18.03.2021 - 09:10 Uhr
VilseckOberpfalz

In zehn Jahren feiert Vilseck 700. Geburtstag: Rückblick auf zwei große Stadtfeste

„Zehn Jahre müssen wir noch auf das nächste große Stadtfest warten.“ Die Vilsecker freuen sich heute schon auf diese große Feier und denken dabei an das 700. Jubiläum ihrer Stadterhebung im Jahr 2031.

Zur 600-Jahr-Feier der Vilsecker Stadterhebung war auch der Münchner Heimatverein mit dem Münchner Kindl angereist und nahm am Festzug teil. Hier geht es durch die Vorstadt Richtung Schlicht.
von Rosi HasenstabProfil

Zur Überbrückung bis dahin und quasi als Vorfreude soll am Donnerstag, 22. April, um 19 Uhr in der Burg Dagestein ein Film über die 650-Jahr-Feier 1981 gezeigt werden – natürlich unter Vorbehalt und unter Einhaltung der Corona-Vorschriften. Auch beschäftigt sich derzeit ein Arbeitskreis mit einer neuen Stadtchronik, die im kommenden Jahr erscheinen soll.

Doch zuerst einmal ein Rückblick: Um das Jahr 930 begann der Bau der Burg. Bereits 1185 wurde Vilseck – das bedeutet Stadt an der Vilsburg – erstmals urkundlich erwähnt. 1190 tauchte auch der Name der Burg Dagestein auf. Gleichzeitig entstand die Stadt, Burg und Stadt wuchsen zusammen. Als „Stadt“ (civitas) wurde Vilseck in einer Urkunde von 1269 bezeichnet. Damals gab es auch schon die bischöflich-bambergische Vogtei Vilseck. Im Jahr 1331 verlieh der Bischof von Bamberg an Vilseck die Stadtrechte.

Es war 1931, also 600 Jahre später, als das Gründungsjubiläum Vilsecks in der Neuzeit erstmals groß gefeiert wurde. Doch wer kann sich heute noch an dieses Ereignis erinnern? Viele Zeitzeugen wird es nicht mehr geben. Überliefert ist jedoch, dass sich damals ungewöhnlich viele Gäste von auswärts einfanden. Darunter auch die Vilsecker Mitglieder des Münchener Heimatvereins, die am Bahnhof mit Blasmusik empfangen wurden und im Festzug mit dem Münchener Kindl durch die Straßen zogen.

1981, also vor 40 Jahren, waren wiederum große Menschenmassen auf den Beinen, um den 650. Geburtstag der Stadt zu begehen. Zum Festbeginn machten die Stadtväter, an der Spitze der damalige Bürgermeister Rudolf Merkl, den Bürgern mit der Herausgabe einer Stadtchronik damals gewissermaßen ein Jubiläumsgeschenk. Der stattliche Band mit 348 Seiten und 160 Bildern wurde fast auf die Minute genau zum Auftakt geliefert und war quasi der Startschuss zu diesem Fest – so stand es am 18. Juli 1981 in der Amberger Zeitung. Am selben Tag eröffnete man im Kolpinghaus eine Ausstellung mit Werken einheimischer Künstler.

Vom 17. bis 27. Juli 1981 bot Vilseck seinen Besuchern ein abwechslungsreiches Programm. Dies reichte von Konzerten heimischer und ausländischer Musikkapellen, Auftritten von Gesangvereinen und Volkstumsgruppen über Kundgebungen und Sportveranstaltungen bis hin zu Unterhaltungsabenden im Festzelt und in der Mehrzweckhalle. Höhepunkt waren der große Freiluftgottesdienst auf dem Marktplatz sowie der historische Festzug mit 30 Themenwagen und -gruppen, die die Geschichte der Stadt und ihre Gebäude darstellten. Von diesem Festzug wird heute noch gesprochen, denn er war damals etwas Neues, Einzigartiges. Ob und wie das 700-jährige Bestehen der Stadt Vilseck im Jahr 2031 gefeiert wird, steht zwar heute noch in den Sternen. Man hofft jedoch, dass bis dahin die Coronakrise längst der Vergangenheit angehört.

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