11.12.2019 - 11:45 Uhr
WaldershofOberpfalz

Kinder als Steinewerfer: Schaden an Kirche noch höher als befürchtet

Drei Buben im Alter zwischen sechs und acht Jahren haben an der Waldershofer Kirche eine große Glasscheibe und teure Lampen zerstört. Die Reparatur ist nach Angaben der Polizei wohl noch aufwändiger als bisher gedacht.

Mächtige Löcher klaffen in der 48 Millimeter dicken Glasscheibe.
von Autor FPHProfil

Eines vorweg: Bei den Randalierern an der katholischen Kirche Sankt Sebastian handelt es sich um Kinder, nicht um Täter. Wie berichtet, haben die drei Sechs- bis Achtjährigen am Donnerstagmittag eine große Glasscheibe eingeschlagen, einen Schaukasten demoliert und drei Glas-Lampenschirme zerstört.

Viele Bürger sind schockiert

Viele Waldershofer Bürger sind schockiert über die schiere Zerstörungswut der kleinen Buben. Mindestens 20 000 Euro Schaden haben sie angerichtet. Die Beamten der Tirschenreuther Polizei schätzten ihn mittlerweile sogar noch höher. "Die kaputte Glasscheibe ist direkt mit dem Mauerwerk verbunden. Deshalb ist die Reparatur enorm aufwendig. Da muss die Wand aufgestemmt werden. Außerdem ist für die Reparatur ein Gerüst notwendig, da sich die Scheibe direkt oberhalb der Treppe befindet", sagt ein Sprecher der Polizei. Auch die drei zerstörten Lampenschirme seien nicht gerade billig. Ein einzelner mundgeblasener Schirm koste 1000 Euro.

Die Frage ist, wer den Schaden bezahlt. Die Kinder sind strafunmündig. "Da es sich hier natürlich um Vorsatz handelt, zahlt keine Versicherung", sagt der Polizist. Dafür, dass die Scheibe nicht nur zufällig beschädigt worden ist, spricht die Kraft, die die Kinder aufgewendet haben müssen. In dem 48 Millimeter starken Sicherheitsglas klaffen gleich mehrere große Löcher.

Als Wurfgeschosse dienten die handgroßen Steine am Fuße des Brunnens im Kirchen-Atrium. Auch Stadtpfarrer Bernd Philipp ist offenbar über die Randale entsetzt. Er war zwar am Montag nicht erreichbar, doch dem Vernehmen nach hat er am Sonntagvormittag im Gottesdienst öffentlich gesagt, dass er enttäuscht sei, dass sich bisher niemand für die Tat zumindest entschuldigt habe.

Wie die Leiterin der Waldershofer Grundschule, Petra Andritzky, sagt, handelt es sich bei den Steinewerfern um Schüler, die die Einrichtung besuchen. Die Schüler seien nach der Schule auf dem Weg in den Hort gewesen, der schon immer durch das Gelände der Kirche führt. Die Pädagogin geht davon aus, dass die Situation zunächst harmlos gewesen sei und sich dann immer weiter hochgeschaukelt habe.

Die Schule arbeite den Vorfall gründlich auf, sowohl in Gesprächen mit den Schülern und deren Eltern, kündigt die Schulleiterin an. Auch die Sozialarbeiterin sei bereits eingeschalten. Die Schulleitung bedauert sowohl den Vorfall, aber auch die Tatsache, dass teilweise Stimmungsmache auf Kosten der Betroffenen betrieben werde. Das könne kein pädagogisches Anliegen sein.

Bücher verbrannt

Die Frage, ob die Kirchen-Randale mit zurückliegenden Vorfällen zusammenhängen, wollte der Tirschenreuther Polizist weder bejahen noch verneinen. So haben vor einiger Zeit Kinder etliche Schmöker aus der Büchertelefonzelle im Stadtpark genommen, angezündet und in die Mariengrotte neben der Alten Pfarrkirche geworfen. Der Schaden war zwar unerheblich, dennoch hätten Gegenstände in Brand geraten können.

Ebenfalls unlängst haben einige Jungen Kerzen aus einer Kapelle geklaut, mit denen sie im Wald ein Feuer entzünden wollten. Das ist ihnen nicht gelungen.

Bei der Polizei in Tirschenreuth ist mittlerweile die Anzeige der Pfarrgemeinde eingegangen. Die Polizei hat die Anzeige bereits ans Jugendamt weitergeleitet.

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