08.07.2020 - 14:11 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Von Gottes Wort leiten lassen

Angesichts der Coronapandemie ist in diesem Jahr vieles anders, auch das Patrozinium des Kapellenheiligen der Guttenberger Kapelle, des heiligen Ulrich.

Der Innenraum der Ulrichskapelle in Guttenberg war heuer beim Patrozinium verwaist.
von Hans LukasProfil

Das Patrozinium feierte Pfarrer Heribert Stretz mit den Gläubigen in der Waldecker Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk. Zum Festgottesdienst hatten sich auch die Guttenberger Vereine, die Feuerwehr und der Radfahrerverein Concordia, eingefunden. Sie stellten sich am Seitenaltar mit ihren Fahnenabordnungen auf.

Stretz begrüßte zudem die wenigen zugelassenen Kirchenbesucher und gab bekannt, dass die Messe für die Verstorbenen der ehemaligen Gemeinde Guttenberg aufgeopfert werde. In seiner Predigt ging er auf das Leben des heiligen Ulrich ein. Momentan befinde sich die ganze Welt im Umbruch, die Veränderungen brächten überall Unsicherheiten mit sich. Keiner wisse, wohin der Weg führe und wie lange der gegenwärtige Zustand noch anhalten werde.

Zeit des Umbruchs

"Als Christen wissen wir, dass unsere Welt nicht dem Zufall ausgeliefert ist, sondern in den Händen Gottes liegt." Auch die Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend nach Christus, in der der heilige Ulrich gelebt habe, sei eine Zeit des Umbruchs gewesen. Als Bischof leitete er seine Diözese von 923 bis 973. Die Geißel der damaligen Zeit seien die Einfälle der Ungarn gewesen.

Auch 955 belagerten sie in großer Zahl die Stadt Augsburg. Doch dieses Mal blieben die Tore der Stadt verschlossen. Bischof Ulrich, der auch ein weltlicher Fürst war, hatte in den zurückliegenden Jahren eine hohe Mauer um Augsburg bauen lassen. Am 10. August 955 kam ein Heer von König Otto I. zu Hilfe und besiegte die Ungarn auf dem Lechfeld. Der Sieg wurde dem Gebet und der Glaubenskraft des heiligen Ulrich zugeschrieben, der selbst mit in den Kampf gezogen war. Von da an fielen die Ungarn nicht mehr ins Land ein. Im Gegenteil, christliche Glaubensboten gingen zu ihnen, und bald ließ sich König Stefan taufen, sein ganzes Volk wurde zum Glauben bekehrt.

Bischof Ulrich erneuerte aber auch die Kirche von innen. Er sorgte für eine bessere Ausbildung der Priester, gründete Klöster, verkündete überall Gottes Wort und spendete die Firmung. Alle vier Jahre reiste er auf einem Ochsenkarren durch die Diözese. Hungernde lud er an seinen Tisch und lebte selbst wie ein Armer. Kurz vor seinem Tod gründete Ulrich noch ein Krankenhaus für die Armen und verschenkte seine Habe. 20 Jahre nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen.

"Auch wir leben in einer Zeitenwende und sind großen Unsicherheiten ausgesetzt", erklärte Pfarrer Stretz. Die Gefahren kämen nicht mehr aus dem Osten, sondern aus den Entwicklungen unserer Zeit. Der Materialismus wolle den Blick auf Gott und die Ewigkeit verstellen und verspreche Glück und Seligkeit hier auf Erden. Der Liberalismus macht die Menschen stolz und überheblich, so dass sie nicht mehr auf Gott und die Kirche hören wollten. Der Atheismus leugne Gottes Existenz und lege die ganze Welt in die Hände des Schicksals und des Zufalls.

Gegen den Strom schwimmen

Als Christ solle man sich vom Wort Gottes und nicht von den Strömungen der Zeit leiten lassen. Gegen den Strom zu schwimmen und so manches Kreuz tragen, müsse im Vordergrund stehen.

Zum Schluss betete Pfarrer Stretz das Ulrichs-Lied und erteilte den Segen. Musikalisch begleitete Christoph Dumler den Festgottesdienst mit Orgelklängen. Als Lektorin fungierte Angela Reindl.

Der Altar in der St.-Ulrich-Kapelle in Guttenberg.
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