04.11.2020 - 10:14 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tourismus-Zahlen in Tirschenreuth nur mit kleinem Hoch

Urlaub innerhalb von Deutschland hat in diesem Sommer großen Zuspruch erfahren. Auch der Tourismus in der Region hat davon profitiert. Jetzt ist es damit wieder vorbei.

Auf großes Interesse stieß beim "Urlaub daheim" auch die Tour in den Stadtwald mit Förster Stefan Gradl.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Der Blick auf die touristische Situation in und um Tirschenreuth bietet wenig Anlass zum Jubel. Bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Museumsangelegenheiten und Städtepartnerschaft konnte Stefanie Süß, Leiterin der Tourist-Info und des Museumsquartiers, einen Bericht über die aktuelle Lage geben.

Plus im September

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr verzeichneten die Betriebe im Juni 697 Gäste (-27,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat) und 3486 Übernachtungen (-16,3 Prozent). Die Zahlen verbesserten sich im Juli auf 774 Gäste (-21,2 %) und 4062 Übernachtungen (-12 %) und im August auf 838 Gäste (-7,4 %) sowie 152 Übernachtungen (-7,9 %). Im September sei dann mit 760 Gästen fast der Stand des Vorjahresmonats von 788 Gästen erreicht worden. Bei den Übernachtungen hätte man in diesem Monat mit 3370 sogar ein Plus von 5,6 Prozent erzielt (Vorjahresmonat 3042), berichtete Stefanie Süß.

Seit dem 2. November seien jetzt keine touristischen Übernachtungen mehr möglich, ebenso hätten die Kultur- und Freizeiteinrichtungen, darunter auch die Museen, schließen müssen. Die Zahlen hätten sich wieder gefestigt, konstatierte Bürgermeister Franz Stahl. Dabei führte er den schnellen Erfolg auch auf die Qualität der touristischen Betriebe in der Region zurück. Gerade beim "Urlaub auf dem Bauernhof" herrsche großes Interesse.

Bei der Sitzung berichtete Süß auch über die Zusammenarbeit in der Ikom "Ferienregion Stiftland". Dabei konnten sie dem Ausschuss eine neue Image-Broschüre "Stiftland und Steinwald" vorstellen. Durch die Ikom seien auch Postkarten mit zehn verschiedenen Motiven aus der Region erstellt worden. "Wir werden selbst noch zwei Karten mit Tirschenreuther Motiven anfertigen lassen", ergänzte Franz Stahl. Der Bürgermeister unterstrich in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit der Steinwald-Allianz.

"Urlaub daheim" ein Erfolg

Als gelungene Ergänzung zum Ferienprogramm erinnerten Stahl und Süß an die diesjährige Aktion "Urlaub daheim". Rund 20 Veranstaltungen hatte man in den Monaten August und September angeboten, von Baustellenführungen mit dem Bürgermeister bis zu Ausflügen in den Stadtwald mit dem Förster. "Aus der Not geboren", so Stahl, hätte die Aktion als großer Erfolg verbucht werden können.

Dabei machte der Bürgermeister den städtischen Bediensteten, die sich mit engagiert hätten, ein großes Kompliment. Aber auch die Tourist-Info lobte Stahl, die diese Idee entwickelt hätte. Überlegt werde auch, ob man diese Idee weiterführen könnte. "Wir wollten Kultur, Spaß und Erlebnisse zurückbringen", beschrieb die Tourist-Info-Leiterin die Aktion. "Mit unserer Idee lagen wir voll im Trend", freute sich Peter Gold. Hervorragend angenommen wurde laut Stefanie Süß auch das "Picknick-Kerwl", das in dieser ersten Saison bereits 182 Mal bestellt worden sei.

Die Initiatoren des "Picknick-Kerwl" ziehen nach der ersten Saison Bilanz

Tirschenreuth

Eine Bilanz zog Süß weiter beim Ferienprogramm 2020, das aufgrund der Einschränkungen nicht mit der Vorjahresveranstaltung vergleichbar sei. So konnten von den anfangs 36 gemeldeten Veranstaltungen nur 14 durchgeführt werden. 96 Kinder nutzten die Angebote und es wurden am Ende durch die Mehrfachanmeldungen insgesamt 190 Teilnahmen verzeichnet. Zu den beliebtesten Veranstaltungen gehörten etwa die Fußball-Olympiade oder der Nachmittag bei der Feuerwehr.

Präparation einer Forelle

In ihrem Bericht ging Süß noch auf die Museumspädagogik im Museumsquartier (MQ) ein. Hier hätten sich die Schüler in ihren Fächern Biologie oder Natur und Technik mit der Präparation einer Forelle beschäftigen können. "Das Museum bietet viele neue Erfahrungen", appellierte Stahl an die Schulen in der Region dieses Angebot auch intensiver zu nutzen. Zumal es auch keinen Eintritt kosten würde, ergänzte Franz Heinrich.

Einen positiven Eindruck konnte die Tourist-Info-Leiterin weiter von dem Zusammenschluss der zwölf Museen im Landkreis unter dem Titel "das zwoelfer" weitergeben. Auf der Homepage werde etwa ein virtueller Rundgang durch das MQ geboten. "Das ist der richtige Weg", befürwortete Bürgermeister Stahl die gemeinsame Initiative. Weiter verwies er auch auf eine Broschüre "Museen und Sammlungen im Oberpfälzer Wald", die kompakt einen Überblick geben würde.

Peter Gold fragte über eine Kombi-Eintrittskarte für die Museen im Landkreis nach. Das sei angedacht, teilte Süß mit, allerdings hätte man noch keine passende Lösung gefunden.

Spectrum macht Audio-Guide

Zum MQ berichtete Süß noch, dass zur Finanzierung des Audio-Guides die Markgrafstiftung sowie die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern jeweils 4000 Euro bewilligt hätten. Den Auftrag für den Audio-Guide hätte die Spectrum-Medienagentur aus Lohnsitz erhalten, die 14 Hörstationen ausarbeiten will. Geplant sei eine Umsetzung als webbasierte Lösung. Stahl ergänzte, dass der Audio-Guide nur für die Fachabteilung Plan-Weseritz vorgesehen sei.

Förster Stefan Gradl führte bei "Urlaub daheim" in den Stadtwald

Tirschenreuth
Im Blickpunkt:

Museen hätten offen bleiben können

Die aktuellen Einschränkungen trägt auch Bürgermeister Franz Stahl mit, allerdings schwingt bei den Museen eine leichte Kritik mit. Die Einrichtungen hätten tolle hygienetechnische Konzepte ausgearbeitet, verdeutlichte Stahl. Deshalb sei es schade, dass gerade Angebote, die die Menschen in solchen Zeiten zu einem Besuch animieren könnten nun geschlossen bleiben. "Wir hätten es jederzeit schaffen können, das Museum auch zu diesen Zeiten offen zu halten".

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