließen.
  • Auch in den Genuss einer erhöhten Förderung will die Stadt Waldsassen laut Bürgermeister Bernd Sommer kommen. "Wir haben rechtzeitig einen Antrag gestellt, aber das Budget ist jetzt leer."

"Wir pflanzen für jeden gefällten Baum mindestens zwei neue."

Bürgermeister Bernd Sommer

"Wir sind waldnah, das passt zu uns."

Katja Bloßfeldt über den Namen "Waldwichtel"

 

 

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