03.08.2021 - 17:29 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstrauß: Ehemaliges Postgebäude wird zur Fundtruhe

Jahrzehntelang ging in der Bahnhofstraße 13 in Vohenstrauß die Post ab. Im vergangenen Dezember war Schluss damit. Seit Montag ist wieder Leben in der Bude: Salvatore Hofacker kauft und verkauft alles, was man braucht – oder auch nicht.

Salvatore Hofacker hat sich mit dem An- und Verkauf verschiedenster Produkte eine Nische geschaffen. Am Montag eröffnete er im ehemaligen Postgebäude in Vohenstrauß ein Geschäft.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Der 57-jährige Weidener Salvatore Hofacker betreibt seit vielen Jahren mit seiner Familie eine Entrümpelungsfirma. Vor einiger Zeit erhielt er den Auftrag, zwei Häuser in Vohenstrauß komplett zu räumen. Dabei war er auf den Leerstand der ehemaligen Postfiliale in der Bahnhofstraße 13 aufmerksam geworden. Nach kurzen Verhandlungen stand für ihn fest: "Da kann man was draus machen. Das ist der richtige Platz für meinen Laden." Am Montag eröffnete er seinen "An- und Verkauf von A bis Z". Fragt man ihm nach dem Sortiment, zuckt er mit den Schultern und meint: "Bei mir gibt's fast alles. Wer suchet, der findet."

Tatsächlich lassen sich bei einem Gang quer durch die insgesamt etwa 250 Quadratmeter große Verkaufsfläche neben Alltäglichem zahllose neue und alte Kuriositäten entdecken. Vor einer Vitrine mit Armbanduhren breitet ein mächtiger Adler aus Gips seine Schwingen aus. An der Wand thront – umrahmt von zwei scheinbar uralten Fotografien – eine hölzerne Standuhr. Im selben Raum stehen eine Infrarotkabine und eine Glasvitrine voller bunter Vögelchen einträchtig nebeneinander. Die tierische Sammlung wird ergänzt durch eine ganze Armada aus Deko-Gipsfiguren. Hunde, Mietzen, Drachen und viele andere Motive sind zu finden. Tiefenentspannt hocken zig Buddhas in Reih und Glied in den Regalen.

In einem anderen Abteil hängt eine grüne Anglerhose an der Wand. Die Modelleisenbahn im vergilbten Karton und ein neuer Brauseschlauch passen nicht wirklich dazu. Leidenschaftliche Schatzsucher wird das aber nicht stören. Die Umschreibung des Ladens als "An- und Verkauf von A bis Z" kommt nicht von ungefähr. Kinderwagen, Voliere, Fernseher, Schmuck und Industrielampen gibt es genauso wie eine Marienfigur mit Jesuskind.

Hofacker, der einen Teil seiner Familie in seinen Geschäften beschäftigt, ist die Freude über sein zweites Standbein anzumerken. Er habe bei der Besichtigung der Räumlichkeiten nicht lange überlegen müssen: "Obwohl ich fast noch mehr Platz gebraucht hätte", schränkt der 57-Jährige etwas ein. Ein großer Vorteil: Er habe die Verkaufsräume nicht erst renovieren müssen. "Das hat alles so einwandfrei gepasst." Neben antiken Möbeln und Spieltischen hat er durchaus Praktisches für den täglichen Gebrauch anzubieten: Waschmaschinen, Kühlschränke, Küchenzeilen. Der Mann mit dem Entrümpelungsservice geht dabei nicht selbst aktiv auf die Suche: "Mittlerweile wird mir von den Leuten alles Mögliche angeboten. Und ich finde immer Abnehmer."

Die Geschichte des Postgebäudes in Vohenstrauß

Vohenstrauß
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10 Tipps zum Ausmisten

  • 1. Klein anfangen: Vor dem Start Wohnung betrachten und wahrnehmen, was notwendig ist. Dann ein Zimmer oder einen Schrank nach dem anderen vornehmen. Arbeit in Etappen einteilen und genug Zeit einplanen.
  • 2. Helfer suchen: Gemeinsam macht eine Aufräumaktion mehr Spaß und sie ist effektiver. Außenstehende haben weniger emotionalen Bezug zu Dingen, das Trennen wird leichter.
  • 3. Reinigungsgeräte und -mittel bereitstellen: Mobiliar nach dem Ausräumen reinigen.
  • 4. Aussortieren – in 3 Kategorien:
  • Kategorie 1: wichtiges, häufig Benutztes. Lieblingsstücke und Kleidungsstücke, die noch richtig passen. Diese Dinge sauber und funktionsfähig am benötigten Ort aufbewahren.
    Kategorie 2: selten Benötigtes. Übersichtlich, gut erreichbar verstauen, eventuell beschriften.
    Kategorie 3: Überflüssiges, Ungenutztes. Fachgerecht entsorgen, verschenken oder weiterverkaufen.
    Dinge, bei welchen unklar ist, ob sie noch benötigt werden, in einer Kiste verstauen und abseits stellen. Was nach einem Jahr nicht benötigt wurde, entsorgen.
  • 5. Ordnung schaffen – Ordnung halten: Alle Dinge haben einen festen Platz in der Wohnung. Alle Haushaltsmitglieder sind aufgefordert, diese Grundordnung konsequent einzuhalten.
  • 6. Ordnungssysteme helfen: Kleinteile beispielsweise in Behältern oder Körben aufbewahren, die von außen beschriftet sind. Schlüssel und Geldbeutel in einer Schale nahe der Eingangstüre usw.
  • 7. Stauraum und Abstellräume optimal nutzen: mit passenden Regalen für Schuhe, Taschen, Getränke, Dekoartikeln, Aufhängevorrichtungen für Besen, Ordnungssystemen für Putzsachen.
  • 8. Kleiderschränke sinnvoller nutzen: durch platzsparende Falttechniken.
  • 9. Horizontale Flächen freihalten: Ablageflächen wie Tische, Regale und Fensterbretter ziehen Überflüssiges magisch an. Die Küchenarbeitsplatte ist der Arbeit vorbehalten, darauf dürfen nur Dinge stehen, die täglich genutzt werden.
  • 10. Routine einüben: Jeden Tag zehn Minuten Ordnung schaffen. Am besten zu fixen Zeiten aufräumen mit einem wöchentlichen Reinigungsplan. Beim Raumwechsel immer gleich Dinge mitnehmen, die aufzuräumen sind.
  • Quelle: Verbraucherservice Bayern

 

 

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