08.07.2020 - 11:46 Uhr
WaldershofOberpfalz

Mehr Sonnenstrom für die "Schmiede"

Die Metallverarbeitung Schraml hat eine weitere Photovoltaikanlage errichtet. Dafür hat das Unternehmen 1,2 Millionen Euro investiert.

Mit der zweiten Photovoltaikanlage (links) ist nun das Betriebsgelände der Metallverarbeitung Schraml voll. Ursprünglich sollte mitten durch den Bereich die Waldershofer Ortsumgehung führen. Aktuell sind 55 Mitarbeiter, darunter 10 Auszubildende, in der Metallschmiede beschäftigt.
von Oswald ZintlProfil

Die Weitsicht des Firmengründers Reinhold Schraml hat sich im Laufe der fast 32-jährigen Firmengeschichte ausgezahlt. Mit dem Erwerb einer großen Fläche im Gewerbegebiet "An der Bahn" hat er den Grundstein für ein beständiges, gesundes Wachstum des Familienunternehmens gelegt. Der 73-jährige Unternehmensgründer hat sich inzwischen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Seine Erfahrung und sein Rat sind aber immer noch gefragt. So auch bei der jüngsten Investition in die Erweiterung der Photovoltaikanlage, die Ende Juli/Anfang August ans Netz gehen wird.

Dafür investierte das mittelständische Familienunternehmen, das von Sohn Alexander geführt wird, 1,2 Millionen Euro. Die Photovoltaikanlage mit 4100 Solarmodulen ist auf einer Fläche von 15000 Quadratmetern installiert und für eine Leistung von 1,4 Megawattpeak (MWp) ausgelegt. Der Strom wird direkt in einen Mittelspannungstrafo eingespeist. Insgesamt kann das Unternehmen damit 50 Prozent seines Strombedarfes decken. Mit der erzeugten Strommenge der beiden Anlagen könnten nach Auskunft von Alexander Schraml etwa 600 vierköpfige Haushalte versorgt werden.

Als Ausgleich für die Photovoltaikfläche werden auf dem Firmengelände 1400 Quadratmeter Boden aufgewertet und bepflanzt. Das Gleiche gilt für eine externe Ausgleichsfläche von etwa 2000 Quadratmetern. Im Zuge der Baumaßnahme befestigte das Unternehmen den angrenzenden, stadteigenen Feldweg auf eigene Kosten. Zusätzlich überlegt Alexander Schraml, künftig Bienenvölkern eine Heimat auf dem Betriebsgelände zu geben.

Mit dem kontinuierlichen Wachstum des Unternehmens setzte die Geschäftsführung auf den Einsatz erneuerbarer Energien und errichtete auf dem Firmengelände bereits 2012 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1,0 MWp. "Wir sind mit unserer selbst erzeugten Energie auf einem guten Weg zur CO2-neutralen Produktion. Da der Energieeinsatz ein sehr hoher Kostenfaktor des Unternehmens ist, wird dieser Bereich für die weitere positive Entwicklung unseres Unternehmens immer wichtiger. Und diese Energieversorgung haben wir nun in der eigenen Hand", ist der Geschäftsführer überzeugt.

Und "grünen" Strom gibt es auch für die Mitarbeiter. So stehen bereits zwei Ladesäulen für E-Autos auf dem Betriebsgelände, sechs weitere sind in Bau. "Nur durch den gemeinsamen Einsatz aller Mitarbeiter ist es möglich, diese Investitionen zu tätigen und somit für die Zukunft gut aufgestellt zu sein", sagt Alexander Schraml. "Es ist wichtig, modernste Technik, sichere und angenehme Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, um im globalen Wettbewerb vorne dabei zu sein." Die Produkte der "Metallschmiede" sind in ganz Europa, in Russland, Mexiko, Kanada und in den USA gefragt. Dabei sind Top-Qualität und Termintreue seit 32 Jahren die besten Verkaufsargumente, erklärt Schraml: "Konstruktion und Denksportaufgaben sind unsere Stärke." Die Herangehensweise an die Entwicklung neuer Werkzeuge werde mit dem Kunden individuell vereinbart, getreu dem Motto: "Geht nicht, gibt's nicht. Wir finden für jede Herausforderung eine schnelle und effiziente Lösung. Wir sind in der Lage, von der Planung bis zur Auslieferung alle Fertigungsschritte im eigenen Hause durchzuführen", freut sich der Geschäftsführer. Die Leistungen der "Metallschmiede" sind in vielen Bereichen gefragt. Ob geräuschdämmende Träger für Rücksitzbänke oder der im Reserverad verstaute Halter für Wagenheber – Alexander Schraml erklärt: "Wir stellen das Werkzeug dafür her und so finden unsere Produkte selbst im Automobilbau vielseitige Verwendungsmöglichkeiten."

Weitere Berichte über die Solarenergienutzung im Landkreis Tirschenreuth:

Mitterteich
Kemnath
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