25.10.2020 - 10:10 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Vom Boden hinauf Richtung Himmelreich

Ein großer Wunsch von Äbtissin Laetitia ist mit der Segnung des Brunnens und der Außenanlagen beim Haus St. Gertrud in Erfüllung gegangen.

Freude über die Brunnensegnung: Im Bild in der vorderen Reihe der Konvent des Klosters mit Äbtissin Laetitia (Bildmitte) und Direktor Michael Eibl von der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg.
von hmrProfil

Wieder einmal zeigte sich der offenbar gute Draht der Äbtissin zum Himmel. So konnte die kleine Feier im Beisein der Künstler und einiger Ehrengäste sowie des Konvents bei trockenem Wetter stattfinden. Äbtissin Laetitia Fech freute sich über den Besuch von Dekan Dr. Thomas Vogl und Bürgermeister Bernd Sommer sowie Direktor Michael Eibl von der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg, die als Betreiber und Träger der Wohngemeinschaft im Haus St. Gertrud verantwortlich zeichnet. Gekommen waren auch der Steinmetzkünstler Karl Fröhlich aus Flossenbürg, der den Steinsockel geschaffen hat, und Rainer Schmitt in seiner Eigenschaft als Inhaber der Waldsassener Firma Lamberts und des Glasstudios Derix aus Taunusstein sowie dessen Künstler Schulz und Maurer. Das aufgesetzte Kreuz aus Glas der Waldsassener Firma Lamberts wurde von Rahmi Schulz aufwendig bearbeitet und die Glastafeln auf beiden Seiten farblich gestaltet. Musikalisch umrahmt wurde die Segnungsfeier von einem Harfentrio mit Schwester Sophia Schlembach sowie Sandra Lang und Isabella Buchwald aus Neustadt an der Waldnaab.

Kunst am Bau

Direktor Michael Eibl erwähnte in seinen einführenden Worten, dass der Bau des Brunnens im August 2019 eigentlich auf der Kippe stand. Schließlich sei es durch Nutzung weiterer Fördermöglichkeiten doch gelungen, die Anlage als Kunst am Bau zu finanzieren. „Den Entwurf für den Brunnen hat ein Klosterbruder gezeichnet und die Kosten gingen nicht zulasten der Katholischen Jugendfürsorge und damit der Heimbewohner“, betonte der Direktor. Als Basis habe man das Klosterlogo mit den konzentrischen Kreisen genommen und darauf ein Glaskreuz gesetzt, aus dessen Mitte am Übergang vom Steinsockel Wasser sprudelt und kaskadenförmig abfließt. Eibl sah den Brunnen als Zeichen der Freundschaft zwischen Kloster und Katholischer Jugendfürsorge, die schon seit zwölf Jahren zusammenarbeiteten. „Die barrierefrei zugängliche Anlage soll ein Platz des Wohlfühlens und der Begegnung für das Kloster und die Heimbewohner, aber auch für die breite Öffentlichkeit sein und zum Treffpunkt werden“, so der Sprecher. Er hoffte auf ein großes Brunnenfest nach der Corona-Pandemie.

Nach einer einleitenden Erzählung zum Thema Wasser durch Schwester M. Raphaela und einem Brunnengebet von Schwester M. Sophia führte Äbtissin Laetitia mit der Lesung vom Jakobsbrunnen über zur Segnung der Anlage durch Dekan Thomas Vogl. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied sprach Schwester M. Agnes die Fürbitten. „Das Wasser ist das Lebenssymbol an sich“, betonte Pfarrer Vogl und spendete abschließend den Segen für die Anwesenden.

Steinmetzkünstler Karl Fröhlich bedankte sich bei Schwester Sophia für die gute Unterstützung während der Bauphase und wünschte, „dass der Brunnen das wird, was Sie sich vorstellen“. Rainer Schmitt erläuterte aus seiner Sicht die Aussagekraft des Brunnens. „Man kann die Form des Brunnens als Kreuz sehen, aber auch als aufgeschlagenes Buch.“ Er ergänzte: „Die Stele führt vom Boden hinauf Richtung Himmelreich.“ Er erinnere sich gerne an die Gläserauswahl, die bei strahlender Abendsonne erfolgt sei und dadurch besonders eindrucksvoll war.

Einladung zum Meditieren

In seinen Erklärungen zum Brunnen hob der Glaskünstler Rahmi Schulz besonders den himmlischen Gedanken seines Werkes hervor. „Meine Arbeit der farbigen Stele darf zum Entdecken, Meditieren und Reisen anregen. Ob morgens, mittags, abends oder in der Nacht – die Lichteinflüsse lassen das Objekt in Farbigkeit, Struktur und Gestalt leben.“ Nach den Vorstellungen des Künstlers zeigen die in Gold gestalteten Streifen die Menschen und alle anderen Lebewesen im vollen Glanz, mal mit durchgehenden oder unterbrochenen Stationen im Leben, mal mit Irritationen und strukturellen Stellen, die uns das Leben mitgibt. „Die Linien symbolisieren das Leben in Natur und menschlicher Gestalt, kreuzend und stets in Verbundenheit mit Freude“, so Schulz.

In die unteren beiden Ringe des Steinsockels ist eine Inschrift mit lateinischem Wortlaut eingearbeitet, was übersetzt so viel heißt wie: „Für Maria Laetitia Fech zur Vollendung von 25 Amtsjahren des Dienstes als Äbtissin von Waldsassen geführt von der Kraft des Heiligen Geistes.“ Die Namensfindung für den Brunnen ist noch nicht abgeschlossen. Glaskünstler Rahmi Schulz könnte sich die Bezeichnung "Himmelsbrunnen" gut vorstellen.

Hier der Bericht zur Segnung der Räume im Haus St. Gertrud

Waldsassen
Pfarrer Dr. Thomas Vogl bei der Segnung des Brunnens und der Außenanlagen. Im Hintergrund das Harfentrio mit (von links) Isabella Buchwald, Sandra Lang und Schwester Sophia Schlembach.
Der Steinsockel des Brunnens mit der lateinischen Inschrift.
Die farbenprächtige Glasstele kommt besonders bei Sonneneinstrahlung zur Geltung.
Nach Ende des offiziellen Teils lieferten sich Bürgermeister Bernd Sommer und Äbtissin Laetitia ein kleines Rennen mit Papierschiffchen auf dem Wasserlauf entlang des Hauses St. Gertrud. „Wie immer war die Äbtissin schneller“, haderte Bernd Sommer lächelnd. Allerdings war die Strecke des Bürgermeisters auch etwas länger.
Musikalisch umrahmt wurde die Brunnensegnung durch ein Harfentrio mit (von links) Isabella Buchwald, Sandra Lang und Schwester Sophia Schlembach.
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