02.12.2020 - 11:55 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Nach Unfall auf Zebrastreifen in Vohenstrauß: Nachbesserung nicht erforderlich

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Der tragische Unfall an einem Zebrastreifen in Vohenstrauß mit einer schwerstverletzen Fußgängerin hat in der Stadt Diskussionen ausgelöst. Polizei und Bürgermeister haben sich den Unfallort genau angesehen.

Der Zebrastreifen in der Waidhauser Straße in Vohenstrauß ist laut Polizei und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in Ordnung, was bauliche Ausführung und Beleuchtung betrifft.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Die Nachricht von dem tragischen Verkehrsunfall verbreitete sich am Samstagabend sehr schnell in der ehemaligen Kreisstadt. Eine 53-Jährige war beim Überqueren des Zebrastreifens in der Waidhauser Straße von einem stadteinwärts fahrenden Auto, das von einem 20-Jährigen gelenkt wurde, frontal erfasst worden. Sie erlitt dabei schwerste Verletzungen. Mittlerweile konnte die Frau laut Polizei die Intensivstation verlassen. Nach dem Unfall entfachte in der Bevölkerung - und in den sozialen Medien - eine Diskussion über die Sicherheit des Zebrastreifens. Die angeblich unzureichende Beleuchtung und fehlende Akzeptanz bei vielen Autofahrern waren dabei die Hauptkritikpunkte. Polizei und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer können diese Annahmen nicht bestätigen.

"Wir haben uns den Zebrastreifen nochmals am Abend bei Dunkelheit angeschaut. Die Beleuchtung ist beiderseitig angelegt und gewährleistet eine gute Ausleuchtung des gesamten Überweges. Es gibt auch keine Helligkeitsunterschiede, die Beleuchtung ist gleichmäßig und gut", erklärt der Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. "Durch die bauliche Verengung der Fahrbahn soll nochmals auf den Überweg hingewiesen werden. Optisch befinden sich die großen Hinweisschilder am Übergang und auch die Verengung ist nochmals mit Warnbarken verdeutlicht."

Nachbesserung nicht erforderlich

"Ich hatte am Dienstagvormittag ein ausführliches Gespräch mit Bürgermeister Wutzlhofer. Wir bedauern, dass eine Verkehrsteilnehmerin schwer verletzt wurde, kommen aber gemeinsam zu der Überzeugung, dass die baulichen Voraussetzungen und Regelungen so in Ordnung sind und eine Nachbesserung nicht erforderlich ist."

Zehent weist in dem Zusammenhang eindringlich auf die grundsätzlichen Gefahren in der dunklen Jahreszeit hin: "Auf der einen Seite bitten wir die Autofahrer um vorausschauende, vorsichtige Fahrweise – gerade in solchen Bereichen, in denen erfahrungsgemäß viele Fußgänger unterwegs sind und die Straße queren. Auf der anderen Seite appellieren wir an die Fußgänger, sich in der Dunkelheit auffällig zu kleiden, damit sie von den Autofahrern rechtzeitig wahrgenommen werden können. Zudem sollte man als Fußgänger trotz eines Zebrastreifens immer aufmerksam sein, ob der sich nähernde Fahrzeugführer auch wirklich den Fußgänger wahrgenommen hat und das Überqueren ermöglicht. Er darf auch seinen Vorrang nicht erzwingen."

Der Polizeichef betont: "Der geschehene Unfall ist bedauerlich. Aber trotz des vorhandenen Gefühls, dass der Fußgängerüberweg in der Waidhauser Straße oft nicht beachtet wird, gibt es keine auffällige Unfallhäufigkeit. Auch haben wir beim aktuellen Unfall keinerlei bestätigte Einflüsse wie zum Beispiel Handynutzung."

Optimal ausgeleuchtet

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer erklärt, dass er heilfroh sei, dass die schwerverletzte Frau die Intensivstation verlassen konnte. "Auch der Bursch tut mir leid. Das war ja keine Absicht", so Wutzlhofer. Derartige Unfälle würden wohl leider immer wieder passieren. Zum Fußgängerüberweg meint der Rathauschef, dass es keinerlei Einwände hinsichtlich der baulichen Ausführung gebe. "Der Zebrastreifen ist optimal ausgeleuchtet." Es gebe eventuell nur eine Möglichkeit, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer noch weiter zu erhöhen: Gelbe Blinklichter an den blauen Hinweisschildern. Diese Überlegung müsse aber noch näher recherchiert werden.

Eine Grundsatzdiskussion zum Thema Zebrastreifen will der Rathauschef nicht anstoßen. Er erinnert an die ursprüngliche Idee: "Als die Einkaufszentren im oberen Bereich der Stadt entstanden, kam die Bitte aus der Bevölkerung, besonders im Hinblick auf die Bewohner der Baugenossenschaft einen Fußgängerüberweg einzurichten." Auch wenn es die Zahlen sowohl hinsichtlich des Verkehrsaufkommens als auch der Fußgänger in dem Bereich nicht wirklich hergaben, habe man sich für die Einrichtung eines Zebrastreifens entschieden. Wutzlhofer appelliert an die Autofahrer, den Zebrastreifen in der Stadt zu beachten und den Fußgängern dort Vorrang zu gewähren.

"Der geschehene Unfall ist bedauerlich. Aber trotz des vorhandenen Gefühls, dass der Fußgängerüberweg in der Waidhauser Straße oft nicht beachtet wird, gibt es keine auffällige Unfallhäufigkeit."

Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent

Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent

Schwerer Unfall auf Zebrastreifen in Vohenstrauß

Vohenstrauß

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