25.04.2021 - 09:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wildbret im Landkreis Tirschenreuth unter strenger Kontrolle

35 Jahre sind seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vergangen. Noch immer sind in Bayern die Auswirkungen messbar. Wildbret ist teilweise radioaktiv belastet. Doch Messungen sorgen für Sicherheit.

Aufgrund der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten von Wildschweinen ist ihr Fleisch teilweise noch immer radioaktiv belastet.
von Bernhard SchultesProfil

Der Bayerische Jagdverband (BJV), Kreisgruppe Tirschenreuth, und die Bayerischen Staatsforsten sorgen dafür, dass kontaminiertes Wild nicht in den Handel gelangt, informiert Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg in einer Pressemitteilung. Der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Tirschenreuth berichtet, dass auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse das Unglück am 26. April 1986 in Tschernobyl in die höchste Kategorie katastrophaler Unfall eingeordnet wurde.

„Innerhalb der ersten zehn Tage nach der Explosion wurde eine Radioaktivität von mehreren Trillionen Becquerel in die Erdatmosphäre freigesetzt. Die so in die Atmosphäre gelangten radioaktiven Stoffe, darunter das Isotop Caesium 137 mit einer Halbwertszeit von rund 30 Jahren, kontaminierten infolge radioaktiven Niederschlags hauptsächlich die Region nordöstlich von Tschernobyl sowie durch Windverfrachtung viele Länder in Europa. In Deutschland war Bayern besonders betroffen. Insbesondere Südbayern, Teile von Schwaben, der Bayerische Wald und auch einige Gebiete in der Oberpfalz und in Oberfranken wurden 1986 vom radioaktiven Niederschlag erfasst. Auch über einigen Bereichen des Landkreises Tirschenreuth fiel damals radioaktiver Regen“, so Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg.

„In den sogenannten Fallout-Regionen sind Wildschweine bis heute teilweise radioaktiv belastet. Dies liegt an den Lebensgewohnheiten dieser Wildart", weiß der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Tirschenreuth. Denn Wildschweine suchen im Gegensatz zu anderen Wildtieren einen Großteil ihrer Nahrung, wie Wurzeln, Pilze und Insekten, im Boden.

Damit nur einwandfreies Wildbret auf den Teller der Verbraucher kommt, hat der Bayerische Jagdverband Anfang der 1990er Jahre damit begonnen, ein flächendeckendes Netz von Radiocäsium-Messstationen zu errichten, das mittlerweile weiter ausgebaut wurde. Inzwischen betreibt der Bayerische Jagdverband über seine Kreisgruppen und Jägervereine 124 Messstationen über ganz Bayern verteilt, erklärt Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg. Zusätzlich dazu verfügen auch die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) flächendeckend über solche Messstationen. "Dieses Netz ist das dichteste in Deutschland."

„Wildbret vom Wildschwein ist gesund und köstlich."

Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg

Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg

So führen die BJV-Kreisgruppe Tirschenreuth und der Betrieb Waldsassen der Bayerischen Staatsforsten bei den erlegten Wildschweinen konsequent Messungen durch. „Im vergangenen Jahr lag die Quote der getesteten Wildschweine mit einem Messwert über dem Grenzwert von 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm zwischen einem und fünf Prozent“, berichtet Baron von Gemmingen-Hornberg. In einigen kleinen Bereichen im östlichen Landkreis Tirschenreuth lägen die Zahlen höher. "Bei Fleisch, das diesen Höchstwert überschreitet, besteht ein Handelsverbot." Der Verbraucher könne also dank der Messstationen des BJV und der Bayerischen Staatsforsten im Landkreis Tirschenreuth "und dem verantwortungsvollen Umgang der hiesigen Jägerschaft jederzeit sicher sein, dass von hier stammendes Wildbret einwandfrei und genusstauglich ist". Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg betont: „Wildbret vom Wildschwein ist gesund und köstlich, auch und besonders auf dem Grill. Und dank der Messstationen können wir den unbedenklichen Verzehr garantieren.“

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