25.07.2021 - 11:27 Uhr
TrabitzOberpfalz

Finanzspritze für Bienenprojekt und Streuobstwiese in Trabitz

Blüten locken Bienen an und Bienen sollen Radler anlocken. Diese Idee der Trabitzer LBV-Gruppe fand Unterstützung, zumal noch einiges mehr dahinter steckt.

Mit gutem Grund stolz sind Andreas Wolf, Fabian Dötsch und Michael Wolf (von links) vom Leitungsteam der Trabitzer LBV-Gruppe auf deren Streuobstwiesen-Projekt. Georg Braunreuther (ALE Oberpfalz), Birgit Plößner (ILE VierStädtedreieck) und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk (von rechts) lobten beim Besuch des Geländes am Grünbach das durchdachte Konzept der Anlage, zu der auch ein solides Bienenhaus gehört.
von Bernhard PiegsaProfil

Dieser Antrag ließ die Entscheidungsträger bei der „Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) VierStädtedreieck“ und beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE) aufhorchen: Mit einem professionell formulierten 18-seitigen Konzeptpapier bat die Naturschutzgruppe Trabitz im Landesbund für Vogelschutz (LBV) um einen Zuschuss aus dem „ILE-Regionalbudget“ für ihr Projekt „Streuobstwiese mit Insektenhotel und Bienenhaus mit Unterbringungsmöglichkeit von Kindergruppenmaterial und Pflegegeräten“.

Die Gelegenheit war günstig: Eine andere Gemeinde hatte ein Zuschussgesuch zurückgenommen, und der frei gewordene Geldbetrag sollte anderweitig vergeben werden. Mit ihrem überzeugenden Konzept hatte die Trabitzer LBV-Gruppe gute Karten für den höchstmöglichen Zuschusssatz von 80 Prozent der förderfähigen Kosten: „Hier ist offenbar ein Vorzeigeprojekt im Entstehen, das in vorbildhafter Weise zentrale Zielsetzungen der Integrierten Ländlichen Entwicklung erfüllt wie etwa den Schutz von Natur, Artenvielfalt, Kulturlandschaften und Tradition oder die Stärkung von Bürgerengagement und Gemeinschaftsleben“, urteilte Baudirektor Georg Braunreuther vom ALE bei einem Besuch des vom LBV betreuten Grünbachtal-„Reservats“, an dem auch ILE-Umsetzungsbegleiterin Birgit Plößner teilnahm.

Seit 1999 kümmert sich die Naturschutzgruppe um ein fünf Hektar großes Gebiet am Grünbach bei Drahthammer. Auf der zugehörigen Wiesenfläche pflanzten sie bereits eine Reihe von elf Streuobstwiesenbäumen, zwei weitere Reihen mit 20 Bäumen werden folgen. „Wir pflanzen vorwiegend Bäume althergebrachter Obstsorten, von denen manche kaum noch bekannt sind“, berichtete Gruppenvorsitzender Fabian Dötsch. Einige Bäume werde man mit einem gelben Band kennzeichnen: „Wenn diese Bäume Früchte tragen, darf sie jeder pflücken.“

Im Aufbau befinde sich außerdem ein solider Holzschuppen, in dem Bienenstöcke untergebracht würden und auch Pflegegeräte für die Streuobstwiese Platz finden. Das Dach solle mit „Bienenweide“-Blütenpflanzen begrünt werden. Mit zwei Imkern, die auch Mitglieder des LBV seien, hat die Naturschutzgruppe eine Absprache getroffen: „Sie werden das Gebäude vom LBV pachten, die Bienenvölker betreuen und bienenkundliche Gruppenstunden für unsere Naturschutzjugend anbieten.“ Nicht zuletzt stellten die Bestäuberinsekten die Befruchtung der Streuobstwiesenblüten sicher.

Die elementare Bedeutung der Bienen für die Natur solle Besuchern des Areals auch auf Schildern erläutert werden, ergänzte Gruppenmitarbeiterin und Gemeinderätin Anna Laugensteiner. Weitere Aspekte wie der Nutzen von Streuobstwiesen und Insektenhotels, die örtliche Flora und Fauna oder der Wandel der Jahreszeiten wolle man gleichfalls auf Schautafeln thematisieren. „Wir denken dabei auch an Radwanderer, die auf dem in der Nähe verlaufenden überregionalen Radweg hier vorbeikommen“, betonte Laugensteiner. Für sie solle nahe der Straße ein Unterstand mit Sitzgelegenheit gebaut werden.

Fabian Dötsch berichtete, dass zur Naturschutzgruppe außer der „Aquila“-Gruppe für Heranwachsende und junge Erwachsene eine Jugendabteilung mit zurzeit gut 20 Kindern aus der Altersgruppe der Erst- bis Siebtklässler gehört. Dabei werde es sicher nicht bleiben. Das Interesse auch von Kindern aus Nachbargemeinden sei groß. "Wir werden die Gruppe demnächst aufteilen.“

Fledermäuse im Schlaf zählen

Trabitz

„Wir pflanzen vorwiegend Bäume althergebrachter Obstsorten, von denen manche kaum noch bekannt sind.“

Fabian Dötsch

 

 

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