17.05.2021 - 15:30 Uhr
VilseckOberpfalz

Kümmersbrucker Soldaten verladen Fahrzeuge für Übung in Ungarn

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Das Logistikbataillon 472 aus Kümmersbruck ist gerade in Bayern und Sachsen im Corona-Einsatz. Ihre militärischen Aufgaben müssen die Soldaten aber auch erfüllen. Gerade haben sie in Vilseck Fahrzeuge für eine Übung in Ungarn verladen.

Mit Hilfe der Einweiser klappte das Befahren der Eisenbahnwaggons in Schrittgeschwindigkeit ohne Probleme.
von Hans BernreutherProfil

Noch immer ist das Logistikbataillon 472 aus der Kümmersbrucker Schweppermannkaserne mit etwa 180 Soldaten im Corona-Amtshilfeeinsatz in Bayern und Sachsen tätig. Trotz dieser zusätzlichen Aufgabe im zivilen Bereich müssen aber auch die militärischen Aufträge erfüllt werden. „Das Lastenheft ist für heuer gut gefüllt“, so hatte es Bataillonskommandeur Oberstleutnant Sebastian Erbe zu Jahresbeginn formuliert.

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Ein Höhepunkt in der Ausbildung ist in diesem Jahr die binationale Übung „Safety Transport“. Seit 2015 nimmt die 5. Kompanie, spezialisiert auf militärische Transporte, gemeinsam mit dem ungarischen 64. Logistikregiment „Jozsef B. Szabo“ aus Kaposvar an dieser Übung teil. Sie findet im jährlichen Wechsel in Ungarn und Deutschland statt. Das Ziel dieses Trainings ist die Aufstellung einer gemischt deutsch-ungarischen Transportkompanie im kommenden Jahr, die der Nato unterstellt werden soll. Bei der Führung der Kompanie wechseln sich beide Länder ab. Dahinter steht der Gedanke, dass künftig aufgrund knapper personeller und materieller Ressourcen vermehrt Aufgaben nur in multinationaler Kooperation erfüllt werden können.

Südlich von Budapest

In den vergangenen Jahren erreichten die deutschen Teilnehmer das gut 700 Kilometer entfernte Übungsgebiet im Raum Kaposvar, südwestlich von Budapest, per "Straßenmarsch". Die notwendige Zwischenübernachtung legten die Soldaten beim österreichischen Patenverband, dem Versorgungsregiment 1 in Graz-Gratkorn, ein. Weil die Planung, besonders im Blick auf grenzüberschreitenden Verkehr, diesmal wegen der Corona-Pandemie unsicher war, kam von der übergeordneten Dienststelle, dem Logistikkommando der Bundeswehr aus Erfurt, der Auftrag, einen Bahntransport für die Fahrzeuge und einen Flug für die Soldaten zu organisieren.

„Die größte Herausforderung war für uns, dieses Vorhaben unter den einschränkenden Bedingungen von Corona überhaupt durchführen zu können“, berichtet der stellvertretende Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Hubert Gilgenrainer. Ungarn gilt noch als Corona-Risikogebiet. Deshalb mussten die teilnehmenden Soldaten vorab in eine zweiwöchige Quarantäne, bevor sie mit dem Flugzeug von Nürnberg nach Ungarn reisten. Die 25 Fahrzeuge, überwiegend Zehntonner mit Wechselladesystem, Containerfahrzeuge mit Anhänger, aber auch Tankwagen und geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge „Eagle“, wurden in den Rose Barracks in Vilseck zum Bahntransport verladen.

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Verladen als Weiterbildung

Das Verladen nutzte das Logistikbataillon als willkommene Weiterbildungsveranstaltung für ausgewählte Unteroffiziere und Offiziere. Gerade die jüngeren Führungskräfte konnten sich erstmals ein reales Bild von Umfang und Anforderungen bei einem derart komplexen Unternehmen machen. Dank der Einweiser klappte das Auffahren der Militärfahrzeuge auf die Bahnwaggons reibungslos. Die Bundeswehr stimmte sich eng mit den Lademeistern der Deutschen Bahn ab, um die Fahrzeuge sicher zu verkeilen.

„Mehr als acht Kilometer Fußmarsch habe ich wohl an diesem Tag zurückgelegt“, bemerkte lachend Stabsfeldwebel Patrick Schaaf. Er war der verantwortliche Verladeoffizier und neben der Erstellung der Frachtpapiere auch für die Sicherheit und den geordneten Ablauf zuständig. Die aneinandergereihten Waggons ergaben immerhin eine Länge von 364 Metern. Alles klappte perfekt.

Vier Wochen in Ungarn

Die 50 Übungsteilnehmer des Logistikbataillons 472 werden vier Wochen lang in Ungarn an mehreren Vorhaben teilnehmen. Der Schwerpunkt der Ausbildung orientiert sich an Szenarien, die so bei Einsätzen der Landes- und Bündnisverteidigung geschehen könnten.

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