26.09.2021 - 23:36 Uhr
TrabitzOberpfalz

Ergebnis "ein Schock" für Konrad Dippel

Konrad Dippel aus Trabitz hat es nun zum fünften Mal versucht, im Wahlkreis 235 Weiden als parteiloser Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen. Erneut schafft er es nicht und ist maßlos enttäuscht.

Bei der Stimmabgabe am Sonntagvormittag in Burkhardsreuth ist Konrad Dippel noch zuversichtlich. Am Abend ist die Enttäuschung dann jedoch riesengroß.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Bei der Stimmabgabe am Sonntagvormittag in Burkhardsreuth war Konrad Dippel noch guten Mutes, doch am Abend war der parteifreie Kandidat aus Trabitz am Boden zerstört. In seinem Heimatort lag er zwar vor Albert Rupprecht (CSU) mit über 35 Prozent der Stimmen an erster Stelle, im Wahlkreis 235 Weiden schaffte er jedoch nur 7,1 Prozent. "Das ist ein desaströses Ergebnis", bedauert Dippel. Vor vier Jahren holte er noch über neun Prozent. "Ich gebe mich vollkommen geschlagen und bin sehr, sehr enttäuscht." Er könne zwar damit "gut leben", sei aber nun "von der Täuschung befreit, etwas bewegen zu können".

Letztendlich habe er nur die erreicht, "die mich eh schon kennen". Vermutlich seien die Leute "nicht bereit, etwas anderes zu wählen". Den Kopf werde er dennoch nicht in den Sand stecken und auch in vier Jahren wieder zur Bundestagswahl antreten. Der zweite parteilose Direktkandidat, Helmut Bauer aus Eslarn, hingegen ist "angenehm überrascht" von seinem Ergebnis, zumal er kaum Wahlwerbung betrieben habe. Er holte 746 Stimmen, hatte aber nur mit der Hälfte gerechnet. Beim nächsten Mal wolle er wieder dabei sein.

So kommentieren weitere Lokalpolitiker das Wahlergebnis:

  • Andreas Meier (CSU)

Landrat Andreas Meier ist froh, dass Albert Rupprecht wieder den direkten Einzug in den Bundestag geschafft hat. "Ich hatte aber auch keinen Zweifel daran." In Sachen Bundesregierung werde die FDP um Christian Lindner wohl das Zünglein an der Waage sein, vermutet Meier. "Beim zweiten Mal Jamaika wird er nicht wieder kneifen", spekuliert der Landkreischef auf Schwarz-Grün-Gelb.

  • Stephan Oetzinger (CSU)

"Es ist ein gutes Signal, dass Albert Rupprecht wieder unser Abgeordneter ist", findet Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger. Insgesamt sei das Ergebnis für Rupprecht ordentlich, im Landkreis Neustadt lag er sogar über dem Bayernschnitt. Bei der Regierungsbildung geht der Manteler davon aus, "dass wir keine Große Koalition bekommen, sondern eine andere Konstellation, entweder Schwarz-Grün-Gelb oder eine Ampel".

  • Margit Kirzinger (SPD)

Die stellvertretende Landrätin ist am Sonntagabend hörbar glücklich. "Die Koalitionsbildung wird sicher nicht einfach, aber unser Olaf schafft das schon", sagt Margit Kirzinger. Ihre persönliche Wunschkoalition wäre Rot-Rot-Grün gewesen, "aber danach schaut es nicht aus". Im Kabinett würde sie gerne den amtierenden Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sehen. "Dessen Arbeit wurde ein bisschen zu wenig honoriert."

  • Nicole Bäumler (SPD)

Die neue SPD-Kreisvorsitzende aus Schirmitz ist stolz auf die "fulminante Aufholjagd" ihrer Partei. Eine Regierungsbildung werde allerdings schwierig. "Die Sondierungsgespräche werden lang dauern." Sie könne sich demnächst auch eine herausragende Rolle für den früheren Juso-Chef Kevin Kühnert vorstellen. Bäumler hätte Uli Grötsch gern noch ein paar Prozent mehr gewünscht. "Ich hab ihn nicht gesprochen, denke aber mal, der Uli ist trotzdem zufrieden."

  • Oliver Mutterer (FDP)

Oliver Mutterer, Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Neustadt, freut sich, dass die FDP bundesweit zum zweiten Mal hintereinander ein zweistelliges Ergebnis geholt hat. Es sei positiv, "dass wir bei der neuen Regierung mitreden sollen", hofft der Flosser auf eine FDP-Beteiligung an der künftigen Bundesregierung. Im Landkreis Neustadt sei das Ergebnis allerdings nicht so ausausgefallen, "wie wir uns das vorgestellt hätten". Zweistellig wäre zwar "sehr, sehr schwierig" geworden, aber 8 oder 9 statt 7,3 Prozent hätten es schon sein dürfen. Dafür sei die FDP "bayernweit gut dabei", eventuell könne sie sogar einen zweiten Oberpfälzer über die Liste nach Berlin bekommen.

  • Roland Magerl (AfD)

"Grundsätzlich hätten wir uns mehr erhofft", bedauert AfD-Landtagsabgeordneter Roland Magerl aus Weiden. Sowohl im Wahlkreis als auch auf Bundesebene hätte er sich ein bis zwei Prozent mehr gewünscht. Dass Manfred Schiller über die Erststimme gegen Albert Rupprecht und Uli Grötsch (SPD) den Einzug in den Bundestag schaffen könnte, sei nicht realistisch gewesen. Es könnte aber noch über die Liste klappen. "Das wird ein langer Abend."

Mit diesen Zielen ging Konrad Dippel in den Wahlkampf

Trabitz

Die Analyse der Bundestagswahl für den Landkreis Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab

 

 

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