30.10.2020 - 09:07 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ziegler-Group schafft bis zu 1000 neue Jobs in Tirschenreuth

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Der Fertighaus-Anbieter will im Süden der Stadt 220 Millionen Euro in einen Fertigungsstandort investieren. Die Weichen für das Großprojekt hat der Stadtrat bereits gestellt. An diesem Freitag werden weitere Details bekanntgegeben.

Rund 35 Hektar möchte die Ziegler-Group für ihre Produktionsstätte nahe Tirschenreuth belegen. Das Gelände, das sich überwiegend im Besitz der Stadt befindet, liegt im Süden rechts der Bundesstraße 15 und würde sich bis rund um den Engelmannsteich erstrecken.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

"Das ist eine der größten Betriebsansiedlungen in der Stadtgeschichte", schwärmt der Tirschenreuther Bürgermeister Franz Stahl: Am Donnerstag hat der Stadtrat den Beginn des Bauleitverfahrens für ein neues Bauprojekt der Ziegler-Group beschlossen. Das Unternehmen will 220 Millionen Euro in einen modernen Standort für die Produktion von Fertighäusern investieren. Das Vorhaben könnte Ende 2022 starten und soll nach dem Abschluss rund 1000 Menschen Arbeit bieten.

Rund 35 Hektar Fläche rund um den Engelmannsteich würden für die Betriebsanlagen mit Fertigung, Verwaltung und Musterhäusern benötigt, sagte Stahl am Donnerstagabend exklusiv gegenüber Oberpfalz-Medien. Ziel der Ziegler-Group sei es, die Produktion der "Fertighäuser in Holzständerbauweise" an einer Stelle zu zentralisieren. Wie genau die Pläne des Unternehmens aussehen, werden Vertreter der Ziegler-Group, Bürgermeister Franz Stahl sowie Landrat Roland Grillmeier diesen Freitag im Tirschenreuther Rathaus erläutern.

Erst Mitte September sei der Stein für das Projekt ins Rollen gekommen, berichtet Stahl. Am Anfang stand eine spontane Bemerkung bei einem Treffen im Landratsamt. Ein "kesser Schnoderer" und gerade mal sieben Wochen später kann Stahl die ersten Beschlüsse liefern: Am Donnerstag wurde im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung der Auftrag für die Bauleitplanung des Gewerbegebietes an das Planungsbüro Narr-Rist-Türk (NRT) vergeben. Die Architekten sind in Tirschenreuth keine Unbekannten, haben beim Projekt "Zukunft Stadtgrün" und der Gartenschau mitgewirkt. Bis Ende 2022, hofft Bürgermeister Franz Stahl, könnte die Bauleitplanung abgeschlossen werden - und dann eben gleich der Spatenstich folgen.

Landesplanung schon kontaktiert

Eine Portion Glück braucht es gerade beim Gang durch die Genehmigungsbehörden natürlich auch. Doch hat Stahl nach eigenen Worten vom ersten Moment an versucht, alle Beteiligten mit an den Tisch zu holen. Sogar die Landesplanung und natürlich die politischen Stellen hat der Bürgermeister schon kontaktiert. "Wir haben eine enorme Dynamik reingesteckt", sagt er. Stahl ist zuversichtlich, auch weil der Großteil der gewünschten Fläche bereits im Besitz der Stadt ist. Mit dem Auftrag an das NRT-Planungsbüro hat die Stadt jetzt den Ball an die Profis abgegeben. Mit rund 300.000 Euro kalkuliert man für die Maßnahmen, um für das Gelände die baurechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Gehen die Pläne des Unternehmens auf, dann rechnet Stahl mit einem bedeutenden Mosaikstein, der die Stadt weiter voranbringen wird. "Der Ort wird qualitativ und wirtschaftlich profitieren", ist sich Stahl sicher. Stolz ist der Bürgermeister auch auf die gute Kooperation in den vergangenen Wochen.

Weniger Schwerlastverkehr

Lohnen werde sich das Ganze aber nicht nur in Hinblick auf den neuen Arbeitgeber im Ort, inklusive der steuerlichen Situation. Immerhin würde die zentrale Fertigungsstelle auch Transporte einsparen und damit den Schwerlastverkehr in der Region verringern. Gerade das Thema Schwerlastverkehr sei der Auslöser für das Großprojekt gewesen, erinnert Stahl. Mitte September hätten sich betroffene Bürgermeister bei einem Treffen im Landratsamt Gedanken über die Lenkungen des Schwerlastverkehrs gemacht. Ergebnisse seien nicht erzielt worden, doch hatte Franz Stahl bei dieser Gelegenheit auch die enormen Belastungen für Tirschenreuth herausgestellt. "Was können wir für Tirschenreuth machen", hätte kurz darauf ein Vertreter des Unternehmens nachgefragt - und die Idee einer Betriebsansiedlung vorgestellt. Eine Chance, die Franz Stahl sofort aufgreifen wollte.

Die Ziegler-Group legte in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung hin

Betzenmühle bei Plößberg

Die Dimension des Vorhabens hat alle Erwartungen des Bürgermeisters gesprengt. Rund 35 Hektar will das Unternehmen für die zentrale Fertigungsstelle für die modernen Holzhäuser nutzen, um in Deutschland in diesem Bereich an die Nummer Eins aufzurücken. Mit aktuell 550 Millionen Umsatz hofft die Ziegler-Group nach diesem Schritt die Milliardengrenze zu knacken. Beim Platz für die Betriebsansiedlung hat Franz Stahl schon seit längerem die Flächen im Süden vor Tirschenreuth, im Bereich des Engelmannsteiches, im Auge. Aktuell finden sich dort Vorrangbereiche für den Kaolinabbau, doch versuche die Stadt schon seit Jahren, diese Flächen herauszunehmen. Mit der Landesplanungsstelle sei deshalb bereit ein Termin vorgenommen worden. Franz Stahl ist zuversichtlich, dass dort auch die Dimension der Investition mit ihren Auswirkungen auf die Infrastruktur der Region berücksichtigt werde.

Noch in der vergangenen Woche hätte man sich auch schon zu einem ersten Auftaktgespräch im Landratsamt, mit Landrat Roland Grillmeier, den Vertretern der Ziegler-Group, Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht sowie den Juristen des Amtes getroffen. Und Stahl ist durchaus zuversichtlich, die Bauleitplanung im angepeilten Zeitraum zu schaffen, "wenn alles gut geht".

In einem ersten Entwurf sind bereits die Dimensionen für die Betriebsansiedlung der Fertighausproduktion der Ziegler-Group erkennbar. „Natürlich ist der Plan nur eine erste Vorstellung“, betont Bürgermeister Franz Stahl.

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