16.09.2019 - 15:47 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Besondere Gäste beim Jubiläum

Vor 50 Jahren wurde die Waldsassener Pfarrkirche zur Päpstlichen Basilika erhoben. Bei der Jubiläumsfeier am Sonntag waren zahlreiche Gläubige gekommen, um bei diesem besonderen Event dabei zu sein. Darunter auch spezielle Gäste.

Pater Maru (rechts) kommt ursprünglich aus Äthiopien. Er und seine Familie von links, Mariyam, Musi und Mulu sind regelmässige Gottesdienstbesucher in der Basilika. Die Jubiläumsfeier ließen sie sich natürlich nicht entgehen.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Um Mitgliederschwund, Priestermangel und schrumpfenden Finanzen Paroli zu bieten, müssten die gleichgesinnten Kirchen und Nachbarpfarreien in der Zukunft viel näher zusammenrücken. Das sagte beim Festgottesdienst

Waldsassen

am Sonntag Generalvikar Prälat Michael Fuchs aus Regensburg.

Wie so etwas aussehen könnte belegte er bei der Messe gleich mit einem lebenden Beispiel. Der koptische Priester Maru aus Äthiopien weilte unter den Gottesdienstbesuchern. Ihn bat Prälat Fuchs bei der Wandlung mit hinter den Altar. Maru ist kein Unbekannter in Waldsassen. Seine Familie lebt in der Klosterstadt, er selbst wirkt in Rom. Wenn es seine Zeit erlaubt, ist er bei seiner Familie, mit der er dann an der Sonntagsmesse in der Basilika teilnimmt.

Musikalisch machten der Chor und das Orchester der Basilika die Jubiläumsfeier zum Genuss für die Ohren. Die Cäcilienmesse für Soli, Chor und Orchester von Charles Gounod unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter kam dabei zu Gehör. Als Solisten waren zu hören Gisela Malzer (Sopran), Otmar Andritzky (Tenor) und Anselm Richter (Bass). Ein aufwendiges Unterfangen, vor allem was die Anzahl der Musiker betrifft.

Sagstetter überlegte im Vorfeld, wie man diese Situation verbessern könnte, ohne die Qualität zu schmälern. Seine Idee, "ich kontaktiere einen meiner ehemaligen Lehrer, von dem ich weiß, dass er das kann." Professor Albert Anglberger aus Salzburg überarbeitete die Partitur mit dem Ziel sinnvolle Reduktion des Instrumentariums. Um live zu erleben, wie sich das anhört, ist er nach Waldsassen angereist, zufrieden mit dem Ergebnis. Dann war da noch Martin Ott vor Ort. "Papst-Pilot" und ein guter Bekannter von Stadtpfarrer Thomas Vogl. Der Pfaffenhofener ist erfahrener Ausbildungs-Flugkapitän bei der Lufthansa. Schon mehrmals hat er Papst Benedikt XVI. von A nach B geflogen. So bei seinem ersten Deutschlandbesuch oder beim Weltjugendtages in Köln. Auch die Delegation um Host Seehofer zur Gratulationscour zum 85. Geburtstag des Papstes flog er nach Rom. In Waldsassen ist auch er ein guter Bekannter, der sich die ganz besondere Jubiläumsfeier nicht entgehen ließ.

Hintergrund:

Auszüge aus der Erhebungsurkunde durch Paulus VI

„... die Kirche hat immer mit der geschuldeten Verehrung die Gotteshäuser hochgeachtet, welche durch die Reliquien der Heiligen herausragend sind. Unter diese muss aber verdienter Weise gezählt werden das Gotteshaus der Pfarrei Waldsassen in der Diözese Regensburg. Es ist nämlich im Jahr 1133 grundgelegt, von den Zisterziensern benützt, immer den römischen Bischöfen/den Päpsten/teuer gewesen. Deswegen verliehen sie freigebig viele Privilegien und gaben ihm auch die Körper von zehn Heiligen und andere Reliquien zum Geschenk. Durch diese glänzte und glänzt bis zum heutigen Tag Jener heilige Raum. Aber Jenes Gotteshaus ist zwischen dem Jahr 1684 und dem Jahr 1704 von neuem errichtet worden. Es hat eine solche Großartigkeit und solchen Glanz, dass es für eines der größten und religiösesten Gotteshäuser von ganzem Süddeutschland gehalten werden muss. Aber, was das wichtigste ist, das Gotteshaus von Waldsassen nährt, wie eine durch alle Tage entbrennende Flamme, die Frömmigkeit, weil vieles begonnen worden ist, was dort unternommen wird, um in den Herzen den christlichen Glauben zu steigern, und was die Völker von allen Seiten anzieht, gleichsam in eine Stadt, die auf dem Berge liegt. (Mt.5,14). Da also der ehrwürdige Bruder Rudolf Graber, Bischof von Regensburg, in seinem und dem Namen des ganzes Klerus’ und Volkes der Diözese gebeten hat, dass dieses Gotteshaus mit dem Titel Basilica Minor geehrt wird, und die heilige Kongregation für die Verehrung Gottes, entsprechend der von Uns geschaffenen Möglichkeiten, entschieden hat, dass den vorgebrachten Bitten entsprochen werden muss, bekräftigen Wir diese Meinung und erlauben Wir sogar sehr gerne, dass die Pfarrkirche Johannes der Täufer mit dem Titel und der Ehre Basilica Minor ausgezeichnet wird... Gegeben im Castel Gandolfo, in der Nähe von Rom, unter dem Fischerring, am 15. September im Jahr des Herrn 1969, im siebten Jahr unseres Pontifikats.“ (Übersetzer: P. Friedhelm Czinczoll (Kloster Fockenfeld).

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