13.03.2020 - 11:22 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Großes Interesse an der Mitarbeit bei der Sicherheitswacht

Eine erfreuliche Resonanz verzeichnete Inspektionsleiter Roland Heldwein beim Informationsabend. Zum Treffen im Polizeidienstgebäude in Waldsassen waren zehn Frauen und Männer gekommen, die künftig die Beamten unterstützen wollen.

Zehn interessierte Frauen und Männer kamen zum Informationsabend bei der Polizeiinspektion Waldsassen und informierten sich bei deren Leiter Erstem Polizeihauptkommissar Roland Heldwein (rechts), seinem Stellvertreter Polizeihauptkommissar Georg Ziegler (links) und dem direkten Ansprechpartner für die Sicherheitswacht Polizeihauptmeister Christian Lenz (hinten rechts).
von hmrProfil

Trotz Coronavirus hatten sich die Besucher die Zeit genommen, um sich über die Ausbildung und die Tätigkeit der Sicherheitswacht ausführlich informieren zu lassen. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Georg Ziegler, und dem ersten Ansprechpartner bei der Polizeiinspektion Waldsassen, Polizeihauptmeister Christian Lenz, hieß der Leiter der Polizeiinspektion Waldsassen, Erster Polizeihauptkommissar Roland Heldwein, zwei Frauen und acht Männer im Besprechungsraum willkommen.

Nach einem kurzen Imagefilm über die Sicherheitswacht erläuterte Heldwein die Aufgaben der Sicherheitswacht. "Grundsätzlich soll die Sicherheitswacht an den Orten eingesetzt werden, an denen es sich die Bevölkerung wünscht", so der PI-Leiter.

Sichtbare Präsenz

Mit ihrer sichtbaren Präsenz stärke sie das Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen und ergänze die Arbeit der Polizei in wertvoller Weise. Sie unterstütze die Polizei und leiste etwa Mithilfe bei Fahndungen. Sie sei Ansprechpartner für schutzbedürftige Personen wie etwa Kinder und Senioren und erteile Auskünfte an hilfesuchende Bürgerinnen und Bürger. Sie arbeite präventiv und verhindere durch ihre Anwesenheit Störungen. Dabei wirke sie beispielsweise gegen Vandalismus und Straßenkriminalität.

Schon dass die Angehörigen der Sicherheitswacht als solche wahrgenommen werden, verbessere Sicherheitslage und Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Bei verdächtigen Vorkommnissen informiere die Sicherheitswacht über das Digitalfunkgerät die Polizei. Selbst eingreifen werde sie nur im Ausnahmefall, zum Beispiel, wenn dies zur Hilfe für Bürger dringend geboten sei.

Die Sicherheitswacht soll in Gebieten präsent sein, für die sich die Bürger selbst mehr Präsenz wünschen, etwa in größeren Wohnsiedlungen, in öffentlichen Parks und Anlagen, in der Umgebung von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, im Umfeld von Gebäuden oder Einrichtungen, an denen es immer wieder zu mutwilligen Zerstörungen oder Schmierereien kommt oder im Umfeld von Asylbewerber-Unterkünften. Die Angehörigen der Sicherheitswacht werden einer Polizeidienststelle zugeteilt. Polizeibeamte entscheiden nach der aktuellen Sicherheitslage, wo und wann die Sicherheitswacht auf Streife geht. "Die Verkehrsüberwachung gehört nicht zu den Aufgaben", betonte Heldwein ausdrücklich.

Die Rechte der Sicherheitswacht

Das Einsatzgebiet der Sicherheitswacht bei der Polizeiinspektion erstreckt sich über den gesamten Inspektionsbereich, wobei der Schwerpunkt in Mitterteich und Waldsassen liegt. Die übrigen Gemeindegebiete werden gelegentlich oder anlassbezogen bestreift. Seit Einführung im Oktober 2019 wurden auch das Kartoffelfest in Neualbenreuth, Weihnachtsmärkte oder der Faschingszug in Mitterteich von der Sicherheitswacht betreut. Die Sicherheitswacht hat zunächst die gleichen Rechte wie jeder andere Bürger. Sie darf einen auf frischer Tat angetroffenen Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei festhalten und hat das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Darüber hinaus dürfen Angehörige der Sicherheitswacht Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, wenn dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist. Außerdem können sie einen Platzverweis erteilen - eine Person anweisen, sich zu entfernen.

Angehörige der Sicherheitswacht tragen ein blaues Pique-Kurzarmhemd sowie eine blaue Einsatzjacke und zusätzlich eine Warnweste, jeweils mit dem Schriftzug "Sicherheitswacht". Sie müssen sich auf Verlangen ausweisen und haben dazu einen Dienstausweis. Zur Ausrüstung gehört neben dem Reizstoffsprühgerät auch ein Digitalfunkgerät, mit dem Kontakt zur Einsatzzentrale aufgenommen werden kann. Die vier Mitglieder der Sicherheitswacht sind von den Beamten der Inspektion selbst ausgebildet worden; nun soll die Personalstärke auf zehn erhöht werden. Dazu wird gemeinsam mit den Polizeiinspektionen Weiden und Neustadt/WN am 21. März eine neue Ausbildungsreihe begonnen.

Die PI Weiden verfügt seit 1994 über eine Sicherheitswacht und will daher rechtzeitig Nachwuchs generieren. Durch die gemeinsame Ausbildung unter anderem in Rechtskunde, Funkwesen, Erster Hilfe und Selbstverteidigung können Erfahrungen einfließen und die Belastung für die Inspektionen verteilt werden. Ein Teil der Unterweisung befasst sich mit den jeweils örtlichen Besonderheiten und wird in den Inspektionen durchgeführt.

Kein Risiko

In der Diskussion beantwortete Polizeiinspektionsleiter Roland Heldwein mit seinen Beamten noch Fragen zum Ausbildungsablauf und zum Verhalten in Problemsituationen. Dienstbeginn und -ende seien jeweils an der Polizeiinspektion Waldsassen. Die Dienstplanung erfolge einmal monatlich für den darauffolgenden Monat, wobei jederzeit Änderungswünsche oder -notwendigkeiten berücksichtigt würden.

Jeweils einmal jährlich gebe es ein Treffen auf freiwilliger Basis für alle Angehörigen der Sicherheitswacht auf Präsidiumsebene und auch bayernweit. Dort gebe es einen Erfahrungsaustausch, außerdem würden dabei auch interessante Themen wie etwa Einbruchsicherheit vermittelt. Besonders wichtig war es den Polizeibeamten, dass die Sicherheitswacht kein Risiko eingehen und sich bei etwaigen körperlichen Angriffen zurückziehen soll. Von Vorteil sei auch, dass die Sicherheitswacht immer zu zweit unterwegs sei und somit eine Kontaktaufnahme mit Einsatzkräften über Funk jederzeit möglich sein sollte.

Die Tätigkeit sei mit keinem Arbeitsvertrag verbunden und könne von beiden Seiten jederzeit problemlos beendet werden. Wie es hieß, wird nach der Bewertung der von den Bewerbern auszufüllenden Fragebogen und noch durchzuführenden Bewerbungsgesprächen in den kommenden Tagen über die Auswahl der sechs zu besetzenden Stellen entschieden.

Hintergrund:

Im Dienst bisher keine gefährlichen Situationen

Bereits seit fünf Monaten bei der Sicherheitswacht tätig ist Jörg Langbein. Er berichtete bei dem Informationsabend kurz von seinen bisherigen Erfahrungen und bestätigte dabei, dass die Absprache der Dienstzeiten gut funktioniere. Auf die individuellen Gegebenheiten und Wünsche im Hinblick auf den eigentlichen Beruf und die Familie bzw. Freizeitgestaltung werde immer Rücksicht genommen. Die Dienstdauer betrage je nach Lage und Wetter durchschnittlich drei Stunden und sei im Normalfall spätestens gegen 22 Uhr beendet. Gefährliche Situationen habe es bisher nicht gegeben. Auch die Ausbildung sei für ihn trotz vorheriger Bedenken wegen des Alters kein Problem gewesen.

Bürger mit Verantwortungsbereitschaft und Zivilcourage sind bei der Sicherheitswacht willkommen. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens 18 und höchstens 62 Jahre alt, gesundheitlich den Anforderungen des Außendienstes gewachsen sein, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung durch Zeugnis nachweisen, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft bewiesen haben und für diese Aufgabe im Durchschnitt mindestens fünf bis maximal 25 Stunden monatlich zur Verfügung stehen können. Nach bestandenem Eignungstest werden sie in 40 Unterrichtseinheiten auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

Die Ausbildung wird mit einem Prüfungsgespräch abgeschlossen. Für ihre Dienste erhalten Mitglieder der Sicherheitswacht eine grundsätzlich steuerfreie Aufwandsentschädigung von acht Euro in der Stunde. Während der Tätigkeit besteht Dienstunfallschutz.

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