21.10.2020 - 13:01 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Hohe Nachfrage nach Baugrund in Waldsassen

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Unverändert groß ist der Bedarf an Baugrundstücken in Waldsassen. Neue Parzellen werden derzeit erschlossen. Es könnten aber noch viele mehr sein, meint Bürgermeister Bernd Sommer und gibt Einblicke in die Planungen der Stadt.

Auf dem Gelände zwischen Pencoedring und der verlängerten Abt-Albert-Hausner-Straße entstehen acht weitere Baugrundstücke.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Wir sind eine flächenbewusste Kommune", erinnert Bürgermeister Bernd Sommer bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien zum Thema Bauland an die Auszeichnung für die Stadt Waldsassen durch das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz vor einem Jahr. Weil die Klosterstadt diesem Gütesiegel gerecht werden wolle und nicht mehr als nötig Flächen verbrauchen möchte, sollen Potenziale innerhalb des Stadtgebiets genutzt werden. "Wir wären dazu schon in der Lage", sagt der Bürgermeister und meint damit die Ausweisung eines riesigen Baugebiets in Stadtrandlage. Damit ließe sich der Bedarf locker decken. Dies aber sei in der heutigen Zeit nicht mehr praktikabel.

Der Blick von oben

Beim Betrachten einer aktuellen Luftaufnahme des Stadtgebiets wird nach den Worten von Sommer sehr schnell deutlich, wo noch Flächen geschaffen werden könnten. Sommer nennt das Beispiel Muttonestraße: Dort werden zurzeit, nach dem Verkauf des Areals durch einen privaten Eigentümer, Bauparzellen erschlossen. Auch auf dem Gelände zwischen Pencoedring und der verlängerten Abt-Albert-Hausner-Straße werden nächstes Jahr weitere acht Parzellen Bauland entstehen. "Wir hätten das gerne noch größer gemacht", sagt der Bürgermeister über die Erweiterung. Denn ginge es nach den Verantwortlichen in der Verwaltung und im Stadtrat, so könnten dort noch viel mehr Baugrundstücke entstehen. "Aber das hängt natürlich immer auch von der Bereitschaft der Besitzer ab, diese Flächen abzugeben."

Noch keine Vermarktung

Als Bauland erschlossen wird das als "Beitler-Grundstück" bekannte Gelände am Stationsweg. Zwölf Parzellen entstehen dort, vier davon liegen an der laut Sommer "eventuell irgendwann doch noch kommenden neuen Straße" und gehen deshalb zunächst nicht in die Vermarktung.

Sommer ist überzeugt, dass künftig auch das Wohnen in der Nähe der geplanten Bundesstraße kein Problem wäre. Aber Beschwerden von Leuten, die dort dann schon gebaut haben, seien dennoch nicht auszuschließen. "Bevor wir uns dort Ärger bereiten, heben wir uns die Grundstücke auf." Wenn diese Straße irgendwann einmal fertig sein sollte, würden sie aber auf den Markt kommen, so Sommer über vier größere Parzellen beim Gelände des Reit- und Fahrvereins. Interessenten könnten sich dann hinstellen und sagen: ",Passt doch!' oder ,Gefällt mir nicht'."

Positive Grundstimmung

Bernd Sommer will zusammen mit dem Stadtrat über das Flächenrecycling noch etwas voran bringen. "Wir haben noch etliches an Arrondierung vor." Dazu gehört auch die Vermittlung von einzelnen Flächen im Stadtgebiet, die etwa als Gärten genutzt werden und zunächst gar nicht wie Bauland aussehen. "Die Nachfrage ist hoch", erklärt Sommer über die Notwendigkeit, Bauland auszuweisen.

Das ist genau das, was wir wollten.

Bürgermeister Bernd Sommer über die hohe Nachfrage nach Baugrund durch ansiedlungswillige junge Leute

Mit der aktuellen Entwicklung sieht sich Sommer in seiner bisherigen Richtung bestätigt. "Das ist genau das, was wir wollten." Mit einer positiven Grundstimmung in Waldsassen und mit den entsprechenden Rahmenbedingungen etwa im Hinblick auf Arbeitsplätze kämen auch junge Leute von auswärts. "Die brauchen dann einen Bauplatz", so Sommer. Dafür sei dann aber auch die Bereitschaft nötig, einmal einen Hektar Grund herzugeben. "Wir brauchen ja gar nicht so viel", versichert Sommer einen sparsamen Flächenverbrauch. Fünf bis zehn Grundstücke seien in etwa pro Jahr in Waldsassen nötig. Vielfach könne Bauland ohne großen technischen Aufwand geschaffen werden. Denn in verschiedenen Bereichen seien etwa Wasser- und Kanalleitungen schon vorhanden.

Die Stadt Waldsassen steckt derzeit auch in den Planungen für den dritten Kindergarten

Waldsassen
Auf dem Gelände zwischen Pencoedring und der verlängerten Abt-Albert-Hausner-Straße entstehen acht weitere Baugrundstücke.
Die weißen Markierungspfosten deuten auf die Parzellierung auf dem Gelände hin.
Hintergrund:

Stadt bei Grundstücksverkäufen ein fairer Partner

Bürgermeister Bernd Sommer hat Verständnis für Grundstückseigentümer, wenn sie keinen Grund hergeben wollen und sich auch nicht auf einen Tausch einlassen wollen. "Das muss ich akzeptieren", sagt Sommer. "Aber für die Stadtentwicklung ist es nicht ganz einfach." Deshalb appelliert Sommer an die Verantwortung von Grundstücksbesitzern, die über Flächen verfügen und diese nicht hergeben wollen. "Wir sagen immer, wir müssen die jungen Leute halten und für sie etwas tun." Grundstückseigentümer, deren Flächen Bauland werden könnten, hätten dazu den Schlüssel in der Hand. "Aber sie lassen uns den Schlüssel nicht umdrehen." Manchmal, so der Rathauschef, wäre ein kleiner Sprung über persönliche Hürden nicht schlecht. Die Stadt Waldsassen sei ein fairer Partner bei Grundstücksverkäufen, wie Sommer versichert: "Wir zahlen pünktlich und wir zahlen faire Preise."

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