12.04.2021 - 11:28 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Nordoberpfalz soll Jugendmusikszene bekommen

Eine „MiVoh“ in ganz groß könnte entstehen, wenn gelingt, was das kleine lokale Netzwerk namens Musikinitiative Vohenstrauß mit dem Verband für Popkultur in Bayern plant. Die Verantwortlichen betreten damit Neuland.

Hannes Gilch live on Stage. Der MiVoh-Vorsitzende ist mit seinen 29 Jahren tatsächlich schon zu alt für den aktiven Kern der geplanten Jugendmusikszene. Er will sich im Hintergrund halten.
von Gabi EichlProfil

Der Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) betritt mit diesen Plänen sprichwörtlich Neuland. Das heißt, er bewegt sich erstmals weg von den Ballungszentren hinaus aufs flache Land. Dorthin, wo es seit 2008 jenes weitgehend auf den östlichen Landkreis Neustadt/WN beschränkte Netzwerk junger Musiker namens Musikinitiative Vohenstrauß (MiVoh) gibt. Jugendmusikszenen wie der nun für die Nordoberpfalz geplanten hat der Verband für Popkultur bereits in Städten wie Straubing, Passau, Regensburg erfolgreich an den Start verholfen. In der Provinz wurde derlei bisher noch nicht versucht.

Um ein großes Netzwerk für die Nordoberpfalz zu schaffen, gehe es zunächst darum, Kontakte zu knüpfen, sagt der MiVoh-Vorsitzende Hannes Gilch im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. Daher rufen MiVoh und VPBy Musiker zwischen 13 und 27 Jahren auf, sich für ein erstes Treffen am Samstag, 17. April, anzumelden, das pandemiebedingt nur online stattfinden kann. „Unter normalen Bedingungen hätten wir uns natürlich in Vohenstrauß getroffen“, sagt Gilch. Aber es muss vorerst bei einer Videoschalte bleiben. Verschieben sei keine Option gewesen, denn im Moment sei eine „Riesendynamik“ zu spüren unter den jungen Musikern, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen wolle.

Lesen Sie hier einen weiteren Bericht über die geplante Kooperation zwischen MiVoh und Verband für Popkultur

Vohenstrauß

Eine Riesendynamik in Corona-Zeiten, in denen man nicht gemeinsam üben kann? „Ja, das hat uns auch überrascht“, sagt Gilch. Zwar sinke hier und da die Motivation durch fehlendes Üben und fehlende Auftrittsmöglichkeiten, dennoch wachse die Ungeduld auf etwas Neues, auf das, „was nach Corona kommt“. Diesem ersten Online-Treffen folgt laut Gilch eine Analyse dessen, was speziell junge Musiker in der Nordoberpfalz brauchen. Das könne vollkommen unterschiedlich sein zu den Bedürfnissen urbaner Räume. Zum Beispiel fehlten in den Städten die Proberäume, während auf dem Land eher die Auftrittsmöglichkeiten rar seien.

Wichtig sei, dass sich möglichst viele an dem ersten Treffen beteiligten und offen beschrieben, was in ihrer jeweiligen Gegend gut oder schlecht laufe. Nur dann sei es möglich, konkrete Unterstützung zu geben, sei es durch Workshops oder auch durch die Akquise von Fördermitteln. Fernziel sei, eine irgendwann stabile Jugendmusikszene in der nördlichen Oberpfalz mit den schon bestehenden in den bayerischen Großstädten zu verbinden. Auch wenn Gilch beteuert, die MiVoh stehe hier nicht im Vordergrund, könnte die Nordoberpfälzer Musikszene um die Stadt Vohenstrauß kreisen. Denn hier gibt es das Musikzentrum (MuZ) als Übungs- und Veranstaltungsraum für Workshops oder das Café Friedrich mit seiner Reihe „Live im Friedrich“.

Hintergrund:

Ziele der Zusammenarbeit

  • Wer? Verband für Popkultur in Bayern, www.popkultur.bayern/vpby, und Musikinitiative Vohenstrauß, www.mivoh.de
  • Was? Gründung einer Jugendmusikszene für Musiker zwischen 13 und 27 Jahren, ob blutiger Amateur oder angehender Profi, gleich welcher Stilrichtung
  • Wozu? Um der musikalischen Karriere einen Schub zu verleihen
  • Wie? Mit einer (über-)regionalen Szene, Workshops, Infos zu Auftrittsmöglichkeiten, Schaffung von Auftrittsmöglichkeiten
  • Wo anmelden? Hier: https://mivoh.de/2021/04/02/offenes-treffen-fuer-musikerinnen

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