23.06.2021 - 14:31 Uhr
VilseckOberpfalz

Hohe Aufklärungsquote der Polizei im Bereich Vilseck

„Die Kriminalitätsbelastung im Bereich der Stadt Vilseck ist weiter als niedrig einzustufen, die Bürger hier leben in einer der sichersten Gegenden Bayerns.“ Dieses Fazit ziehen die Vertreter der Polizei beim Sicherheitsgespräch in Vilseck.

Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Schöpf, Bürgermeister Hans-Martin Schertl, Bürgermeister Uwe König, Erster Polizeihauptkommissar Manfred Weiß und Polizeihauptkommissar Manfred Plößner (von links) treffen sich zum jährlichen Sicherheitsgespräch im Vilsecker Rathaus.
von Redaktion ONETZProfil

Bei einem Besuch im Vilsecker Rathaus stellten die Vertreter der Polizei den beiden Bürgermeistern Hans-Martin Schertl (Vilseck) und Uwe König (Freihung) die Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2020 vor. Erster Polizeihauptkommissar Manfred Weiß, der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Auerbach und der Polizeistation Vilseck, sein Stellvertreter Manfred Plößner und Hauptkommissar Karl-Heinz Schöpf als Leiter der Vilsecker Polizeistation gingen dabei besonders auf die Delikte in den beiden Gemeinden ein. Bürgermeister Hans-Martin Schertl erklärte, dass die beiden Kommunen "auch weiterhin mit der Polizei Hand in Hand zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung zusammenarbeiten werden".

Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Auerbach und der Polizeidienststelle Vilseck wurden laut der neuesten Statistik im vergangenen Jahr 521 Verbrechen und Vergehen registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Anzahl der Straftaten im Bereich Vilseck um 29 Fälle. Im gesamten Bereich der PI Auerbach stieg im vergangenen Jahr die Aufklärungsquote auf die Bestmarke von 75,6 Prozent, womit man sogar den ohnehin hohen Schnitt im Freistaat Bayern noch übertraf.

Die Polizeibeamten berichteten, dass es zu keinem Tötungsdelikt kam. Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung waren 19 Fälle zu bearbeiten, darunter auch Delikte wie die Verbreitung pornografischer Schriften und exhibitionistische Handlungen. Aber auch ein Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern war dabei. Die Zahl der Rohheitsdelikte wie Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 19 auf 117 Taten. Die Aufklärungsquote ist hier nach Angaben der Polizei mit 98 Prozent außerordentlich hoch. In diesen Bereich wurden insbesondere zehn Fälle schwerer und gefährlicher Körperverletzung und 68 Fälle der einfachen Köperverletzung registriert. "Im Jahr 2020 waren vorwiegend Körperverletzungsdelikte im häuslichen Bereich festzustellen. Hierfür dürfte die Corona-bedingte Ausgangssperre samt Schließungen ursächlich sein", stellte Manfred Plößner fest.

Bei Diebstahlen ging die Zahl im Vergleich zu 2019 um 13 auf 100 Fälle zurück. Bei den einfachen Diebstählen war ein Minus um 7 auf 65 Taten zu verzeichnen. Sechs Ladendiebstähle wurden aufgenommen. An Wohnungseinbrüchen gab es im Jahr 2020 sechs Fälle. Hierbei appellierten die Polizeibeamten an die Bevölkerung, Beobachtungen zu melden.

Fahrräder wurden nur zwei gestohlen, im Vorjahr waren es noch 14 gewesen. Ein Diebstahl konnte aufgrund der vorliegenden Daten und einer sehr guten Beschreibung aufgeklärt werden, weshalb die Polizisten die Bürger baten, ihre Räder zu fotografieren und die Rahmennummer zu notieren.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl an Vermögens- und Fälschungsdelikten um 47 auf 70 Fälle an, von denen jedoch 63 aufgeklärt werden konnten. Der große Anstieg beruht vor allem auf Warenkreditbetrügereien beim vermehrten Online-Handel in Corona-Zeiten. Auch hier liegt die Aufklärungsquote bei über 90 Prozent. Hauptkommissar Manfred Weiß hierzu: "Jeder hinterlässt Spuren im Netz.“ Die Zahl der Sachbeschädigungen sanken hingegen im Jahr 2020 deutlich von 87 auf 65 erfasste Fälle. Auch 32 Rauschgiftdelikte mussten geahndet werden. Bei ihren Ermittlungen stieß die Polizei auf zwei Marihuana-Plantagen sowie eine Drogenküche für Ecstacy.

Zusammenfassend stellte Polizeihauptkommissar Manfred Weiß fest, dass sich die Art der Delikte Corona-bedingt etwas verschoben hat. Allerdings sei die Kriminalitätsbelastung in der Region nach wie vor als niedrig einzustufen. Hervorzuheben sei die außerordentlich gute Aufklärungsquote. Bürgermeister Uwe König lobte die Arbeit der Polizei und merkte an: „Bei uns ist es nicht nur schön, sondern auch sicher.“ Bürgermeister Hans-Martin Schertl versicherte seine Bereitschaft, auch weiterhin mit der Polizei gut zusammenzuarbeiten. "Die sinkende Zahl der Vergehen und Verbrechen und die hohe Aufklärungsquote sind das Verdienst des Engagements der hiesigen Polizei", hob er hervor.

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Vilseck

"Im Jahr 2020 waren vorwiegend Körperverletzungsdelikte im häuslichen Bereich festzustellen. Hierfür dürfte die Corona-bedingte Ausgangssperre samt Schließungen ursächlich sein."

Manfred Plößner, Polizeistation Vilseck

Hintergrund:

Verkehrsunfall-Statistik 2020 im Bereich Vilseck/Freihung

  • Gesamtzahl: 518 Verkehrsunfälle wurden polizeilich aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr Rückgang von 14,94 Prozent, der vor allem durch die geringere Mobilität in Zeiten von Home Office und Kurzarbeit zu erklären ist.
  • Art der Unfälle: 360 Kleinunfälle, keine Verkehrstoten, 57 Unfälle mit Personenschaden. Rückgang bei Verkehrsunfällen mit schwerwiegendem Sachschaden von 111 auf 101. 26 Unfälle mit Personen- oder schwerwiegendem Sachschaden durch Fahranfänger. Seit neun Jahren kein Schulwegunfall mehr.
  • Fahrerflucht: 77 Fälle.
  • Polizeikontrollen: 13 Fahrer wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor es zu einem Unfall kam. 14 Mal Trunkenheitsfahrten, drei Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss.
  • Geschwindigkeitskontrollen: Laserhandmessgerät war im Jahr 2020 insgesamt 36 Stunden im Einsatz. Gegen 20 Fahrer wurde Bußgeldanzeige erstattet.
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