08.07.2020 - 10:22 Uhr
VorbachOberpfalz

Arbeitsgruppe erstellt Projektplan für den Hochwasserschutz

Noch lange wird das Hochwasserszenario in der Nacht vom 14. auf 15. Juni 2020 den Oberbibrachern in den Gliedern stecken. Der "Biwricher Tsunami" befeuert die Forderung nach einem raschen Hochwasserschutz der Ortschaft.

Der Biberbach ist für gewöhnlich ein Rinnsal. Doch er kann auch anders, wie die Flutwelle Mitte Juni gezeigt hat. Nun beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit einem Projektplan für den Hochwasserschutz.
von Robert DotzauerProfil

Für Gemeinderat Dominik Eckert (FW) war das jüngste Hochwasser-Ereignis Anlass, auf die seit mehreren Jahren geplante Sanierung des Biberbaches hinzuweisen und ein rasches Handeln anzumahnen. In einem schriftlichen Antrag formulierte Eckert die Forderung zur Erstellung eines Projektplanes und die Gründung einer Arbeitsgruppe. Die Vorstellungen über die Aufgaben einer solchen Projektgruppe sind schon weit fortgeschritten. Eckert nannte unter anderem die Abklärung der Förderhöhe, schlug einen Ideen-Workshop mit Einbeziehung der Bevölkerung und von Experten vor und plädierte für die Erarbeitung eines Zielkonzeptes.

Der FW-Gemeinderat untermauerte seine Initiative mit einer Bilder-Präsentation mit dem Titel „Das Dorfzentrum von Biwara säuft ab“. Den Vortrag ergänzte er am Beispiel der Verwüstungen im Schützenhaus, im MCO-Heim und bei privaten Anliegern mit einer Schadensbilanz. Eine Spurensuche verdeutlichte die Notwendigkeit eines Hochwasserschutzes mit ökologischer und optischer Aufwertung des Gewässersystems im Einzugsbereich des Biberbaches einschließlich des Speinsharter Forstes. Eckerts Untersuchungen galten auch den Fließrichtungen der Gewässer zwischen Frankenberg und Speinshart und von Dobertshof bis Vorbach.

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Oberbibrach bei Vorbach

Biberpopulation die Ursache

Den Vorschlag zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe unterstützte auch Bürgermeister Alexander Goller. Der Gemeindechef berichtete von Überlegungen der Eigentümer und des Pächters, den Schneidweiher als Ursache allen Übels in der Katastrophennacht nicht mehr anzudämmen. „Für die Weiher-Eigentümer und Besitzer ist eine solche Maßnahme nicht finanzierbar“, wusste Goller nach einem Ortstermin. Als Alternative nannte der Bürgermeister die Entwicklung eines Biotops mit Hochwasser-Rückhaltung. Der Sitzungsleiter berichtete zudem von Gesprächen und von einem Ortstermin mit dem Bibermanager für Nordbayern des Bund Naturschutz und mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde. Erstaunlich offen sei bei der Untersuchung die Biberpopulation im Schneidweiher als Ursache des Dammbruchs zugegeben worden.

Das Schadensereignis befeuere die Notwendigkeit des raschen Handelns, bemerkte Goller. Als „Vorspiel“ zur großen Dorferneuerung in Oberbibrach sei eine Arbeitsgruppe ein gutes Instrument, von Kennern praktische Lösungsvorschläge erarbeiten zu lassen. Der Bürgermeister denkt dabei an ein „zügiges Zeitfenster“. „Allerdings muss auch die Förderhöhe stimmen“, stellte Goller fest. Denkbar sei die Einreichung eines Planungskonzeptes spätestens im Laufe des kommenden Jahres, um spätestens 2023 mit der Dorferneuerung zu beginnen. Sebastian Pittner unterschied zwischen Maßnahmen des Hochwasserschutzes im Bereich des Biberbaches und seiner Zuflüsse und der innerörtlichen Dorferneuerung. Priorisierend sei dabei eine Initiative zum Schutz vor weiteren Flutwellen.

Vorschläge willkommen

FW-Fraktionssprecher Manfred Plößner erinnerte daran, auch den Friedhofsbereich in einen Maßnahmenplan einzubeziehen. Einigkeit herrschte im Gremium, zur Ausarbeitung von Projektvorschlägen auf der Grundlage einer bereits vorliegenden Hochwasser-Risikobewertung (HQ) eine Arbeitsgruppe zu bilden. Als Mitglieder bestimmte der Gemeinderat aus seinen Reihen Martin Wiesend, Dominik Eckert, Manfred Plößner, Marga Kreutzer und Alexander Thurn. Den Vorsitz führt Bürgermeister Alexander Goller. Auch Expertenmeinungen und Vorschläge aus der Bevölkerung sind willkommen.

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