29.11.2021 - 13:35 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Verkehrsaufkommen in der Waidhauser Straße begrenzt Wohnqualität

Adolf Danzer machte als erster Redner bei der Bürgerversammlung seinem Unmut Luft. Die Verkehrssituation in der Waidhauser Straße, deren Anwohner er ist, sei untragbar. Auch die Entwicklung des Baugebiets „Sommerwiesen“ macht ihm Sorgen.

Das hohe Verkehrsaufkommen in der Waidhauser Straße belastet die Anwohner. Bei der Bürgerversammlung machte Adolf Danzer darüber seiner Enttäuschung Luft.
von Elisabeth DobmayerProfil

Mit Blick auf das gestiegene Verkehrsaufkommen in der Waidhauser Straße in Vohenstrauß wollte Adolf Danzer von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wissen, inwieweit die Erschließung der weiteren Bebauung im Baugebiet „Sommerwiesen“ geplant sei. Die Einbeziehung der Straße zum „Wenzl“-Weiher oder der Ausbau des unbefestigten Wegs vom Anwesen Rupprecht zum Beckenkeller mit Einmündung in die Pleysteiner Straße wären ihm ein Anliegen. „Denn wenn die Fahrzeuge aus dem neuen Wohngebiet alle in die Waidhauser Straße fahren, gibt es eine Katastrophe“, prophezeite der Senior in der Bürgerversammlung. Schon jetzt sei das hohe Verkehrsaufkommen nicht mehr auszuhalten. Als er 2012 an dieser Stelle baute, sei alle fünf Minuten ein Auto vorbeigefahren, jetzt alle fünf Sekunden, meinte Danzer. „Die Wohnqualität ist auf null gesunken“, resümierte der Senior niedergeschlagen.

Als zweites Anliegen führte er aus, ob die Möglichkeit bestünde, die Waidhauser Straße stadteinwärts ab der Ortstafel in Richtung Kreisverkehr, auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken. Er sei kürzlich im Bayerischen Wald gewesen und habe viele solcher Beschränkungen entdeckt. „Warum geht das bei uns in der Waidhauser Straße nicht?“ Er bat Bürgermeister Andreas Wutzlhofer um eine entsprechende Prüfung.

Feldweg als Lösung unrealistisch

Wutzlhofer versicherte, man habe schon eine weitere infrastrukturmäßige Entwicklung des Baugebiets vorgehabt. Nach dem Bauabschnitt III sollte beim nachfolgenden Bauabschnitt IV eine entsprechende straßenmäßige Erschließung in Richtung Pleysteiner Straße entwickelt werden. Allerdings habe man „von der hohen Politik“ mittlerweile mit den Schlagwörtern „Flächenfraß“ und „Innen statt Außen“ eine neue Vorgabe erhalten. Mit den derzeit geltenden Bestimmungen sei es zeitnah sicherlich nicht mehr möglich in dieser Form irgendetwas umzusetzen, weil man die Genehmigung für weitere Bauabschnitte nicht mehr bekommen werde, entgegnete der Rathauschef. Noch dazu sei der angesprochene unbefestigte Weg als Feldweg eingestuft und wenn dieser befestigt werden würde, handle es sich um einen erstmaligen Ausbau und von diesen Kosten müssten dann 90 Prozent die Anwohner tragen. Lediglich zehn Prozent die Stadt. „Die Häuslebauer und Anlieger würde das sicher nicht erfreuen“, vermutete Wutzlhofer. Gerne lasse er aber das Anliegen einmal prüfen.

Tempolimit schwierig

Das deutlich gesteigerte Verkehrsaufkommen in der Waidhauser Straße sei sicherlich auch der Entwicklung des Gewerbegebiets und des neuen Baugebiets „Sommerwiesen“ mit zwischenzeitlich 127 Plätzen geschuldet. Die Waidhauser Straße sei sicherlich für etliche Bewohner in „Sommerwiesen“ die Hauptausfahrt. Das dort fest installierte Temposys-Gerät könnte man durchaus einmal näher an die Bebauung heranrücken, um festzustellen, wie schnell in diesem Bereich gefahren werde, stellte der Bürgermeister in Aussicht. Einer Begrenzung auf Tempo 30 machte Wutzlhofer jedoch nicht viel Hoffnung, da es sich um eine Kreisstraße handle. Man wolle aber das Straßenbauamt und das Landratsamt als verwaltende Behörde einmal dazu hören.

Christian Walbrunn verstand das Anliegen in diesem Gebiet nicht ganz, denn hier sei schon vor dem Autobahnbau auf der alten Bundesstraße 14 ein hohes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen gewesen. Den Verkehr weiter eingrenzen zu wollen, halte er nicht für sinnvoll. „Ich kann nicht alle immer nur einbremsen wollen.“ Adolf Danzers Tochter entgegnete, sie lade ihn gerne ein, dass er einmal erlebe, wie schwierig es sei, rückwärts aus ihrem Grundstück auszufahren. Nachmittags habe sie kaum eine Chance herauszukommen. Obwohl bei ihnen auch noch der Garten zwischen Haus und Straße liege, müssten sie sich bei offenem Fenster regelrecht anschreien, um ein Wort zu verstehen. Man könne nur urteilen, wenn man dort wohne. Walbrunn solle einmal 24 Stunden an einem „normalen“ Tag zu ihnen kommen, dann werde er feststellen: „Nie mehr wieder.“

Vohenstraußer Verkehrsprobleme im Fokus

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Das hohe Verkehrsaufkommen in der Waidhauser Straße belastet die Anwohner. Bei der Bürgerversammlung machte Adolf Danzer darüber seiner Enttäuschung Luft.

 

 

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