11.12.2019 - 11:47 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Verstoß gegen Kontaktverbot kommt teuer

Mit ihrer Darstellung stand die Angeklagte am Ende alleine da. Wegen Missachtung des Kontaktverbots gegenüber einer ehemaligen Freundin muss sie 900 Euro Geldstrafe zahlen.

Symbolbild
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Viele Jahre sei das Verhältnis der beiden Frauen aus dem Landkreis Tirschenreuth sehr gut gewesen, schilderte die Geschädigte, eine 30-jährige Bürokauffrau, vor Gericht. Doch irgendwann sei ihre Freundin, eine 31-jährige Altenpflegehelferin, ein komplett anderer Mensch geworden. Die 30-jährige fühlte sich und ihre Familie fast täglich belästigt: "Sie hat einfach nicht aufgehört." Unter anderem habe sie davon gesprochen, dass ihr Mann und ihr Vater sterben würden. Irgendwann habe auch die Polizei, in deren Begleitung die Angeklagte erschien, die Frau nicht mehr ernst genommen.

"Nur einmal zurückgerufen"

Im März diesen Jahres kam es zum zivilrechtlichen Vergleich mit einem Kontaktverbot. Das untersagte der 31-Jährigen, sich der Wohnung der ehemaligen Freundin zu nähern sowie per Telefon oder E-Mail Kontakt aufzunehmen. Doch auch nach diesem Termin rief die Angeklagte an, was prompt zu einer Strafanzeige führte. Gegen den Strafbefehl in Höhe von 900 Euro setzte sich die Altenpflegehelferin zur Wehr. Sie habe einmal zurückgerufen, aber nur, weil sie selbst seit dem Vergleichstermin täglich Anrufe von der 30-Jährigen erhalten habe.

Von diesen Telefonaten ließ sich vor dem Strafrichter jedoch kein einziges belegen. Ein Screenshot ihrer Anrufliste, den die Angeklagte bei der polizeilichen Befragung vorlegen wollte, blieb aus. Ebenso die Bestätigung durch nahe und fernere Bekannte, die als Zeugen benannt wurden. "Kein einziger hat bestätigt, dass Sie angerufen wurden", hielt Richter Thomas Weiß der Frau vor und legte ihr nahe, den Strafbefehl zu akzeptieren. "Es sagt keiner was, obwohl sie dabei waren. Ich weiß, wie die Geschichte war", verteidigte sich die 31-Jährige noch. Doch schließlich verzichtete sie auf die Vorladung einer weiteren Zeugin, deren Wohnort erst noch ermittelt werden müsste.

30 Tagessätze

Die Angeklagte nahm ihren Einspruch zurück. Sie akzeptierte den Strafbefehl über 30 Tagessätze zu 30 Euro, ausgestellt wegen eines Vergehens gegen das Gewaltschutzgesetz. Auch die Kosten des Verfahrens muss die Frau bezahlen.

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