04.05.2021 - 16:17 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mobilfunk in Waldsassen: Nur ein Mast löst das Problem nicht

Schon bei der Bewilligung des Förderantrags herrschte darüber im Rathaus eine Zeitlang Verwunderung. Jetzt war der Zuschuss des Freistaats Bayern für einen Mobilfunkmast noch einmal Thema im Stadtrat.

Zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Gemeindegebiet Waldsassen hat die Stadt einen Förderbescheid erhalten. Bürgermeister Bernd Sommer sieht aber beim Bau von neuen Mobilfunkmasten eher die Telekommunikationsunternehmen in der Pflicht.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Eine Förderung für einen Mobilfunkmast hatte die Stadt Waldsassen über ein speziell aufgelegtes Programm beantragt. Dass die finanzielle Hilfe – maximal 500.000 Euro – bewilligt worden war, wurde kürzlich bei der öffentlichen Sitzung des Stadtrats auf Nachfrage von SPD-Sprecherin Monika Gerl noch einmal kurz thematisiert.

"Das ist schon so lange her, dass wir es gar nicht mehr wussten", erklärte Bürgermeister Bernd Sommer im Hinblick auf den Zeitpunkt, als der Antrag für die Förderung gestellt wurde. Allerdings hinterfragte der Rathauschef auch, ob Kommunen sich mit dem Bau von Mobilfunkmasten zu befassen haben und stellte fest: "Das ist eigentlich nicht unsere Aufgabe."

Versorger in der Pflicht

"Wir bräuchten drei, vier oder sogar fünf Masten", sagte Sommer über den Bedarf, um eine flächendeckende Mobilfunkversorgung im Gemeindegebiet sicherstellen zu können. "Aber mit 500.000 Euro können wir gerade einen Mast bauen." Sommer sah hier die Mobilfunkversorger in der Pflicht.

"Ich schließe nicht aus, dass das ein Förderprogramm ist, das wir nicht in Anspruch nehmen werden."

Bürgermeister Bernd Sommer

Bürgermeister Bernd Sommer

"Wir haben den Förderbescheid zur Kenntnis genommen", erklärte Sommer und fügte hinzu: "Ich schließe nicht aus, dass das ein Förderprogramm ist, das wir nicht in Anspruch nehmen werden." Denn mit einem Mast sei das Problem nicht zu beheben, so der Bürgermeister mit dem Blick auf die sprichwörtlich "weißen Flecken", etwa im Bereich der Dörfer an der bayerisch-tschechischen Grenze.

Hoffen auf 5G-Technologie

Es könne nicht sein, dass Kommunen die Aufgaben der Telekommunikationsunternehmen erledigen müssten. Mittelfristig sah Sommer in der neuen 5G-Technologie eine Chance. "Dann braucht es den einen zusätzlichen Mast nicht mehr."

Verwunderung im Rathaus Waldsassen über die Förderzusage

Waldsassen

 

 

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