09.02.2021 - 14:17 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Gute Chancen für Nahwärmenetz in Waldeck

Ob ein Nahwärmenetz zukünftig in Waldeck für Wärme sorgt, entscheidet sich Anfang März. Interessenten können sich weiterhin melden.

Im ehemaligen Schulhaus in Waldeck könnte die Heizzentrale des Nahwärmenetzes entstehen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Schon 2011 spielte man in Waldeck mit dem Gedanken, ein Nahwärmenetz zu errichten. Nun, zehn Jahre später, steht die Idee kurz vor der Verwirklichung. Das Interesse der Bevölkerung ist da - könnte aber größer sein.

Im Juni vergangenen Jahres baten die Stadt Kemnath und die Genossenschaft Bürgerenergie Waldeck die Bewohner um Rückmeldung. In einer Umfrage sollte geklärt werden, ob Interesse an einem Nahwärmenetz besteht. "Darauf haben wir viele Rückmeldungen erhalten", berichtet Hans Wegmann. Zusammen mit Leonhard Zintl hatte er bereits vor zehn Jahren den Bau eines Nahwärmenetzes in Waldeck angeregt. Die niedrigen Preise für Heizöl und Gas machten die Idee damals uninteressant. "Mit der neu eingeführten CO2-Steuer denken viele über neue Heizsysteme nach", erklärt Wegmann. Das System Nahwärmenetz könnte dadurch wieder eine Chance bekommen.

Entscheidung Anfang März

Ähnlich sieht es auch Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler: "Öl und Gas werden auf Dauer teurer." Mit der Nahwärmeversorgung bleibe die Wertschöpfung in der Region. "Ökologische und energetische Gedanken rücken in den Vordergrund", meint der Rathauschef. Bis Anfang März soll geklärt sein, ob das Nahwärmenetz gebaut wird oder nicht. "Wir wollen den Hausbesitzern eine gewisse Planungssicherheit bieten", sagt Schäffler. Auch Anträge für Fördergelder, müssten zeitnah gestellt werden.

"Im Herbst vergangenen Jahres, wurden alle Interessenten gebeten, sich verbindlich anzumelden", blickt Wegmann zurück. Die Rückmeldungen stimmten ihn positiv. "Es könnten aber noch mehr sein", schränkt er ein. Für 46 Häuser, viele davon "Im Höritz", sowie auf dem Unteren und Oberen Markt bekam die Genossenschaft eine Zusage. "Jetzt kann kalkuliert werden", sagt Wegmann. Die Berechnung und Planung übernimmt das Ingenieurbüro Siegfried Kleber. "Interessierte Hausbesitzer können sich aber immer noch melden", teilt Wegmann mit. Schließlich würden sich so die Kosten für alle reduzieren. Einige Anwesen mussten aber auch aus den Berechnungen herausgenommen werden. "Die Häuser waren zu verstreut, dass wäre nicht kalkulierbar gewesen", erläutert Schäffler.

"In unserer Region gibt es viele Forstwirte. Es wäre deshalb toll, wenn das Holz später aus der Region kommt."

Hans Wegmann

Die Heizzentrale soll im ehemaligen Schulhaus entstehen. "Das Gebäude benötigt zeitnah eine Heizung", erklärt das Stadtoberhaupt, denn spätestens im nächsten Jahr soll eine Schulvorbereitende Einrichtung einziehen. "Die Stadt hat großes Interesse an dem Nahwärmenetz." Auch in Bezug auf die Erweiterung des Kindergartens St. Anna ist eine baldige Entscheidung wichtig. Auch die Kirche mit Pfarrhof will die Nahwärme nutzen. "Durch diese Großabnehmer können die Preise für alle Nutzer günstiger werden", führt Bürgermeister Schäffler aus.

Holz aus der Region

Die Anschlüsse werden wie Wasserrohre unter der Straße bis ins Haus verlegt. Holz wäre der Energieträger. Ob Pellets oder Hackschnitzel genutzt werden, steht noch nicht fest. "In unserer Region gibt es viele Forstwirte", sagt Wegmann. "Es wäre deshalb toll, wenn das Holz später aus der Region kommt."

Auch auf dem Unteren Markt in Waldeck sind einige Hausbesitzer an einem Nahwärmenetz interessiert.
Hans Wegmann dachte bereits vor zehn Jahren über ein Nahwärmenetz in Waldeck nach.

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Waldeck bei Kemnath

 

 

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