18.11.2020 - 15:52 Uhr
WaidhausOberpfalz

KiTa-Erweiterung nimmt Formen an

Nach den neuesten Plänen soll die Kindertagesstätte (KiTa) Sankt Emmeram nun doppelt so groß werden. Weitere Kosten in einer Größenordnung von einer halben Million Euro für 64 Quadratmeter Grundfläche stoßen im Marktrat aber sauer auf.

Entlang der Schulstraße (vorne) plant Architekt Rudolf Meißner eine zusätzliche Erweiterung der Kindertagesstätte "Sankt Emmeram", wofür die aktuelle Containerlösung (Mitte) wieder weichen muss.
von Josef ForsterProfil

Auf eine Unterbringung der Kleinsten ab dem ersten Geburtstag stellten Kirchenverwaltung und Gemeinde ihre Erweiterungspläne vor Jahren ab. Doch zeitgleich raubten steigende Geburtenzahlen der beabsichtigen Ausdehnung fast alle Grundlagen. Am Montagabend präsentierte Bürgermeister Markus Bauriedl dem Marktrat konkrete Pläne, welche auch dafür eine Lösung beinhalten. Über den vor knapp zwei Jahren präsentierten Ausbau hinaus, soll der Anbau eines Bewegungsraums der Raumnot ein Ende bereiten.

Um die Waidhauser Kinder optimal zu betreuen und alle Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Einrichtung zu haben, hatten sich Kirchenstiftung und Marktrat bereits zu einer umfassenden Erweiterung entschlossen. Als die neueste Geburtenstatistik vorlag, zogen die Verantwortlichen die Notbremse. Die geplanten Räume für zwei Kindergruppen, einen neuen Therapieraum und die Vergrößerung des Speiseraums mittels Anbauten erwies sich als zu klein. Und das, obwohl die Kinder auch endlich wieder einen Bewegungsraum erhalten sollten, in dem bereits seit elf Jahren die provisorische Krippengruppe untergebracht ist.

Architekt Rudolf Meißner aus Waldthurn plante die Umbaumaßnahmen und stellte diese schon Ende 2018 einem großen Kreis Interessierter vor. Aktuell prüft die bischöfliche Finanzkammer das Vorhaben aufgrund der weiteren Entwicklung nun erneut. In Meißners Hände legten die Beteiligten wieder die zusätzliche Vergrößerung. Doch dieser ergänzende Anbau in Holzbauweise entlang der Schulstraße allein wird mit weiteren Kosten in Höhe von 506 400 Euro brutto geschätzt.

Marktrat beschäftigt sich mit Kita-Umbau

Waidhaus

Damit bereits ab September 2019 die Betreuung von Kindern ab dem ersten Geburtstag möglich wurde, orderte die Marktgemeinde ein mobiles Raumkonzept in Modulbauweise. Leihcontainer wurden direkt in den Eingangsbereich der KiTa integriert. Genau an dieser Stelle soll nun die zusätzliche Erweiterung kommen. Bürgermeister Bauriedl beurteilte die Pläne bei der Vorstellung am Montagabend als „zweckmäßig“. Zudem könne die Marktgemeinde mit Bundesmitteln rechnen. In seiner Gesamtschau hielt der Rathauschef eine Förderung zwischen 70 und 75 Prozent möglich, nachdem auch der Freistaat Bayern sein Scherflein beitrage.

Josef Kleber richtete das Augenmerk auf das Verhältnis zwischen Kosten und Raumgewinn: „Dieser Anbau ist gerade einmal ein bisschen größer als eine Doppelgarage. Warum aber sollen diese 64 Quadratmeter eine halbe Million Euro kosten? Was ist daran so besonders?“ Mit einem Hinweis auf die zunächst durch den Architekten geplante Version in halbrunder Form mitsamt einer großen Glasfront antwortete der Bürgermeister: „Nun ist es das Notwendigste; da kommen wir nicht mehr weg.“

Die Debatte war damit nicht zu Ende. Georg Kleber rechnete einen Quadratmeterpreis von 7500 Euro vor und resümierte: „Da sind wir bei Münchner Preisen. Aber das ist doch etwas anderes, wo nur ein Dach drauf ist. Mir ist das unverständlich.“ Laut Fraktionskollege Josef Schmucker handle es ich nicht nur um einen Anbau. Darüber hinaus beinhalte die Planung auch einen Umbau der Sanitärräume. Auf alle Fälle solle die Kommune mit diesem Betrag in die Beantragung einer Förderung gehen.

Als auch Erika Grötsch und Andreas Ringholz um Erklärungen zu dem hohen Kostenvolumen baten, ging Bauriedl unter Zuhilfenahme des Bauplans ins Detail. Dabei informierte er über die Schaffung eines Intensivraums im Krippenraum des bisherigen Altbaus und erklärte weitere Umbauten. Ebenso bekräftigte er den Bestand der bisherigen Erweiterungspläne. Ein Hinweis auf die Kostenteilung der – nicht durch staatliche Zuschüsse getragenen – Eigenanteile gemeinsam mit der Kirchenverwaltung schuf schließlich die Basis für einen einstimmigen Beschluss des Gremiums. Darüber hinaus verankerte der Marktrat im selben Punkt seine uneingeschränkte Zustimmung, eine dritte Regelgruppe zu installieren.

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