25.08.2021 - 13:21 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Eine letzte Amtszeit für KSK-Vorsitzenden Karl Reger

Karl Reger bleibt Vorsitzender der Waldecker Krieger- und Soldatenkameradschaft. Aber nur noch eine letzte Amtszeit, kündigte er bei der Jahreshauptversammlung an.

Im Führungsteam der Waldecker Krieger- und Soldatenkameradschaft bleibt Karl Reger (rechts) an der Spitze. Kreisvorsitzender Thomas Semba (Dritter von rechts) fand bei der Jahreshauptversammlung deutliche Worte zur aktuellen Afghanistan-Krise.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Karl Reger bleibt Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft Waldeck: In der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Merkl wurde er einstimmig in seinem Amt bestätigt. "Aber zum letzten Mal", kündigte er schon einmal an.

Reger ließ das Jahr 2020 Revue passieren - coronabedingt fiel dieser Bericht relativ kurz aus. Neben verschiedenen runden Geburtstagen erinnerte der Vorsitzende auch an die verstorbenen Mitglieder des Jahres 2020 Hans Reber, Robert Müller und Willi Prieschenk. Erwähnenswert waren auch noch die Jahreshauptversammlung sowie der Volkstrauertag im November.

Die Neuwahlen brachten einstimmige Ergebnisse: Vorsitzender Karl Reger, Stellvertretender Vorsitzender Andreas Reger, Schriftführer Jürgen Braun, Kassier Markus Schmidt, Beisitzer Ludwig Ernst, Herbert Eichner und Gerhard Scherm sowie Kassenprüfer Georg Wagner und Thomas Semba.

Kreisvorsitzender Thomas Semba widmete sich in seinen kurzen Ausführungen zwei Themen - der Entwicklung in der Corona-Zeit sowie ganz aktuell der Situation in Afghanistan. Dabei sparte er nicht mit deutlichen Worten.

Viele - auch er selbst - hätten in den vergangenen Jahren immer wieder betont, dass zum einen in Afghanistan keine Strategie erkennbar sei und zum anderen die Situation mit Soldaten nicht zu lösen sei. "Und jetzt ist genau das eingetreten, was mahnende Stimmen gesagt haben", so Semba. 59 Soldaten der Bundeswehr seien in Afghanistan gestorben, erinnerte der Kreisvorsitzende. "Wenn man sich das aktuelle Chaos anschaut: Was sagt man den Angehörigen, wofür die Soldaten gestorben sind?", sagte Semba. Es glaube doch künftig niemand mehr den Westen, wenn zwar Frieden, Demokratie und Stabilität versprochen werden, aber Uneinigkeit herrsche. Auch Verantwortung für die Situation übernehme niemand, jeder sei damit beschäftigt, sich wegzuducken, merkte Semba mit Blick auf die politische Führung an. "Wenn man sich nun fragt, was man in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan erreicht hat, findet man keine sinnige Antwort", betonte Semba. Bestenfalls könne man feststellen, den Leuten eine gewisse "Atempause" verschafft zu haben. Aber jetzt entwickele sich die Situation im Land dorthin zurück, wo man vor 20 Jahren begonnen habe.

Die Corona-Zeit habe bei manchen Menschen das Gefühl ausgelöst, dass es auch ohne Vereinsleben gehe. Darunter leide auch der Gesamtverband der Krieger- und Soldatenkameradschaften. Semba mahnte aber: "Damit stirbt auch ein Stück Erinnerungskultur. Wir halten das Gedenken hoch an Krieg, Schrecken und Vertreibung." Er warnte davor, Vereinsstrukturen verfallen zu lassen. "Denn was weg ist, kommt es nicht wieder", betonte Semba.

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