01.08.2021 - 13:04 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhauser trauert um vergifteten Schäferhund

Entsetzt muss Josef Balk senior den qualvollen Tod seines geliebten Vierbeiners miterleben. Die Diagnose beim Tierarzt in Wernberg-Köblitz fällt eindeutig aus: Das Tier ist vergiftet worden.

Josef Balk seniors Hunde Rocky und Brutus (rechts im Bild) wurden vergiftet.
von Josef ForsterProfil

Josef Balk senior trauert um seinen Schäferhund Brutus, der vergiftet worden ist. Der Werkstattbesitzer musste dasselbe schon einmal mitmachen. Ziemlich genau vor einem Jahr verendete das erste seiner beiden Rassetiere ebenfalls an einer Vergiftung. Die damalige Anzeige bei der Polizeiinspektion verlief ergebnislos im Sande. Der Waidhauser hat deshalb nun 500 Euro zur Ergreifung des oder der Täter in Eigeninitative ausgesetzt. Sachdienliche Hinweise erbittet er unter Telefon 09652/1313.

Mysteriöse Art und Weise

Vor einer Woche war die Welt quasi noch in Ordnung. Der neunjährige Brutus kümmerte sich um die Bewachung des weitläufigen Areals an der Pilsener Straße. Er war der einzige von ehemals drei rassegleichen Schäferhunden war. Im vergangenen Sommer verlor Brutus seinen gleichaltrigen Kameraden Rocky auf mysteriöse Art und Weise. Niemand im Kreise der Großfamilie Balk hätte damals gedacht, dass nun auch Brutus das gleiche Schicksal erleiden würde.

Die beiden wertvollen Tiere erhielt Josef Balk einst von seinen Söhnen Mario und Josef zum runden Geburtstag. Drei reinrassige Schäferhunde hatte er einst. Den ältesten, Dumo, musste er im Alter von stolzen 19 Jahren einschläfern lassen.

Die Harmonie der Hunde untereinander und deren Ungefährlichkeit gegenüber Kunden und Passanten erfreute den 79-jährigen vom ersten Tag an. Über Jahre hinweg wuchs zudem eine ganz tiefe Tierfreundschaft zwischen dem Besitzer und seinen Schäferhunden. Die erneute Hiobsbotschaft traf die Familie deshalb wie einen Schock. „Es muss am Montag oder Dienstag passiert sein“, resümiert der nun tierlose Waidhauser. Als er am Dienstag mit seiner Ehefrau Hannelore vom Arzttermin aus Regensburg zurückgekehrt war, bemerkte er erstmals das unnatürliche Verhalten von Brutus. "Um 21 Uhr wollte ich ihn füttern, wie immer. Er kam aber nicht." Außerdem hatte er sein Fressen nicht angerührt, der ganze Napf war noch voll. Die beiden Wasserschüsseln bei der Hundehütte waren dagegen fast geleert. Auch in den nächsten Stunden bis in die Nacht hinein bemerkte Balk, dass sein Hund weiterhin einzig große Mengen Wasser zu sich nahm. Dazwischen verkroch er sich immer wieder in seinem Domizil.

In Armen des Herrchens gestorben

Am Mittwochmorgen vermisste der Besitzer dann sofort die sonst übliche Begegnung in der Werkstatt. Brutus tauchte auch nach Zurufen nicht auf. Bei der sofortigen Suche mit Hilfe seines Sohns auf dem Gelände konnte das Tier im Gang zwischen zwei Containern entdeckt werden. Dort herrschte Zugluft, was das Tier wohl als Selbsthilfe nutzte. Ansprachen und Bitten seiner Herrchen halfen nichts, der Schäferhund rührte sich nicht. Gemeinsam bargen sie das Tier, welches sich dann sehr mühsam auf den Weg Richtung Zwinger begab. Nach der Bereitstellung von Fressen und frischem Wasser verkroch er sich jedoch alsbald wieder in der darin aufgestellten Hundehütte. "Er schaute das Futter nicht einmal an, alles Zureden half nichts." Als Balk mit seinem Sohn wenig später erneut nachsah, konnte das Tier aber nicht mehr zum Herauskommen bewegt werden. Gemeinsam trugen sie den rund einen Zentner schweren Schäferhund heraus, um ihn zum Tierarzt zu bringen. Kaum eine Stunde später verendete das Tier jedoch auf dem Operationstisch in den Armen von Balk.

Die Obduktion fiel eindeutig aus: Alle Anzeichen deuteten auf eine Vergiftung hin. Bei den Röntgenaufnahmen wurden Tierknochenteile im Darm des Tiers festgestellt. In diesem Zusammenhang könnte Rattengift verwendet worden sein. Er selbst hatte seinem Hund stets nur eine Mischung aus Trocken- und Dosenfutter gereicht. Ob das vergiftete Zeug unter dem Sichtschutzzaun aus Metall nur hindurchgeschoben wurde, oder drübergeworfen ist unklar. Während Balk niemals etwas entdeckte, weiß er jedoch von Misshandlungen und Aufbringen seiner Hunde. „Es wurde nachts an das Trapezblech gedonnert, um die Hunde zum Bellen zu bringen und aufzuhetzen.“ Dieses hatte er einst anbringen lassen als Sichtschutz. Passanten brauchten sich nicht ängstigen und die Tiere wurden nicht unnötig gestört. Auch von Verletzungen berichtet er, wenn die Tiere ihre Schnauzen unter den Zaun hindurchgeschoben hatten. Weiter weiß Balk auch noch von aufgeschnittenen Zäunen, weshalb dann ein Schutz aus Trapezblech gewählt wurde.

Giftköder in Eslarn?

Eslarn
Ein Bild aus glücklichen Tagen. Josef Balk senior hatte Schäferhund Brutus von seinem Sohn Josef (rechs neben ihm) als Geburtstagsgeschenk erhalten.
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Kommentare

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Tanja Härtl

Es stimmt mich immer wieder traurig und wütend, zu sehen, wozu sogenannte Menschen fähig sind. Da kann man nur hoffen, dass sie eines Tages von ihren Taten eingeholt werden. Mein Beileid an den Hundebesitzer!

06.08.2021