16.07.2021 - 12:25 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kampfjet im Tiefflug über dem Landkreis Tirschenreuth

Es war furchtbar laut, nach einem Augenblick war es auch schon wieder vorbei: Ein Düsenjet war am Dienstag laut Beobachtungen in relativ geringer Höhe über der Region unterwegs. Eine Nachfrage von Oberpfalz-Medien bringt Klarheit.

Ein Tornado der Bundeswehr düste am Dienstag im Tiefflug über den Landkreis Tirschenreuth.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Mancher dachte am Dienstag gegen 14 Uhr zuerst an einen plötzlich auftretenden Gewitterdonner. Andere vermochten den ohrenbetäubenden Lärm nicht zu deuten. Beim Blick aus dem Fenster aber war klar: Das war ein Düsenflieger, und zwar ein ganz schneller.

"Geht jetzt der Krieg los?", fragte eine Frau aus Waldsassen, die das kurze, aber heftige Spektakel beobachtet hatte und bei ihrem Anruf in der Redaktion von einem "Starfighter" über Waldsassen berichtete. Fakt ist: Am Dienstag gegen 14 Uhr war aus nordöstlicher Richtung ein Kampfjet über Waldsassen gedüst. Die Route ging übers Schützenstraßen-Gebiet am Waldrand in Richtung Süden. "Der ist direkt auf unser Haus zugeflogen", berichtete ein Anwohner in Pleußen, dem der Überflug ebenfalls nicht entgangen war. Wenig später war das Fluggerät außer Sichtweite.

Schätzungen der Beobachter zur Flughöhe gingen weit auseinander. Doch zumindest war das Flugzeug so nah an der Erdoberfläche, dass Fachkundige erkannten: Es handelte sich um einen Jet des Typs Tornado, wie er auch bei der Bundeswehr im Einsatz ist.

188 Meter über Grund

Jetzt, nachdem der Höllenlärm längst verklungen war und sich die Rauchfahne hinter dem Jet sich längst verzogen hatte, brachte eine Nachfrage von Oberpfalz-Medien Klarheit darüber, was es mit dem Überflug auf sich hatte.

"Die Auswertung der Radardaten vom 13. Juli 2021 zeigt ein Kampfflugzeug der Bundeswehr vom Typ Tornado", bestätigt ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr die Beobachtungen vor Ort. Demnach flog das Luftfahrzeug um 13.57 Uhr Ortszeit "im Rahmen eines Routinetrainingsflugs über die Ortschaft Waldsassen". Die Flughöhe wird mit 618 Fuß über Grund angegeben, was etwa 188 Metern entspricht. Die Maschine startete in Manching und landete dort auch wieder.

Innerhalb genehmigter Höhenbänder

"Nach den uns vorliegenden Daten erfolgte der Einsatz im Rahmen der Tiefflugausbildung unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen", berichtet der Sprecher des Luftfahrtamtes weiter. Der Jet sei auch innerhalb der genehmigten Flughöhenbänder unterwegs gewesen. Die Erfüllung der Aufgaben der Luftstreitkräfte erfordere eine fundierte fliegerische Ausbildung und kontinuierliches Üben. Darauf könne nicht verzichtet werden, "mit Blick auf den Erhalt der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte und unter den gegebenen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen".

Große Teile der fliegerischen Ausbildung würden ressourcen- und umweltschonend unter Nutzung von Simulatoren durchgeführt. "Die Durchführung von Übungseinsätzen in einem realen Umfeld bleibt dennoch unumgänglich, um eine kontinuierliche Vorbereitung auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie auf internationale Einsätze zur Krisenbewältigung für die Streitkräfte sicherzustellen."

Keine bestimmten Strecken

Der Sprecher weist abschließend darauf hin, dass militärischer Flugbetrieb grundsätzlich überall in Deutschland zulässig sei. Tiefflüge am Tag seien auch nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden, um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen. "Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen. Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen."

Weitere Informationen zum militärischen Flugbetrieb sowie Ansprechstellen für Bürgerinnen und Bürger sind auf der Internetseite www.luftfahrtamt.bundeswehr.de bereitgestellt.

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"Nach den uns vorliegenden Daten erfolgte der Einsatz im Rahmen der Tiefflugausbildung unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen."

Ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr auf Anfrage

 

 

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