01.09.2021 - 17:03 Uhr
WaidhausOberpfalz

"Weydhauser Fähnlein" gewinnt Paten und Freunde

Das große Friedensfest "fällt ins Wasser". Mehr noch, lässt das Jubiläum keine Verschiebung in spätere Jahre zu. Aber eine historische Waidhauser Truppe hat eine andere Idee.

Hauptmann Alexander Pawlow und Vorsitzende Katharina Wennicke übergeben die unterzeichnete Urkunde an den Waidhauser Vorsitzenden Andreas Ringholz mit Stellvertreter Andreas Federl (von links).
von Josef ForsterProfil

In diesem Jahr jährte sich das Aufeinandertreffen des protestantischen Heeres unter Graf Mansfeld und des katholischen Heeres unter Graf Tilly zum 400. Mal. Aus diesem Anlass hätte die Gemeinde Waidhaus für den Juli 2021 das „Friedensfest 1621“ mit einem großen Heerlager und einem historischen Marktreiben veranstalten wollen, was jedoch leider der Pandemie zum Opfer fiel und abgesagt werden musste.

Im Vorfeld wäre auch bereits im Juni 2020 ein Patenbitten in Amberg geplant gewesen, welches jedoch gleichfalls aufgrund der Corona-Beschränkungen abgesagt werden musste. Das „Weydhauser Fähnlein“ und die „kurfürstliche Schloßwache zu Amberg“ kennen sich schon länger und sind mittlerweile zu guten Freunden geworden. Gemeinsam wurden bereits Lager gemacht und besonders in Erinnerung geblieben ist das „barocke Lagerleben“ im Maltesergarten bei traumhafter Kulisse und an Originalschauplätzen in der ehemaligen Hauptstadt der Oberen Pfalz in Amberg.

Authentische Darstellung

Man kennt sich also bereits sehr gut und auch die Darstellung der jeweiligen Vereine beruht auf historisch belegten Gruppen derselben ehemaligen "Kriegsparteien". So kam der Entschluss, dass die Waidhauser bei den Ambergern um die Übernahme der Patenschaft angefragt hatten. Mit über einem Jahr Verspätung konnte nun am Wochenende zumindest das Patenbitten auf dem Areal beim Heim des OWV Pfrentsch abgehalten werden. Dazu wurden die Lagerzelte des Fähnleins mitsamt Feuerstelle auf der Fläche vor dem Heim aufgestellt. Die Veranstaltung fand coronakonform als geschlossene Veranstaltung unter Einhaltung der geltenden Regeln statt.

Als Ehrengast und neuestes Mitglied des Vereins konnte Bürgermeister Markus Bauriedl begrüßt werden, welcher sich zudem in einem edlen historischen Bürgermeistergewand unter die Schar mischte. Nach dem symbolischen Kniefall und der Anfrage durch den Ortsheimatpfleger und Vorsitzenden Andreas Ringholz mit Stellvertreter Andreas Federl vor den Ambergern, konnte von beiden Seiten noch keine Zusage erteilt werden. Auch die Vorsitzende der Amberger, Katharina Wennicke, und Stellvertreter Alexander Pawlow waren sich noch nicht ganz sicher, ob das Patenkind würdig ist.

Ebenbürtig beim „Landsknechtfünfkampf“

Daraufhin musste von jeweils drei Pärchen der bereits vorbereitete Parcours mit fünf Stationen als „historischer Landsknechtfünfkampf“ bestritten werden. Damit es nicht so einfach ist, wurden jeweils ein Bein an das des Partners gebunden um die Stationen abzugehen und zu bewältigen. Beim Hufeisenwerfen, dem Goldtalerspeil, beim Würfeln, Werfen und beim Lanzenstechen mussten die Teilnehmer ihr Können zeigen. Nach Auswertung aller Punkte befanden sich beide Verein auf Augenhöhe, weshalb die Vorstände nun gegenseitig der Patenschaft zustimmten und welches allen Beteiligten viel Beifall entlockte. Anschließend wurden gegenseitig Fahnenbänder ausgetauscht und die Patenschaftsurkunde unterzeichnet. Der Pakt soll die Freundschaft weiterhin vertiefen und bei Bedarf dem jeweils anderen Verein Unterstützung bieten. Mit ihren jeweiligen Schlachtrufen besiegelten alle gemeinsam diese Patenschaft.

Friedensfest kann nicht steigen

Waidhaus

 

 

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