23.10.2020 - 14:40 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Lüften und Heizen in den Kirchen kann zum Problem werden

Die Corona-Pandemie stellt die Pfarreien vor große Herausforderungen. Während der Wintermonate kommt der Heizungsart und der Lüftung in den Gotteshäusern besondere Bedeutung zu. Dekan Alexander Hösl aus Vohenstrauß informiert.

Die Kirche in Waldau hat eine Bankheizung, doch genau dies stellt ein Problem dar.
von Elisabeth DobmayerProfil

Viele Punkte des Corona-Hygienekonzepts für Kirchen und kirchliche Räume beruhen auf sommerlichen Bedingungen, wie zum Beispiel regelmäßiges Lüften, offene Fenster und offene Türen. Bei sinkenden Temperaturen stellt sich jedoch nun die Frage, wie die Heizung so zu gebrauchen ist, dass die Dichte der Tröpfchen und Aerosole möglichst gering bleibt und diese Tröpfchen und Aerosole durch Luftbewegung möglichst wenig verteilt werden. Kirchenheizungen sollten nicht zu Virenschleudern werden.

So haben dieser Tage die Pfarrei neue Regelungen und Empfehlungen erreicht, die Dekan Alexander Hösl nun den Pfarrangehörigen mitteilt. Es gibt dabei nicht die eine Regel, sondern mehrere Faktoren, die für jede Kirche zu berücksichtigen, miteinander abzuwägen und zu einem Heizkonzept zusammenzufügen sind.

Je flächiger eine Heizung ist, desto besser, wie dies zum Beispiel bei einer Fußbodenheizung der Fall ist, die problemlos betrieben werden kann. Je punktueller eine Heizung ist, desto schlechter, da sie zu großen Luftbewegungen führt, informiert Stadtpfarrer Hösl. In den Gotteshäusern in Vohenstrauß und Böhmischbruck gibt es mit den Heizungsarten keine Schwierigkeiten und so können diese Kirchen in gewohnter Weise beheizt werden.

In den Kirchen in Altenstadt, Oberlind und Waldau jedoch verfügen die Gotteshäuser über Bankheizungen und diese stellen während des Gottesdienstes ein Problem dar, denn sie senken die Luftfeuchtigkeit sehr stark ab und führen zu einer großen Luftbewegung, was für eine Virenverbreitung sehr ungünstig ist. Aus diesem Grund werden diese Heizungen vor dem Gottesdienst eingeschaltet und so die Kirchen etwas „vorgeheizt“. Sobald sich aber Gläubige in den Kirchen versammeln, werden diese abgeschaltet.

Ehejubiläum heuer zweimal

Vohenstrauß

„Diese Punkte sind keine Sparmaßnahmen, sondern Richtlinien im Zuge der Pandemiebekämpfung, die wir umsetzen sollen. Wir bitten Sie alle um Ihr Verständnis, denn wir müssen alle füreinander um unsere Gesundheit bemüht sein“, betont der Geistliche. Deshalb bittet er die Kirchenbesucher in diesen Orten, sich warm anzuziehen oder einfach eine Decke mitzubringen. „Dies ist mit Sicherheit nicht störend, schließlich ist die gegenwärtige Situation für uns alle eine täglich neue Herausforderung. Wir müssen alle gemeinsam durch die Krise“, ermuntert Dekan Hösl die Kirchgänger.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.