18.09.2020 - 10:39 Uhr
VohenstraußOberpfalz

"Schaltlücke" verwandelt Friedrichsburg in Kulturzentrum

Die jungen Leute des Vereins "Schaltlücke" bauen in den kommenden Wochen den zweiten Stock im Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß zu einem Kulturzentrum um. Die Veranstaltungsliste klingt vielversprechend.

Jakob Müller, Max und Florian Mittelmeier (von links) vom Verein "Schaltlücke" haben sich für die geplanten Kulturveranstaltungen im zweiten Obergeschoss der Friedrichsburg ein Hygiene- und Bestuhlungskonzept einfallen und absegnen lassen. Die Vorbereitungen laufen bereits.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Nachdem die Open-Air-Kinos im Sommer im Garten der Friedrichsburg von der Bevölkerung so gut angenommen wurden, entschieden sich die Macher der "Schaltlücke", auch im Herbst in Vohenstrauß ein Kulturprogramm anzubieten. Veranstaltungsort sind dann die Räumlichkeiten im zweiten Stock der Burg. "Natürlich mussten wir dafür ein umfassendes Hygienekonzept erstellen", erklärt Florian Mittelmeier. Auch die Bestuhlung ist ein wichtiges Thema. So werden bei den Kinos, Lesungen, Konzerten und Theateraufführungen jeweils maximal 44 Leute Platz finden. Die Tickets gibt es für Zweier-, Vierer- und Sechsergruppen über die Homepage der Schaltlücke: www.schaltluecke.com.

Stolz sind die jungen Leute auf das Programm, das auf die Zuhörer und Zuschauer wartet. "Sowas hat es in Vohenstrauß noch nicht gegeben, und wird es nach Corona wohl auch so schnell nicht mehr geben", schwärmt Florian Mittelmeier. Deswegen müsse man auch - außer bei den Filmvorführungen - 10 bis 15 Euro für jedes Ticket verlangen.

Junge Künstler stellen aus

Los geht es am Wochenende vom 2. bis 4. Oktober mit einer Ausstellung. Junge Künstler erhalten dabei die Möglichkeit ihre Werke vor Publikum zu präsentieren. Bis Sonntag, 20. September, können sich laut Max Mittelmeier noch Künstler bei der Schaltlücke melden. Vernissage ist am Freitag, 2. Oktober, um 18 Uhr. Die Ausstellung bleibt dann während der gesamten Terminreihe geöffnet und kann jeweils vor Beginn der Veranstaltungen besucht werden.

"Schaltlücke" lässt das kulturelle Leben wieder anlaufen

Vohenstrauß

Oscarprämierter Kinofilm

Am Samstag, 3. Oktober, lädt die "Schaltlücke" zum ersten Kinofilm ein. Den Titel dürfen die jungen Leute noch nicht nennen. Auf der Facebook-Seite der "Schaltlücke" gibt es jedoch eine Beschreibung des oscarprämierten Films.

Sängerin mit Botschaft

Die Augsburger Künstlerin Lienne gibt am Sonntag, 4. Oktober, ein Konzert in der Friedrichsburg. Mittelmeier ist sehr stolz auf diese Verpflichtung: "Das ist wie Glück im Unglück. Denn unter normalen Umständen würde sie niemals in einer so kleinen Stadt auftreten." Die Sängerin mit türkischen Wurzeln nutzt R&B-angehauchte Popsongs, um ihre Botschaften für mehr Gleichberechtigung zu verbreiten.

Filme mit künstlerischem Anspruch

Weiter geht es am Sonntag, 18. Oktober, mit einem Indiefilm, der noch bis Februar 2020 in den Kinos lief. Auch hier verweist die "Schaltlücke" auf ihre Facebook-Seite, um über den Inhalt etwas mehr zu erfahren. "Alle Filme, die wir zeigen, haben künstlerischen Anspruch", betont Max Mittelmeier.

"Nagel" liest aus "Arbeit"

Am Samstag, 31. Oktober, liest der Berliner Sänger, Gitarrist und Buchautor Thorsten Nagelschmidt aus seinem Roman "Arbeit". "Nagel" - wie der Künstler genannt wird - wird in der Friedrichsburg für einen unterhaltsamen Abend sorgen. In seinem Gesellschaftsroman schreibt Nagelschmidt über alle jene, die nachts wach sind und ihren Job erledigen, während Studenten, Touristen und Raver feiern. Kritiker loben das Werk als "atemberaubend gegenwärtigen Roman".

"Melancholic Love Shit"

Die Münchner Sängerin Elena Rud wird am Samstag, 7. November, einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltungsreihe markieren. Sie selbst beschreibt ihre gefühlvolle und dramatische Musik selbstironisch als "Melancholic Love Shit". Bühnenerfahrung hat sie über Jahre bei Singer-Songwriter-Abenden und Open Stages gesammelt. Ihre Texte handeln von alltäglichen Dramen, die sie mit ihre nach Whiskey und Zigarettentabak klingenden Stimme zum Besten gibt.

"Junges LTO"

Angedacht ist eine Kooperation mit dem "Jungen LTO". Mittelmeier plant mit Aufführungen des Stücks "Sturm und Drang" am 14., 15. und 26. November auf der Bühne der Friedrichsburg. Die junge Garde des Landestheaters wollte dieses Werk ursprünglich im Sommer aufführen. Nun wird es dem Publikum in einer kleinen Besetzung vorgestellt.

Letzter Kinoabend

Am Freitag, 27. November, steht der vorerst letzte Kinoabend in der Friedrichsburg im Programm. Ob es danach noch weitere Veranstaltungen gibt, könne derzeit laut Mittelmeier noch nicht gesagt werden. "Wir würden gerne auch noch im Dezember und Januar damit weitermachen. Aber man weiß ja derzeit nicht, was kommt." Angedacht sei auch, andere Organisatoren bei ihren Veranstaltungen zu untersützten.

Beginn ist jeweils zwischen 19 und 19.30 Uhr. Neben der Ausstellung gibt es auch eine Bar, die streng nach den Hygieneregeln betrieben wird. Es werden Stehtischen aufgebaut, und selbstverständlich herrscht Maskenpflicht - bis man an seinem Platz ist. Ordner kontrollieren die Einhaltung dieser Regeln. Bis es jedoch so weit ist, müssen die Mitglieder der "Schaltlücke" erst mal kräftig anpacken. Unter anderem wird an einem eigenen Bühnenbild für die Bands gebastelt. "Sicher, das kostet alles Geld, aber das ist es uns wert", meint Florian Mittelmeier. "Das soll kein Larifari werden. Wenn wir es machen, dann gescheit."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.