22.04.2021 - 10:49 Uhr
WaidhausOberpfalz

Langjähriger Marktrat bittet um Entlassung

Ein weiteres Urgestein verlässt mit Johannes Zeug (SPD) den Waidhauser Marktrat. Mit Nachrückerin Julia Schmucker aus Hagendorf steigt die Zahl der weiblichen Mitglieder auf fünf.

SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug verlässt den Waidhauser Markrat.
von Josef ForsterProfil

Unter Margit Kirzinger war Marktrat Johannes Zeug eine ganze Periode lang dritter Bürgermeister. Als die SPD vor einem Jahr in die Opposition musste, stellte er sich weiterhin als Fraktionssprecher zur Verfügung. Am Montag lag dem Gremium nun dessen Bitte zur sofortigen Amtsniederlegung vor.

Seit 2002 gehörte der 53-jährige ununterbrochen dem Waidhauser Marktrat an. Bereits am 24. März hatte Zeug schriftlich darum gebeten, ihn aus persönlichen Gründen von diesem Amt zu entbinden. Reihum bedauerten die Mitglieder das Ausscheiden, zumal ihm erst kürzlich die Dankurkunde für kommunale Verdienste verliehen wurde.

Einstimmig nahm der Marktrat das Gesuch an und entband Zeug mit sofortiger Wirkung von allen damit verbundenen Aufgaben. Nachfolgerin ist Julia Schmucker aus dem Ortsteil Hagendorf. Die 29-jährige Erzieherin hatte auf Platz 15 der SPD-Liste kandidiert und viele Stimmen erhalten.

Neues Gewerbegebiet

Die Eröffnung der Aprilsitzung übernahm Matthias Rembold vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Windpaißing. Unter Hinweis auf die „proppenvolle Tagesordnung“ fasste sich der Experte bei der Vorstellung des neuen Gewerbegebiets im Kreuzungsbereich von Fabrik- und Johann-Schmidt-Straße jedoch kurz. Verbinden werde der Markt das Vorhaben zugleich mit der vierten Änderung ihres Flächennutzungsplans. Kernpunkt ist die Umbenennung einer bisherigen landwirtschaftlichen Fläche von 4700 Quadratmetern zu einem Gewerbegebiet.

Durch die Festsetzungen könnten bis zu 60 Prozent davon bebaut werden, was aber in dieser Größenordnung momentan noch nicht geplant sei, sagte Rembold. Bestimmte Nutzungen, wie eine Tankstelle oder Vergnügungsmärkte seien von vornherein ausgeschlossen, nicht jedoch Geschäfts- und Betriebsräume. In unmittelbarer Nähe der Straßenkreuzung soll ein Regenrückhaltebecken entstehen.

Die Hauptzufahrt des schon ziemlich eingegrünten Gebiets würde von der Johann-Schmidt-Straße aus eingeplant, wobei der Planer ergänzend von einem Erhalt der Zufahrt am südlichen Rand ausging. Etwaige Verkehrswege auf dem Gelände stünden derzeit hingegen noch nicht fest.

Eine weitere Beschränkung nannte der Diplom-Ingenieur mit einer äußersten Wandhöhe von 7,50 Metern für Gebäude. Bürgermeister Markus Bauriedl ergänzte mit dem Vorhandensein von Wasser- und Abwasserleitungen, welche bereits direkt am Gewerbegebiet vorbeiführten.

Da zweiter Bürgermeister Josef Schmucker von einer Nutzung für Lkw-Stellplätze ausging, wollte er Auskunft zu besonderen Vorkehrungen mit Blick auf den Umweltschutz. Rembold verwies auf den Vorentwurf und sicherte weitere Infos in rund acht Wochen nach dem Fortgang der Planungen zu. Die Mitglieder stimmten dem Vorhaben zur Einleitung des Verfahrens geschlossen zu.

Chronik auch in tschechisch

Aus dem nicht öffentlichen Teil der Märzsitzung gab Bürgermeister Bauriedl im Anschluss mehrere Beschlüsse bekannt. Der Marktrat habe sich für den Druck einer deutschen Übersetzung der bereits in tschechisch vorhandenen Geschichtschronik zu den umfangreichen Ereignissen im Grenzgebiet während des Dreißigjährigen Kriegs ausgesprochen. Mit ein Grund ist die umfassende Bezugnahme auf Waidhauser Seite in dem schlicht mit „Rozvadov 1621“ betitelten Werk. Unterstützt werde das Vorhaben mit 3000 Euro.

Zaun für "Bäckeröd"

Für die Freizeitanlage „Bäckeröd“ erforderte das aktuelle Sicherheitskonzept ergänzend eine temporär mögliche Einzäunung zur Erhöhung der Poolsicherheit, welche zum Angebotspreis von 4410 Euro bestellt wurde. Der Marktrat vergab außerdem die Sanierung von Straßenrinnen im Verkehrsraum, wofür ein Angebot in Höhe von 14.838 Euro vorlag. Nicht enthalten sei darin der geplante Einsatz von Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs.

Eine weitere Baugrunduntersuchung sei im Zusammenhang mit den Quellsanierungen erforderlich geworden. Hierfür beauftragte der Marktrat die MH-Ingenieur-Gesellschaft in Hengersberg zum Preis von 7793 Euro netto.

Neuer Tragspritzenanhänger

Für den Ortsteil Reichenau bestellte das Gremium einen neuen Tragspritzen-Anhänger zur Aufnahme der vorhandenen Spritze bei der Firma Ludwig in Bindlach für 16.451 Euro. Eine elektronische Schließanlage für das Rathaus schlage gar mit 22.690 Euro zu Buche, welche bei der Firma Aid-Orga GmbH beauftragt wurde. Als weiteren Punkt nannte Bauriedl den Übergang eines langjährigen Mietvertrags für einen Dauerstellplatz in der Freizeitanlage „Bäckeröd“ an eine Person aus Mantel.

Julia Schmucker aus Hagendorf zieht als Nachfolgerin in den Waidhauser Marktrat ein.

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