30.05.2021 - 09:49 Uhr
WackersdorfOberpfalz

B 85: Auf eine Ausbautrasse einigen

Im Ziel, die B 85 von Wackersdorf bis Altenkreith vierspurig auszubauen, sind sich die Mandatsträger von CSU und SPD einig. Über den Weg dahin bestehen allerdings völlig unterschiedliche Auffassungen.

Die SPD-Mandatsträger suchen den Schulterschluss der Anliegergemeinden und fordern den vierspurigen Ausbau der B 85 zwischen Wackersdorf und Altenkreith im Landkreis Cham.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier (CSU) möchte über die "Oberste Baubehörde" in München Druck auf das Straßenbauamt Amberg-Sulzbach ausüben und damit den Einstieg in die Planung erreichen. Für seine Kollegin Marianne Schieder (SPD) dagegen hat dieser Weg keine Aussicht auf Erfolg. "Druck müssen die Anliegergemeinden machen", betonte die Bundestagsabgeordnete beim "SPD-Gespräch vor Ort" im Wackersdorfer Ortsteil Heselbach.

Das 22,6 Kilometer lange Teilstück ist im "Bundesverkehrswegeplan 2030" als zweitrangig eingestuft. Der stellvertretende Leiter des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach, Gerhard Kederer, erkennt für den Ausbau der B 85 in Richtung Osten deshalb "keinen akuten Handlungsbedarf". Die Anliegergemeinden sehen das völlig anders. Deshalb appelliert Marianne Schieder an die Kommunalpolitiker, sich an einen Tisch zu setzen und sich auf eine mögliche Trasse vorbei an Heselbach, Bodenwöhr und Bruck zu einigen.

Dass der Druck der Gemeinden erfolgreich sein könne, beweise in den Augen des Nittenauer Altbürgermeister Karl Bley der Anschluss an die B 16. Denn: "Da waren sich alle Kommunen einig". Ein gemeinsames Vorgehen fordert Marianne Schieder deshalb auch im Fall der B 85. Sie erwartet von den Gemeinden einen Vorschlag für eine Trassenführung an Heselbach, Bodenwöhr und Bruck vorbei. Gleichzeitig will sie Vertreter des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach in die Gemeinderatssitzungen holen und zur Stellungnahme zwingen. Die SPD-Mandatsträger der Kommunen sollen dieser Forderung Nachdruck verleihen.

Nicht mehr viel Zeit

Ferner erwartet die Abgeordnete Unterstützung vom Kreistag und ein "Signal für den vierspurigen Ausbau". Marianne Schieder ist überzeugt: "Wir können nur etwas erreichen, wenn wir uns einig sind, was wir wollen".

Die Zeit dränge, so Schieder. Der Ausbau der B 85 aus Richtung Cham sei in vollem Gange. Der Lückenschluss von Altenkreith nach Wackersdorf müsse sich sofort anschließen, fordert die SPD-Politikerin. Wenn das nicht gelinge, sei der Zug abgefahren. "Die Bürger warten auf eine Lösung", weiß Wackersdorfs dritter Bürgermeister Günther Pronath aus zahlreichen Gesprächen. Er erinnert an die Forderung seiner Gemeinde an das Straßenbauamt, in einer öffentlichen Versammlung Stellung zu beziehen. "Darauf warten wir immer noch", so Pronath.

Steinbergs Bürgermeister Harald Bemmerl ist ebenfalls verärgert über die Hinhaltetaktik des Straßenbauamtes und ist der Meinung: "Wir müssen jetzt deutlich machen, dass wir uns das nicht länger gefallen lassen".

Bauamt anderer Meinung

Der stellvertretende Leiter des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach, Gerhard Kederer, sieht für den Ausbau der B 85 in Richtung Osten dagegen "keinen akuten Handlungsbedarf". Das Teilstück der B 85 zwischen Pittersberg und der Anschlussstelle zur A 93 bei Schwandorf-Nord habe oberste Priorität, nicht aber der Abschnitt von Wackersdorf nach Altenkreith, so der Baudirektor. Denn der Verkehr in Richtung Osten nehme kontinuierlich ab.

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