21.04.2021 - 11:04 Uhr
WaldershofOberpfalz

Fledermauskästen im Stadtpark Waldershof

Der Obst- und Gartenbauverein engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz für die lautlosen Nachtschwärmer. Die Unterkünfte für Fledermäuse stellt die Naturwerkstatt Steinwald zur Verfügung.

Beim Arbeitseinsatz am Wochenende im Stadtpark dabei waren (von links) die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Doris Deubzer, Bürgermeisterin Margit Bayer, Doris Burger von der Naturwerkstatt Steinwald, Johannes Herold vom Obst- und Gartenbauverein, Stefan Müller als Kopf der Waldershofer Öko-Gruppe und Konrad Zier vom Bund Naturschutz.
von Oswald ZintlProfil

Den heimischen Fledermäusen will der Obst- und Gartenbauverein zusätzliche Quartiere anbieten. Auch der Bund Naturschutz verfolgt dieses Ziel. In Waldershof wurden jetzt gemeinsam Nistkästen installiert.

Durch intensive Forst- und Landwirtschaft und das Wegfallen von so manchen alten Gebäuden werden den kleinen Säugetieren wichtige Lebensräume entzogen. Da Fledermäuse selbst keine Nester bauen können, sind die Tiere auf vorhandene Ritzen und Spalten angewiesen, in die sie kriechen können.

Wie ein umgedrehter Toaster

Fledermaushöhlen haben schmale Schlitze als Einfluglöcher. Fledermäuse mögen es eng und kuschelig. Die Nistkästen sind daher entsprechend konstruiert und ähneln einem umgedrehten Toaster. Ein bis zwei schmale Spalten können von unten angeflogen werden.

Bei der Aufstellaktion im Stadtpark erklärte Doris Burger von der Naturwerkstatt Steinwald aus Masch – ihr Ehemann Erich hat die Fledermauskästen zusammengebaut – dass das dafür verwendete Holz nicht behandelt werden darf und im Einflugbereich aufgeraut sein sollte.

Fledermäuse im Garten

Die Naturschützer appellieren auch an die Gartenbesitzer, den Fledermäusen ein Quartier vor Ort anzubieten und auf ihren Flächen nachtblühende Wildblumen und Wildkräuter einzubringen. Es gibt im Handel auch spezielle Fledermaus-Blumenmischungen. Diese Maßnahme erleichtert den Fledermäusen das Leben, da nachtaktive Insekten diese Blumen und Kräuter bevorzugen.

Alle 40 europäischen Fledermausarten sind beachtliche Insektenfresser. Eine einzelne Zwergfledermaus kann pro Nacht zwischen 1000 und 2000 Mücken vertilgen. Fledermäuse im Garten sind damit besser als jeder Mückenstecker, hieß es bei dem Termin in Waldershof.

Alle Arten gefährdet

Durch den massiven Einsatz von Pestiziden fehlt allerdings vielen Tieren die Nahrungsgrundlage, wie es bei dem Treffen in Waldershof hieß. Die 24 in Bayern nachgewiesenen Arten gelten ausnahmslos als gefährdet.

Mit der Aktion im Stadtpark wollen die Verantwortlichen des Obst- und Gartenbauvereins und des Bund Naturschutz ein Zeichen für eine verbesserte Lebensgrundlage der Nachtschwärmer setzen. Sie hoffen auf viele Nachahmer.

Auch rund um Mitterteich werden Nistkästen aufgehängt

Mitterteich

Im Landkreis Tirschenreuth gibt es Fledermausberater

Tirschenreuth
Hintergrund:

Viele Bausteine zum Schutz der Fledermäuse

Ob Hufeisennase, Abendsegler oder Mopsfledermaus, viele Fledermäuse sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Zu ihrem Schutz hat der Bund Naturschutz in Bayern verschiedene Lösungsansätze, die auf der Homepage veröffentlicht sind:

  • Der Einsatz von Pestiziden muss radikal verringert werden.
  • Für die Zulassung von Pestiziden müssen deren indirekte Auswirkungen, wie die Vernichtung der Nahrungsgrundlage, berücksichtigt und Fledermäuse als eigene Artengruppe einbezogen werden.
  • Es sollten keine großen Monokulturen anlegt werden.
  • Auf mindestens 10 Prozent der Ackerfläche sollen ökologische Ausgleichsmaßnahmen erfolgen.
  • Auf einer Breite von 10 bis 20 Metern sind Gewässerrandstreifen anzulegen.
  • Der Anteil der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe sollte auf 20 Prozent erhöht werden.
  • Der Pestizideinsatz muss durch die Landesbehörden regelmäßig kontrolliert und Verstöße müssen streng geahndet werden.
  • In öffentlichen und privaten Wäldern sollten Altholzinseln mit Baumhöhlen unter Schutz gestellt werden.

 

 

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