03.03.2021 - 14:05 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhaus will 2023 zum Partyjahr machen

Die Bürgermeister schwärmen von einem Jahr der Extraklasse. Schnell ist der Waidhauser Marktrat begeistert von der Idee, 2023 alle ausgefallenen Veranstaltungen in einen Jubiläumsreigen vom Neujahrskonzert bis zur Silvesterparty zu packen.

Wie im Jahr 2013 rund um das 875-jährige Marktjubiläum soll es 2023 in Waidhaus ein buntes Festjahr mit vielen verschiedenen Veranstaltungen und Programmpunkten geben.
von Josef ForsterProfil

Der Waidhauser Bürgermeister Markus Bauriedl hatte nachgerechnet und präsentierte dem Marktrat die Idee einer umfangreichen 885-Jahr-Feier der urkundlichen Erstnennung im Jahr 2023. Unter dem Dach einer ganzjährigen Veranstaltungsreihe ließen sich vielfältige Programmpunkte einbinden und mit einer hohen Breitenwirkung verbinden. Nutznießer könnten insbesondere die örtlichen Vereine sein, wenn deren eigene Feste in Verbindung mit dem Jubeljahr beworben werden.

Bauriedls Stellvertreter Josef Schmucker und dritter Bürgermeister Ewald Zetzl bekräftigten die positiven Möglichkeiten für die Vereine und präsentierten mögliche Veranstaltungen. Für die immer klammer werdenden Vereinskassen sahen beide eine ideale Chance, damit sich die finanzielle Situation wieder erholen könne.

Auch der Zeitpunkt für den Start solcher Bestrebungen wurde von allen drei Bürgermeistern gutgeheißen. Zum einen sah das Trio in der verbleibenden Vorbereitungszeit von knapp zwei Jahren ausreichend Zeit. Auf der anderen Seite sollte die Coronapandemie bis dahin gänzlich überwunden sein. In einem einstimmigen Beschluss freundete sich der gesamte Marktrat mit dem Festjahr ausnahmslos an. Bereits in Kürze sollen weitere Schritte folgen. Eine entsprechende Information könne bereits an alle Vereine übermittelt werden.

Rudi Grundler (SPD) wollte zwei Punkte aus dem geheimen Teil der Marktratssitzung öffentlich machen. Über seine Fraktion hinaus erhielt er dabei sogar durch Maria Reichenberger-Hösl und Zetzl Unterstützung aus Reihen der CSU. Trotzdem reichte es nicht für eine Mehrheit, um den Antrag des TSV Waidhaus in Bezug auf die Flutlichtanlage für den B-Platz öffentlich zu behandeln. Nur die eigenen drei Fraktionsstimmen blieben dann für das zweite Thema übrig, einen Antrag der SPD-Fraktion in den öffentlichen Teil zu nehmen. Dabei wäre es um die Einführung eines Beschlussmanagements für die Marktratssitzungen gegangen.

Ein nicht öffentlicher Punkt kam dann trotzdem zur Sprache, nachdem dieser noch aus der Januarsitzung datierte: Bürgermeister Bauriedl informierte über die Vergabe einer notwendigen Reparatur der Kompressoren in der Pumpstation der Abwasseranlage. Die beauftragte Firma Almi-Kompressoren aus Göngen habe die Maßnahme sogar schon abgeschlossen.

Keinerlei Einwände erhob das Gremium gegen den Anbau einer landwirtschaftlichen Überdachung an eine Stallwand in Hagendorf. Gleiches galt für eine kurzfristig durch den Antragsteller vorgebrachte Bitte, die geplante Errichtung eines Einfamilienhauses am Schreinerbergl wegen angedachter Änderungen erst einmal zurückzustellen.

Der vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgelegten Jahresbetriebsplan für den Körperschaftswald der Marktgemeinde durchlief den Marktrat einmütig. Trotz eines erhofften Ertrags von 1054 Euro werde die Bilanz mit einem kalkulierten Gesamtverlust von 1693 Euro abschließen. Zwischenzeitlich seien bereits die ersten Maßnahmen gelaufen.

In der Flur „Fischbrücke“ würde nach dem Abholzen eine bezuschusste Aufforstung mit Mischwald folgen. Die mit rund 4000 Euro veranschlagte Maßnahme werde fast komplett gefördert. Den Förderbescheid hierzu habe die Marktgemeinde sogar bereits erhalten, informierte Bauriedl.

Nach der Umstellung auf Kalenderjahre legte die katholische Kirchenstiftung für das Jahr 2020 die Jahresrechnung zur Kindertagesstätte „Sankt Emmeram“ vor. 583.589 Euro Einnahmen stünden 652.483 Euro Ausgaben gegenüber. Da jedoch aus dem Vorjahr 2019 ein Überschuss von 68.894 Euro eingebucht wäre, reduzierten sich die Gesamtausgaben auf 677.233 Euro und das Defizit auf 93.633,64 Euro. Der Anteil für die Marktgemeinde in Höhe von 80 Prozent belaufe sich somit auf 74.906 Euro. Geschlossen trugen die Markträte eine Übernahme dieses Betrags durch die Kommune.

Teurer werde die Unterstützung für die digitale Technik durch das Landratsamt. Bislang hätte Waidhaus hierfür pro Einwohner 1,042 Euro berappen müssen, was zuletzt 2249 Euro im Jahr gewesen seien. Künftig würden durch den gestiegenen Aufwand 2,63 Euro je Bürger fällig, was somit 5686 Euro für das aktuelle Jahr bedeuteten.

Andreas Neuber aus Pfrentsch stattete das Gremium geschlossen mit einem Vertrauensbeweis aus. Am 28. Februar wäre dessen Wahl zum Kommandanten angestanden. Weil aber keine Dienstversammlung stattfinden konnte, erklärte er sich nach einer telefonischen Anfrage bereit, kommissarisch bis 31. Mai weiterzumachen. Diese Entscheidung trug auch der Marktrat mit.

In seinen Mitteilungen berichtete Bürgermeister Markus Bauriedls über die Regenerierung der Tiefbrunnen I und VI während des Winters. Einer davon sei nach dem abgeschlossenen Verlauf bereits wieder am Netz der Trinkwasserversorgung.

Nicht mehr aus dem monatelangen Koma sei Bürgermeister Pavel Bajer aus der Nachbar- und Partnergemeinde Rozvadov erwacht. Bereits am 31. Januar starb der beliebte tschechische Politiker.

Nachdem die im Vorjahr gastierende Ferienbetreuung durch "Learing Campus" heuer nur in Trabitz angeboten werde, sei der Bürgermeister nun mit anderen Anbietern in Verhandlung. Die Chancen stünden hoch, dass es auch heuer mindestens für die ersten drei Wochen der Sommerferien ein Angebot vor Ort geben werde.

Bauriedls Dank galt dem Winterdienst: "Das ist alles wirklich super gelaufen; trotz des starken Winters." Nachdem die Kommune nun die erste Woche ohne Bereitschaft hinter sich habe, könne ein überaus positives Resümee gezogen werden. Zudem habe es "keinerlei Beschwerden gegeben; einzig ein paar kleine Anmerkungen". Dafür richtete das Marktoberhaupt einen "recht herzlichen Dank an die Bauhofmitarbeiter". Alle seien sie eingebunden gewesen, vom Klärwärter bis zum Team der Freizeitanlage und hätten problemlos durchgewechselt. Das Engagement wäre so hoch gewesen; "die hätten rund um die Uhr gekonnt und machten es tadellos".

Ergänzend berichtete Erika Grötsch von einem privaten Schneeschipper, der unentgeltlich beständig den ganzen südlichen Marktplatz immer wieder vom Schnee befreite.

Dritter Bürgermeister Ewald Zetzl bat für nächstes Jahr, an den Christbäumen im Friedhof und auf dem Marktplatz nicht schon in der ersten Januarwoche die Lichter auszumachen. Außerdem hielt er die Grüngutcontainer insbesondere für Senioren zu hoch und sprach sich für eine Lösung zur Absenkung aus, um eine einfachere Bestückung zu erreichen.

Vera Stahl hakte zur Gebührensatzung der Freizeitanlage "Bäckeröd" nach und erhielt Antwort vom Bürgermeister. Inhaber von Ehrenamtskarten erhielten gemäß dem alten Preisverzeichnis als Erwachsene Zutritt für den Preis von Jugendlichen und Jugendliche werde gar umsonst Einlass gewährt.

Josef Kleber bat abschließend, an der ausgefallenen Beleuchtung am Marktplatz "dran zu bleiben".

Mit 11,2 Millionen Euro im aktuellen Haushalt hat Waidhaus viel vor

Waidhaus
Vom Klärwärter bis zum Team der Freizeitanlage waren die Gemeindearbeiter heuer in den Winterdienst eingebunden. Für den reibungslosen Ablauf gab es von Bürgermeister Markus Bauriedl (rechts) ein riesengroßes Lob.
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