26.09.2020 - 16:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Festschrift zum Jubiläum in der Abtei Waldsassen

Am 3. Oktober jährt sich die Weihe von Sr. M. Laetitia Fech zur vierten Äbtissin der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen zum 25. Mal. Eine Woche zuvor prägte der bevorstehende Festtag auch das Jahrestreffen des Vereins der Klosterfreunde.

Das erste Exemplar des neuen Buches, das als eine Art Festschrift zum 25. Jahrestag der Weihe von Sr. M. Laetitia zur Äbtissin erschienen ist, überreichte Klosterfreunde-Vorsitzende Monika Hohlmeier an die Chefin des Klosters. Rechts Bürgermeister und Zweiter Förderkreis-Vorsitzender Bernd Sommer.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Vorsitzende Monika Hohlmeier stellte in der Kloster-Aula die "Festschrift" zum Jahrestag vor - das Buch "Die Zisterzienserinnen in Waldsassen - Die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft“. Bei der Feier am Freitag mit dabei war auch Herausgeber Dr. Peter Pfister.

Erschienen ist der Band im Verlag Schnell & Steiner und er ist ab sofort im Handel erhältlich für 24,95 € (ab Januar 29,95 €), unter anderem auch im Klosterladen. Der Förderverein hatte den Festband initiiert und die Umsetzung bewerkstelligt.

In ihrer launigen Ansprache erinnerte Monika Hohlmeier an die Zeit vor 25 Jahren: "Ich wusste damals noch nicht, was uns alles bevorsteht", so die damalige Staatssekretärin im Kultusministerium nach dem ersten Kennenlernen und einem Besuch in Waldsassen. Sie fügte hinzu: "Und die Schwestern wussten es auch nicht."

Die Vorsitzende erinnerte daran, als die Basis der Statik nicht mehr vorhanden und die Außenfassade des Klosters mit mächtigen Baumpfählen abgestützt war, damit sie sich nicht weiter nach außen neigt. "Das Haus wäre auseinandergebrochen." Damals sei der Vorstand zusammengesessen und habe in Anbetracht der anstehenden Sanierung überlegt: "Wo kriegen wir das Geld her?"

"Ich bin überwältigt von der Leistung der Waldsassener." Die Förderkreis-Vorsitzende bescheinigte der Äbtissin eine "unglaubliche Mutleistung". Nach anfänglichen Meinungsverschiedenheiten habe auch das Landesamt für Denkmalpflege mitgezogen, sagte Hohlmeier und entschuldigte sich bei der Gelegenheit dafür, dass sie die Behörde "geärgert und erschreckt" habe.

Dank an Zuschussgeber

Äbtissin Laetitia Fech ist nach den Worten von Monika Hohlmeier in ein Abenteuer gestartet und hat die einzelnen Projekte Schritt für Schritt erfolgreich zu Ende gebracht. Dabei unterstrich die Vorsitzende die Bedeutung der Stadt Waldsassen an der Seite des Klosters, nannte zuerst den viel zu früh verstorbenen Bürgermeister Herbert Hahn und als Nachfolger im Amt Bernd Sommer. Anerkennung galt den Zuschussgebern, unter anderem dem Bezirk Oberpfalz. "Wenn jemand sechs Bauabschnitte hat, dann nimmt die Begeisterung mit jedem Bauabschnitt ab", würdigte Hohlmeier das Durchhaltevermögen der Fördergeber.

Anerkennung galt den Zuschussgebern, unter anderem den Bezirk Oberpfalz. "Wenn jemand sechs Bauabschnitte hat, dann nimmt die Begeisterung mit jedem Bauabschnitt ab", würdigte Hohlmeier das Durchhaltevermögen der Fördergeber.

Wir zwei Trotzköpfe passen gut zusammen.

Monika Hohlmeier über sich und über Äbtissin Laetitia Fech

Mit den Veränderungen im Kloster in den vergangenen 25 Jahren sei für die Stadt Waldsassen ein Zentrum für die Menschen, für die Umwelt geschaffen worden und ein Ort der Stille, des Feierns, der Freude. "Wir zwei Trotzköpfe passen gut zusammen", sagte Hohlmeier über die Äbtissin und über sich, die den Freundeskreis nun ebenfalls seit 25 Jahren leitet.

Kostspieliger Erhaltungsaufwand

Die Klosterfreunde-Vorsitzende ermutigte dabei die Mitglieder und Förderer, auch künftig mit der Unterstützung nicht nachzulassen. "Wenn Sie hinten fertig sind, können Sie vorne wieder anfangen", so die Politikerin über den ständigen und vor allem kostspieligen Erhaltungsaufwand.

An die Äbtissin überreichte die Klosterfreunde-Vorsitzende das erste Exemplar des neuen Werks über die, wie es heißt, "vierte Neugründung des Klosters". Dabei unterstrich Monika Hohlmeier die "unglaubliche Hilfsbereitschaft" bei der Entstehung. "Viele Autoren waren bereit, mit dabei zu sein." Ein besonderes Gedenken galt Heimatpfleger Robert Treml. Er hatte seinen Beitrag drei Tage vor seinem Tod Anfang April abgegeben.

Freundschaft und Verbundenheit

"Mit großer Freude danke ich und darf auf 25 Jahre zurückblicken als vierte Äbtissin", so Sr. M. Laetitia Fech. Das vorliegende Buch sei für sie eine große Freude. Die Klosterchefin dankte Monika Hohlmeier für die 25 Jahre Freundschaft und Verbundenheit, "die sich vertieft hat und die ich nicht mehr missen möchte".

Das neue Buch über die Zisterzienserinnen in Waldsassen ist nach den Worten der Äbtissin das Ergebnis eines erfolgreichen Zusammenwirkens einer größeren Zahl von wohlmeinenden Persönlichkeiten aus dem klösterlichen Umfeld. Ein besonderer Dank galt dem Autorenteam und allen weiteren Beteiligten. Namentlich stellte die Äbtissin die Verdienste von Dr. Peter Pfister heraus.

Langjähriger Kontakt

Die Äbtissin hatte den früheren Archiv- und Bibliotheksdirektor der Erzdiözese München-Freising um die Übernahme der Abschlussarbeiten gebeten und ihn für die weitere Betreuung der Festschrift gewonnen. "Wir kennen uns schon längere Zeit, schon bevor ich Äbtissin wurde", verwies die Zisterzienserin auf den langjährigen Kontakt.

"Ohne Ihre reiche Erfahrung hätten wir unter den schwierigen Ausgangsumständen in dieser kurzen Zeit ein solches Werk niemals schultern können." Damit gemeint war die Anfangsphase, als das Konzept für das Buch nochmals komplett umgekrempelt worden war. Dr. Pfister, so die Äbtissin, sehe sich in seiner Bescheidenheit bei dem Buchprojekt als "Person in der zweiten Reihe". Dem Herausgeber und, wie es hieß, "ersten Mann in der zweiten Reihe" überreichte die Äbtissin ein Buchexemplar. "Es ist ein gelungenes Werk."

Bei der Klosterfreunde-Versammlung vor einem Jahr war das Buchprojekt ebenfalls ein Thema

Waldsassen
Eines der ersten Exemplare des neuen Buches über das Wirken der Zisterzienserinnen in Waldsassen in den vergangenen 25 Jahren überreichte Äbtissin Laetita Fech an Herausgeber Dr. Peter Pfister.
Nach dem offiziellen Teil musste Äbtissin Laetitia Fech viele der neuen Bücher signieren, darunter auch das von Bürgermeister Bernd Sommer.
Im Blickpunkt:

Täglich neue Kraft aus ständig fließendem Wasser

Äbtissin Laetitia Fech ging in ihre Ansprache auch auf den Titel des Buches ein. Ihr Wahlspruch - "Die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft" – gebe auch die Richtung des Werks vor. Dabei kam die Ordensfrau auf den von den italienischen Klosterfreunden in Verona gestifteten Brunnen im Klosterhof zu sprechen. "Das ständig fließende Wasser lässt mich täglich neue Kraft schöpfen." Wasser als Zeichen des Lebens sei auch im Motiv auf der Rückseite des Buches dokumentiert - mit der Muttonebrücke. "Sie verbindet nicht nur weltliches und zisterziensisches Leben, sondern lässt auch Brücken bauen in die heutige säkularisierte Welt hinein." Wasser, Brunnen, Brücke – dies alles seien zentrale Signale im Stiftland. Dabei verwies Äbtissin Laetitia darauf, dass es in der als "Land der 1000 Teiche" bezeichneten Region 4800 Gewässer gibt. Wasser sei Quelle des Lebens und schließe den Kreis zu Jesus Christus, "dem Schöpfer unseres Lebens und Erhalter unserer Umwelt".

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