22.10.2020 - 15:34 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Jury auf Bewertungs-Tour durchs Kunsthaus Waldsassen

Wer soll den ersten Waldsassener Kunstpreis erhalten? Eine Jury ist zur Klärung dieser Frage durch das Kunsthaus Waldsassen gezogen. Wann das Geheimnis gelüftet wird, ist aber noch offen.

Die Mitglieder der Jury für den Kunstpreis 2020 nach getaner Arbeit im Kunsthaus Waldsassen: (von links) Bürgermeister Bernd Sommer, Maler Robin Seur, stellvertretender Vereinsvorsitzender Markus Braun, Vorsitzender Wolfgang Horn und Fotograf Jürgen Klein.
von Ulla Britta BaumerProfil

Sonntagmorgen im Kunsthaus Waldsassen: Fünf Männer bewegen sich durch die drei Stockwerke, alle mit Mund-Nase-Schutz und auf Abstand, die eine oder andere Schweißperle fließt. Eingehend betrachten sie die Werke der aktuellen Gemeinschaftsausstellung des Vereins Kunsthaus Waldsassen. Manche Skulptur muss dafür, wenn auch ansonsten nicht erlaubt, angefasst oder kurz umgedreht werden. Bei so mancher Malerei wandern die Augen immer näher zu einem Detail. Bei dem Quintett handelt es sich um eine Jury - und ihre Aufgabe besteht darin, zu ermitteln, wer den ersten Waldsassener Kunstpreis erhalten soll.

Ende September verkündete der Verein Kunsthaus Waldsassen, dass es einen neuen Preis geben würde

Waldsassen

Die Jurymitglieder, Vereinsvorsitzender Wolfgang Horn, sein Stellvertreter Markus Braun, Bürgermeister Bernd Sommer sowie die Künstler Robin Seur und Jürgen Klein, arbeiten sich akribisch von "unten nach oben". Bei der Fülle und Unterschiedlichkeit der Exponate muss eine Vorauswahl getroffen werden. Maler Robin Seur ist der Sachverständige in der Jury und hilft bei fachspezifischen Fragen weiter. "Es ist sehr schwer, aus unterschiedlichen Kunstrichtungen einen Favoriten zu finden", stellt der Profi-Künstler fest.

Ist die Vorauswahl getroffen, soll jeder Anwesende anonym einen Bewertungsbogen befüllen. 400 Punkte sind zu vergeben, unter anderem werden Ausdruckskraft, Kreativität und Innovation bewertet. Für Bürgermeister Bernd Sommer, der, wie er erzählt, schon einmal in einer Jury für Architektur mitgewirkt hat, ist die Bewertung von Kunst eine schöne, aber anspruchsvolle Aufgabe. Er habe sich bereits bei der Ausstellungseröffnung gemeinsam mit den Künstlern über deren Werke auseinandergesetzt, sagt er. "Das hat mir heute geholfen, weil ich die unterschiedlichen Beweggründe für die Arbeiten kenne."

Langwieriger Prozess

Der langwierige Prozess lässt es still werden in den drei Stockwerken. Nun ist jedes Jurymitglied auf sich allein gestellt bei der persönlichen Entscheidungsfindung. Gegen Mittag sammelt Wolfgang Horn die Bögen ein, gemeinsam werden die Punkte ausgezählt. Eine unspektakuläre Rechenaufgabe ergibt ein für alle spektakuläres wie erfreuliches Ergebnis: Der erste Preisträger des Kunstpreises steht fest. Wie er heißt, welches seiner Werke den Sieg brachte und wie hoch der Preis ist, verrät die Jury allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Für die Bekanntgabe seien weitere Vorbereitungen erforderlich, lautet die Begründung der Jury, die um Geduld bittet. So viel darf aber verraten werden: Der Preisträger widmet sich seit vielen Jahrzehnten seiner Leidenschaft, die er in jeder Hinsicht qualitativ hochwertig und äußerst kreativ ausführt.

Keine Feier möglich

Geduld ist auch deshalb gefragt, weil die steigenden Corona-Zahlen derzeit keine Feier mehr zulassen. "Wir wünschen uns natürlich eine schöne Preisverleihung mit Laudatio", erklärt Horn. Zudem sei es ja eine Premiere für den Verein. Man müsse nun die weitere Pandemie-Entwicklung abwarten.

Es gibt jedenfalls noch viel zu tun für den Verein: Denn das Design des Preises und sein exakter Name sind noch in Arbeit. Was bereits sicher ist: "Oskar von Waldsassen" oder "Klosterstädter Bambi" wird der Preis nicht heißen. Es solle eine künstlerische Würdigung werden, die die regionale Kunst in all ihren Facetten zum Ausdruck bringt. Wieder keine leichte Aufgabe für die Macher des ersten Waldsassener Kunstpreises.

Mit Maske und stets mit Sicherheitsabstand bewegten sich die Jurymitglieder Stück für Stück durch die Etagen des Kunsthauses, um die Werke von 25 Künstlern zu bewerten.
Bürgermeister Bernd Sommer suchte sich als Unterlage für das Ausfüllen des Bewertungsbogens einen starken Balken.
Maler Robin Seur fungierte bei der Bewertungs-Tour als Sachverständiger bei Fragen aller Art.
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