28.05.2021 - 18:08 Uhr
WaidhausOberpfalz

Frisches Grün im "Garten der Erkrankungen"

Weder der Rosmarin, noch die meisten Salbeipflanzen überleben den langen Winter 2020/21 mit Dauerfrost über 14 Tage. Die Bilanz im ersten Jahr des neuen Kräuterprojekts ist nicht rosig. Doch es gibt Hilfe von verschiedenen Seiten.

Bei den notwendigen Ersatzpflanzungen im Leader-Areal "Dufthang" kann Monika Zeitler-Kals (rechts) auf die Unterstützung von Irmgard Schwarzmeier vertrauen.
von Josef ForsterProfil

Seit der Eröffnung des „Dufthangs“ vor zwei Jahren betreut Monika Zeitler-Kals als Kräuterpädagogin das Areal auf dem Weg zum "Alten Grenzübergang" im Auftrag der Marktgemeinde. Nach dem langen kalten Winter und dem nassen Frühjahr sind etliche Ausfälle zu verzeichnen. Über vier Tage lang zogen sich um Pfingsten die unerwarteten Arbeiten am Bienen- und Dufthang hin; immer wieder begleitet von heftigen Regenfällen und massig Wind. Zumindest ein paar Helferinnen unterstützten Zeitler-Kals bei den unbedingt erforderlichen Ersatzpflanzungen, sowie beim obligatorischen Unkrautjäten.

Noch einmal von vorne beginnen damit quasi die Präsentation von Weinraute, Eibisch oder Meisterwurz. In einem Beet, welches speziell Pflanzen für die Verdauung zeigt, konnte hingegen durch die Aufnahme von Gewürzfenchel eine bislang fehlende Ergänzung vorgenommen werden. Wodurch zugleich für den seltenen Schwalbenschwanz (eine Schmetterlingsart) nun eine geeignete Pflanze für die Eiablage vorhanden ist. Neu ist ebenso eine Silberdistel (auch Eberwurz genannt), welche die Kräuterpädagogin aus einer Gärtnerei in Berchtesgaden mitbrachte.

Einjährige unproblematisch

Eher obligatorisch verlief hingegen der Ersatz einer Vielzahl an einjährigen Pflanzen. Hierzu gehören in Waidhaus Mariendistel, Ringelblume, Fingerhut oder Kamille, welche die Kräuterpädagogin in ihrem Gewächshaus vorgezogen hatte und über Pfingsten in den dafür vorgesehenen Plätzen am „Dufthang“ einpflanzte.

Ergänzend durfte eine besonders intensiv riechende Rose aus ihrem eigenen Garten nun zum Dufthang wechseln: Trigintipetala, eine Damascener Rose, welche in Bulgarien zur Rosenöl- und Rosenwasserherstellung verwendet wird. Daher wird sie auch "Bulgarische Ölrose" genannt. Diese Rose blüht nur einmal im Jahr - von Ende Juni bis Ende Juli - und verbreitet dabei einen intensiven, betörenden Duft.

Neues Zuhause im Waidhauser Dufthang

Waidhaus

Der neue Dufthang in Waidhaus ist in diesem Jahr nach möglichen Erkrankungen eingeteilt. Hierzu wurden die entsprechenden Heil-Pflanzen ausgesucht und platziert. Zeitler-Kals ergänzt aber schmunzelnd: „Hin und wieder schmuggeln sich Pflanzen freilich von selber ein.“ Und als Beispiel nennt sie die gelbe Skabiose, die sich das Beet für jene Heilpflanzen ausgesucht habe, welche auf dem Gebiet psychischer Krankheiten Anwendung fanden: Eine Tinktur aus Skabiosen nutzten unsere Vorfahren äußerlich zur Heilung von Wunden und Geschwüren; gegen Flechten und Krätze wurden Bäder mit abgesottener Skabiosa verschrieben. „Aber die Skabiose hat doch ihren rechten Platz gefunden und darf dort bleiben weil – wenn sie wunderschön blüht – innerliche Freude aufkommt, wenn Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge ständig auf Besuch kommen.“

Patenschaften für Beete

Zeitler-Kals sucht in Absprache mit der Marktgemeinde noch Helfer für die Pflege des „Dufthangs“ und könnte sich vorstellen, dass durch eine Art Patenschaften die Sorge für ein ganzes Beet/einen Abschnitt übernommen wird. Derzeit helfen ihr einige gute Freundinnen wie Gerda Gilch, Irmgard Schwarzmeier und Edeltraud Schwarzmeier. Kaffee und Kuchen sind dabei obligatorisch.

Wer eine fachkundige Führung durch den „Dufthang“ haben möchte, braucht sich übrigens nur bei der Kräuterpädagogin oder der Gemeindeverwaltung melden. Des Weiteren werden in diesem Zusammenhang auch Kräuterwanderungen in das Naturschutzgebiet „Cesky les“ entlang der Landesgrenze angeboten, wo Pflanzen und Bäume Erinnerungen an die verlorenen Dörfer auf tschechischem Gebiet erzählen.

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