13.12.2019 - 10:12 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Wann fängt Weihnachten an?

Es ist ein ganz besonderer Zauber der sich beim Adventssingen in der Geschäftsstelle der Volksbank über die Zuhörer ausbreitet

Die Sitzweilgruppe Miesbrunn kommt ruhig und still daher. Wohltuende Klänge, die gerade in der Vorweihnachtszeit die Seelen streicheln.
von Elisabeth DobmayerProfil

Das Weihnachtsfest rückt mit großen Schritten näher, die besinnliche Adventszeit ist in vollem Gang. Zum neunten Mal haben Musikanten und Sänger beim Adventssingen in der Geschäftsstelle der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz am Marktplatz Stille und Ruhe in die hektische Vorweihnachtszeit gebracht. Die Mitwirkenden erfüllten die Erwartungen der knapp 130 Besucher perfekt. Sie konnten die Ruhe der eineinhalbstündigen Veranstaltung in einer wohltuenden Atmosphäre richtig genießen. Ganz nah dran an den Hackbrett- und Gitarrenklängen der Sitzweilgruppe Miesbrunn waren Dekan Alexander Hösl, Vorstand Rainer Lukas und der ehemalige Vorstand Gerhard Ludwig, der gerne zu dieser Veranstaltung seine Verbindung zu einer seiner früheren Geschäftsstellen aufleben lässt. Filialleiter Anton Zilbauer hieß alle herzlich zum neunten und restlos ausgebuchten „Advent in der Volksbank“ willkommen.

Bereits im Oktober kämen dazu die ersten Kartenanfragen. Nachdem der Eintritt frei sei, wurden am Ende für die Volksbankbürgerstiftung Spenden gesammelt, die Bedürftigen in der Region zugutekommen. Sein Dank galt Karl Putzer, der dieses Adventssingen wieder organisierte. Am Ende sollten alle noch für Punsch, Plätzchen und Stollen beieinander bleiben, lud Zilbauer gleich zu Beginn die Gäste ein. Auszubildende Anne Ruckdäschel eröffnete mit der Frage: „Wann fängt Weihnachten an?“ Sie hatte darauf auch gleich eine Antwort: „Wenn mitten im Winter eine Rose aufblüht, der Schmetterling leuchtend bunt durch den Garten zieht. Die Nachtigall ein Lied der Hoffnung singt und zwischen Menschen Freundschaft und Glück erklingt. Wenn mitten im Streit Versöhnung beginnt, es selbst zwischen Feinden wieder richtig stimmt. Der Reiche mit dem Hungrigen teilt und der Lahme zum Regenbogen eilt. Wenn mitten im Leid die Not gewendet, das Dunkel des Todes durch Licht beendet. Ein Kind wichtiger als alles ist und du ganz du selber bist. Dann fängt Weihnachten an.“

Von der Galerie herab schickten die Vohenstraußer Blechbläser unter Leitung von Johannes Gruber ein ums andere Mal weiche Bläserklänge mit „Still o Himmel“, „Es mag net finster wer’n“, „Leise rieselt der Schnee“ oder „Es wird scho glei dumpa“ auf die entspannten Besucher herab. Gepflegtes Brauchtum bewahren und zu würdigen versteht bestens Lehrer a. D. Max Frischholz aus Tröbes, der den Zuhörern den heiligen Apostel Andreas als leuchtende Gestalt am Übergang vom alten zum neuen Kirchenjahr ans Herz legte. „Andreas öffnet uns die Tür zum Advent und er ist nicht nur der Schutzpatron der Fischer sondern auch der Liebenden und des Ehestands. Übersetzt heißt er der Mannhafte.“

Mit der fast andächtig daherkommenden Feststellung der Sitzweilgruppe „Und aitz is halt Winter woarn, alls is verschneit“, glaubte man fast das Idyll und die Ruhe einer Winterlandschaft zu verspüren. „Staad, staad heit is Advent, wie unser Kerzerl schei brennt. Hamm a zum Denka grod gnua, gem ma vo selber a Ruah“, meinten die Sänger mit dem Altbayerischen Adventslied und stellten bereits das Christkindl in Aussicht. Die Zuhörer ließen sich mit den wohlklingenden und sanften Klängen geradezu die Seele umschmeicheln. „Die Antwort des alten Helmbrecht“ hieß eine Geschichte aus dem Bayerischen Wald, die Max Frischholz mit sonorer Stimme zum Besten gab. Wahre Perlen waren auch Stücke wie „Stille Zeit“, „Wenn i an Weihnacht denk“, „Staad wird’s“ oder „s’Kripperl im Wold“, denen die Zuhörer ergriffen lauschten. Sehr humorvoll war dagegen die Anekdote aus den Oberpfälzer Geschichtenschmankerl zum „Taubenkauf“, die von der vergebenen Liebesmüh des Karl um das Zimmern eines Taubenschlags handelte. Bevor der Taubenschlag mit den tags zuvor teuer gekauften Brieftauben gefüllt werden konnte, brutzelten die Leckerbissen bereits in der Röhre. Mit dem „Stub’n Stückl“ und „Leis erklingt das Lied“ endete das entschleunigende Adventskonzert, bei dem man spürte, dass die Vorfreude auf das Weihnachtsfest und die Musik von ganzem Herzen kommt. In ihrer Schlichtheit ergreifende Stücke kommen in der besinnlichen Zeit bei den Menschen bestens an. Nicht hektisch und laut sondern dankbar und lang forderte das Publikum natürlich Zugaben, zu denen sich die Miesbrunner Sitzweilgruppe aber auch die Bläser nicht lange bitten ließen. Den Weihnachtsklassiker „Tochter Zion“ wählten die Instrumentalisten aus. Dagegen stellte die Sitzweilgruppe die anrührende Frage „Liabs Christkindl houst mi vergessen?“ Außerdem stellten sie fest: „Denn Weihnacht is nur oamal im Jahr“ und setzten damit den Schlussakkord. Draußen vor der Tür der Geschäftsstelle mochte die Zeit inzwischen weiter rennen, drinnen blieb sie für einen Moment stehen.

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