22.09.2021 - 16:31 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wunschkandidat der neue Direktor des Amtsgerichts Tirschenreuth

Seit Juli gibt es einen neuen Direktor am Amtsgericht Tirschenreuth: Markus Fillinger. Der offizielle Amtswechsel ist nun vollzogen.

von Lena Schulze Kontakt Profil

„Aller guten Dinge sind drei“ heißt ein Sprichwort, und so ist es auch beim neuen Amtsgerichtsdirektor in Tirschenreuth, Markus Fillinger. Seit Juli ist der 47-Jährige zum dritten Mal hier tätig. Er folgt auf Thomas Weiß, der das Amtsgericht seit 2010 leitete. Bei einer Feierstunde im Kettelerhaus verabschiedete Dr. Thomas Dickert, Präsident des Oberlandesgerichts Nürnberg, Thomas Weiß und führte Markus Fillinger in sein Amt ein.

Große Fußstapfen

Fillinger erinnerte sich noch gut daran, als er zum ersten Mal nach Tirschenreuth kam. Im Jahr 2000 nahm ein Staatsanwalt den Rechtsreferendar mit ans Amtsgericht – „mir bis dahin völlig unbekannt“. Der Staatsanwalt schwärmte von dem imposanten Gebäude und der schönen Brücke. „Er hat nicht übertrieben“, sagte Fillinger. Von 2002 bis 2009 war der Weiherhammerer als Richter im Amtsgerichtsbezirk Tirschenreuth eingesetzt. Er übernahm damals die frühere Zweigstelle Kemnath.

2009 wechselte Fillinger an das Landgericht Weiden und gehörte von da an der 1. großen Strafkammer an. Und jetzt wieder Tirschenreuth. „Die Rückkehr fiel mir leicht. Mein Vorgänger hat mir ein bestens bestelltes Haus übergeben, aber auch große Fußstapfen, in die ich hoffentlich hineinwachsen werde.“

Besonderer Dank an Mitarbeiter

Thomas Weiß ging Ende Mai in den Ruhestand. Mit vier Monaten Abstand könne er sagen, dass die zehneinhalb Jahre als Amtsgerichtsdirektor zwar fordernd, aber auch sehr schön gewesen seien. Der Weidener hob vier prägende Ereignisse heraus. Zum einen die Gartenschau 2013, dann 2015 der große Umbruch durch die Eingliederung der Zweigstelle Kemnath. Eine Besonderheit sei die 25-jährige Partnerschaft mit dem Kreisgericht in Tachov gewesen. Eine Phase, auf die Weiß gern verzichtet hätte, war zuletzt die Corona-Pandemie. Er bedankte sich bei allen Behörden für die gute Zusammenarbeit und besonders bei seinen ehemaligen Mitarbeitern: „Wir haben die Justizfamilie gelebt.“ Er wünschte seinem Nachfolger „so eine gute Zeit, wie ich sie in Tirschenreuth hatte“.

Souveräne Richterpersönlichkeit

Der Präsident des Oberlandesgerichts ging zunächst auf den Fischhof als Gebäude ein. Der Direktor müsse, wie das Haus, Offenheit, Sachlichkeit und Würde ausstrahlen. Der Fischhof sei eines der ältesten, interessantesten und schönsten Kulturdenkmäler, die als Rechtsgebäude genutzt werden. Während Weiß’ Dienstzeit als Direktor wurden hier 1,3 Millionen Euro investiert – der Hauptanteil im Zuge der kleinen Gartenschau 2013.

Besonders lobte Dickert, dass in Tirschenreuth effizient gearbeitet werde. „Die Verhandlungsdauer ist im Schnitt signifikant niedriger als in allen anderen Amtsgerichten.“ Auch die Integration der Zweigstelle Kemnath sei dem ehemaligen Direktor unaufgeregt gelungen. „Wir verlieren mit dir eine Richterpersönlichkeit mit souveräner Besonnenheit, höchstem Verantwortungsbewusstsein und ausgesprochener Entscheidungsstärke“, betonte der Präsident und las aus Weiß’ richterlicher Beurteilung vor: „Er braucht nicht viele Worte, aber was er verlautbart, ist in höchstem Maße zutreffend.“ Dickert wünschte ihm Glück, eine robuste Gesundheit und viel Kreativität, den neu gewonnenen Freiraum zu gestalten.

"Zutiefst beeindruckende Belastbarkeit"

Sein Nachfolger Fillinger sei der Wunschkandidat für diesen Posten gewesen. „Er ist teamfähig, führungsstark und entschlusskräftig.“ Fillinger gehe mit Freude an Herausforderungen heran. Auch hier verlas Dickert einige Zitate aus seiner Bewertung: Fillinger zeichne eine „zutiefst beeindruckende Belastbarkeit“ aus, die wohl von seiner durch „Sport gestählten ausgezeichneten psychischen und physischen Konstitution“ her rühre. „Ohne Schnörkel und Pathos zeigt er auf, was Sache ist. Er weist auf Missstände hin und zeigt Lösungen zur Beseitigung auf“, zitierte Dickert und wünschte dem neuen Amtsgerichtsdirektor viel Erfolg.

Gerhard Heindl, Präsident des Landgerichts Weiden, hatte die zahlreichen Gäste und Mitarbeiter zur Feierstunde begrüßt. Das Blechbläserensemble der Zollkapelle Nürnberg umrahmte den Amtswechsel musikalisch.

Nach über zehn Jahren als Amtsgerichtsdirektor in Tirschenreuth geht Thomas Weiß in den Ruhestand

Tirschenreuth

Markus Fillinger ist der neue Direktor am Amtsgericht Tirschenreuth - der jüngste Bayerns

Tirschenreuth
Hintergrund:

Rund 40 Mitarbeiter am Amtsgericht

  • Das Amtsgericht Tirschenreuth im historischen Fischhof hat den Ruf des kleinsten, aber auch schönsten Amtsgerichts in Bayern. Es ist verantwortlich für den gesamten Landkreis mit rund 72.500 Einwohnern.
  • Am Amtsgericht arbeiten fünf Richter. Direktor ist Markus Fillinger. Sein Stellvertreter ist Peter Neuner. Weitere Richter: Tanja Lugert, Janina Leinhäupl und Sebastian Goldmann.
  • Insgesamt sind am Amtsgericht rund 40 Mitarbeiter beschäftigt.

 

 

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