18.12.2019 - 17:02 Uhr
VilseckOberpfalz

Zivilbeschäftigte der US-Armee fordern mehr Lohn

Eine Fortführung der Tarifverhandlungen, insbesondere aber mehr Lohn fordern Zivilbeschäftigte der US-Armee bei einer aktiven Mittagspause an der Zufahrtsstraße zum Südlager in Vilseck. Mit Bannern machen sie auf ihre Situation aufmerksam.

Rund 50 Zivilbeschäftigte der US-Armee kamen am Mittwochmittag zur aktiven Mittagspause mit Kundgebung an der Zufahrtsstraße zum Vilsecker Südlager, zu der die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Kathrin Birner, Gewerkschaftssekretärin von Verdi Oberpfalz, freute sich, dass rund 50 zivile Beschäftigte der US-Armee zur aktiven Mittagspause nach draußen gegangen waren. Obwohl in den vergangenen Wochen der politische Druck zugenommen habe, sei hinsichtlich eines neuen Tarifvertrages (der alte war zum 1. Oktober ausgelaufen) nichts passiert.

Verdi: kein akzeptables Angebot

"Wir erhoffen uns eine Kontaktaufnahme", sagte sie und meinte damit, dass die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückkehren. "Ihr hängt in der Luft", rief sie den Menschen zu, die an der Zufahrtsstraße zum Südlager standen. "Ihr geht in die Feiertage, ohne dass eine Einigung erzielt wurde", sagte sie mit Blick auf das nahende Weihnachtsfest.

Nach zwei ergebnislos abgebrochenen Tarifrunden und einer dritten, bei der nicht einmal mehr ein neuer Termin vereinbart worden war, wollte sie aber trotzdem noch nicht von einem Abbruch der Tarifverhandlungen sprechen. "Das, was auf dem Tisch liegt, ist nicht akzeptabel", kommentierte sie das Arbeitgeber-Angebot. Kritik äußerte sie außerdem an einer Vertreterin des Bundesfinanzministeriums, die gesagt habe, Arbeitsplätze könnten auch verlagert werden.

"Das ist aus unserer Sicht eine unsägliche Aussage", so Birner, "das ist völlig unpassend." Verdi fordert für die zivilen Beschäftigten - in der Oberpfalz sind es nach Angaben von Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner rund 2500 an den Standorten Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels - unter anderem, die Löhne im Gesamtvolumen von sechs Prozent zu erhöhen und mindestens 2000 Euro für Vollarbeitszeit. Kathrin Birner sagte, man sei durchaus bereit, "der Diplomatie eine Chance zu geben", kündigte aber gleichzeitig an, dass weitere und auch größere Streiks notwendig werden könnten. "Unseren Tarifvertrag können nur wir uns selbst erkämpfen", sagte sie.

"Für gute Arbeit gutes Geld"

Zum Ende der Kundgebung gesellte sich Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl zu den Zivilbeschäftigten. Auch er sprach die Drohung einer Mitarbeiterin des Bundesfinanzministeriums an, wenn die Leute mit dem, was die Arbeitgeber bieten, nicht zufrieden seien, würden Arbeitsplätze verlagert. "Das ist eine Ungeheuerlichkeit", so Schertl. "Für gute Arbeit soll gutes Geld gezahlt werden", so seine Forderung.

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