27.06.2021 - 09:49 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kunsthaus Waldsassen: Hans-Georg Schulze erhält Kunstpreis

Was lange währt, wird endlich gut: Künstler Hans-Georg Schulze hat den Kunstpreis des Kunsthauses Waldsassen bekommen. Im Kunsthaus-Schaufenster stellt das Multitalent der Bronzearbeiten einen kleinen Teil seiner Werke vor.

Mit viel Freude präsentiert Künstler Hans-Georg Schulze den Kunstpreis. Er ist der erste Preisträger der im vergangenen Jahr erstmals ausgelobten Auszeichnung.
von Ulla Britta BaumerProfil

Am 7. August wird Hans-Georg Schulze 90 Jahre alt. Der ehemalige Zahnarzt und Künstler aus der Kreisstadt Tirschenreuth kann nicht nur seinen runden Geburtstag in diesem Jahr gebührend feiern. Hans-Georg Schulze ist vor wenigen Tagen auch mit dem ersten Kunstpreis des Vereins Kunsthaus Waldsassen ausgezeichnet worden. Ein Multitalent, das ausgesprochen feine und kunstvolle Bronzeskulpturen zaubert. "Ich kann mein Glück gar nicht fassen, dass ich jetzt mit 90 Jahren der Preisträger geworden bin."

Kunstpreise sind in der Region äußerst rar geworden. Was auch einer der Gründe war, der den Verein motiviert hat, eine derartige Auszeichnung ins Leben zu rufen. "Dank" Corona ist Schulze wohl auch der einzige Empfänger eines Kunstpreises, der seine Auszeichnung gleich drei Mal bekommt. Der Preis selbst wurde bereits im vergangenen Jahr 2020 zum Ende der Gemeinschaftsausstellung des Kunsthauses Waldsassen vergeben. Eine gestrenge Jury aus Künstlern und Sachverständigen, darunter auch Bürgermeister Bernd Sommer, hat eine Auswahl an Künstlern anhand der Ausstellungsexponate bestimmt.

Erfolg mit „Zielgerichtet“

Schulze hat mit seinem Exponat mit dem Titel „Zielgerichtet“ die Jury überzeugen können. Dann kam Corona. Und wie überall wurde auch das Wirken des Kunstvereins komplett lahmgelegt. Zur Untätigkeit ließen sich die Mitglieder aber nicht verdonnern. Während die Kultur auf null heruntergefahren war und komplett brachlag, arbeiteten einige Künstler intensiv am Kunstpreis, der ja nicht nur mündlich an den Preisträger überreicht werden sollte. Entstanden ist eine Skulptur, gemacht von Künstlerhänden, die in Struktur und Materialmix den Grundelementen des Kunsthauses - Holz, Schiefer und Stein - entspricht. Vor wenigen Tagen konnte Hans-Georg Schulze der Preis nun offiziell überreicht werden. Zwar immer noch im kleinen Rahmen, aber die Überraschung ist gelungen. Während Schulze das Schaufenster des Kunsthauses mit seinen Exponaten bestückte - er ist der nächste Aussteller in der Serie - überreichte ihm Vorsitzender Wolfgang Horn den Preis.

Schulze hat nicht allein die Skulptur bekommen, die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 444 Euro dotiert. Und der Preis soll keine Eintagsfliege sein. Jedes Jahr wird nun ein neuer Preis vergeben - in Verbindung mit dem Preisgeld und einer Skulptur zur Erinnerung für den Preisträger. Letztere wird jährlich individuell neu gefertigt, so dass jede davon ein Unikat sein wird. Hans-Georg Schulze freute sich sehr über die Auszeichnung. Endlich hochoffiziell wird der Künstler in wenigen Wochen bei der ersten wieder möglichen Jahreshauptversammlung des Vereins im Beisein von Bürgermeister Bernd Sommer als Preisträger auch den Künstlerfreunden persönlich vorgestellt.

Geschickte Hände

Der bald 90-jährige Hans-Georg Schulze zeigt im Schaufenster des Kunsthauses Waldsassen (KuWa) ausgewählte Werke aus Bronze, die er in den zurückliegenden Jahren kreiert hat. Der in Elbing in Westpreußen geborene ehemalige Zahnarzt aus Tirschenreuth hat erst spät die Kunst für sich als Hobby entdeckt. Seither sind unter seinen geschickten Händen zahlreiche Skulpturen aus Keramik entstanden. Schulze begnügt sich aber nicht mit Keramik als Material allein. Er verfeinert seine Werke mit Bronze, die den meist filigranen Gegenständen und Figuren einen edlen Anstrich verleihen. Schulze hat sich bisher in seinen Arbeiten modernen Holzobjekten, zeitgenössischen Objekten, Keramik- und Bronzeskulpturen gewidmet.

Seine Motive haben Witz und zeichnen sich durch einen eigenwilligen Charakter aus. Oftmals erkennt der Betrachter in Schulzes figürlichen Darstellungen einen ausgesprochenen Feingeist bis hin zum humorig-kabarettistischen Ausdruck. Der Künstler hat seine Schaffenskraft bereits mehrmals in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen präsentiert. Er ist Mitglied im Kunstverein Tirschenreuth und im Verein Kunsthaus Waldsassen. Schulze hat mit seinem Werk "Zielgerichtet" den Kunstpreis gewonnen. Im KuWa-Schaufenster, das in den Abendstunden beleuchtet wird, sind unter anderem auch das Preisobjekt sowie der Kunstpreis selbst mit ausgestellt.

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"Ich kann mein Glück gar nicht fassen, dass ich jetzt mit 90 Jahren der Preisträger geworden bin."

Hans-Georg Schulze

 

 

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